Michas erstes Shirt

Wie ich die Tage schon schrieb, habe ich mir zur Schnittmustererstellung ein Set mit Reverslineal bestellt.
Das ist auch gut angelegtes Geld, dennoch fand sich noch ein Schnittmuster welches für mich brauchbar ist.

Bei „verflixt & zugenäht“ wurde ich fündig.
Eigentlich ist es Schnittmuster für einen Herrenpullover, der aber auch abwandelbar für ein Shirt ist.

Quelle und Urheberrecht bei:
Martina Goerke von „verlixt und zugenäht“ unter http://www.schneidern-naehen.de

Ich wollte auf keinen Fall Ärmel an dem Shirt, also liess ich sie einfach weg.
Da es mein erster Versuch in Sachen Alltagskleidung ist, hat die Herstellung ein paar Stunden mehr gebraucht. Insgesamt habe ich wohl in den drei Tagen, knappe 10 Stunden vom Zuschnitt bis zur Fertigstellung gebraucht.
Einerseits fehlt mir ein vernüftiger Zuschneidetisch und andererseits fehlt mir die Übung. Bis ich mal alles markiert und zugeschnitten habe … bis ich dann alles abgesteckt und vernäht habe … das dauert halt.
Aber wie man weiß wird alles was man bei dem Hobby macht, mit der Zeit besser und schneller.

Zunächst einmal habe ich das Schnittmuster ausgedruckt, zusammengeklebt und zurechtgeschnitten.

danach wurde das Schnittmuster, in der passenden Grösse auf mein Schnittmusterpapier übertragen. Ich muss wohl nicht erwähnen das ich leider XL brauche. Das liegt aber nicht am Schnittmuster, sondern an meinem dicken Bauch, der sich gebildet hat seitdem ich mit dem rauchen aufgehört habe.
Leider oder gottseidank. Es sind halt zwei Seiten der Medaille.

Ich habe dann das Gewebe einmal gefaltet und das Schnittmuster mit der „Stoffbruch“ Beschriftung an die Faltkante gelegt.

Da die Nahtzugabe bereits im Schnittmuster enthalten ist, konnte ich das Gewebe direkt knappkantig zuschneiden.

Letztlich musste es zweimal gemacht werden. Eine Vorder- und eine Rückseite.
Leider reichte der Batikstoff nicht mehr, den ich von meiner Trigema Bestellung hatte, für beide Seiten.
Letztenendes finde ich es aber gar nicht mal so falsch, da die Zeiten wo ich noch hennagefärbte Dreadlocks hatte und in gebatikten Klamotten umher lief, doch schon lange vorbei sind.

Die Schulternähte habe ich mit einem einfachen Gradstich und dem Standard-Zickzackfuß vernäht.

Dann wurde der Halsbund auf 2cm abgesteckt.
Der Batikjersey wellt sich leider sehr stark, so dass das Abstecken doch eine grössere Qual war.

Da ich mich noch nicht traute die Nähte mit der neuen Overlock zu machen, benutzte ich die Zwillingsnadel in Verbindung mit dem Obertransportfuss.

Eigentlich lief es sehr gut, aber die Führung von Jersey ist mir noch nicht ins Blut übergegangen, so dass sich beim vernähen zweimal der Stoff im unteren Bereich nach oben verschob.
Ich habe zwar aufgetrennt und neu vernäht, aber offensichtlich nicht die Arbeit nicht gut gemacht.
Somit ist der Bund also nicht einwandfrei.

Die Sache mit den Meistern die vom Himmel fallen trifft also wieder einmal zu … was mich nicht sonderlich beeindruckt, weil es nur ein Hobby für mich ist.
Ich liebe die Arbeit an der Maschine und mit meinen Projekten zwar, aber das ist für mich kein Grund mich aufzuregen wenn etwas daneben geht.

Als Nächstes schloss ich dann die Seitennähte. Ich blieb dafür bei der Zwillingsnadel und dem Obertransportfuss.

Das Ergebnis sieht dann so aus.
Wohlgemerkt ist das EIN Shirt mit zwei verschiedenen Gewebe (das wurde in der Facebook-Gruppe teilweise nicht verstanden).

Ich hoffe euch gefällt es und ihr seid zufrieden mit mir smile
Ausserdem hoffe ich, das meine Abwandlung Martina Goerke gefällt, der wir dieses tolle Schnittmuster zu verdanken haben.

Alles Gute euch und euren Maschinen wünschend,
der Micha

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Ein Schlafanzug für „Paulchen“

Eigentlich müsste ich an einem Bild von Idar-Oberstein hängen, aber ich fand keine passende Vorlage.
Nachdem ich ein paar Ausdrucke probiert hatte und nicht zufrieden war, nahm ich mir zunächst einmal das Nachtgewand meiner w6 1235/61 (kurz „Paulchen) vor.
Der Plastikstrampler welcher mitgeliefert wurde, ist mir nicht hübsch genug.

Da ich bereits im Vorfeld meinem Paulchen einen passenden Anstrich gab, musste das Gewand auch noch angepasst werden.

Ich begann damit die Plastikhülle auszumessen und den Stoff mit 1cm NZ vorzubereiten.
Danach wurde dann auf einer Längsseite die Vorlage aufgebracht, in den Stickrahmen eingespannt und los ging es.

Gestickt wurde mit der Nähmaschine im „Freihandsticken“. Dazu wird mit oder ohne Stickfuss, im Längs- oder ZickZack-Stich das Motiv gefüllt indem man den Stickrahmen per Hand vorsichtig unter der Nadel bewegt.

Damit mir nicht wieder der überstehende Stoff unter den Rahmen gerät, hatte ich zu Beginn Tischdecken-Beschwerer daran geklipst. Da man die Gewichte zur Seite legen muss ist es zwar hilfreich, würde aber dennoch nicht verhindern das man sich eine Stoffkante unter den Rahmen zieht.

Bei diesem Projekt versuchte ich mich an vielen neuen Dingen.
So auch an den Einsatz der Zwillingsnadel. Die W6 N 1235/61 hat eine Stichbreite von 5mm. Damit lassen sich zwar auch 4mm breite Zwillingsnadeln nutzen, aber nur im Geradestich. Ich wollte jedoch das Ergebnis auch mit ZickZack und bei Zierstichen sehen. Somit nahm ich eine 2mm Zwillingsnadel. Das würde dann auch bei grösster Breite passen.

Die Einfädelhilfe konnte ich dabei nicht einsetzen, so das ich mit Brille und „tief durchatmen“ das Garn durch beide Öhre brachte. In dem Moment wusste ich die Einfädelhilfe erneut zu schätzen.

Ich nähte damit dann die fünf Teile der äusseren Hülle zusammen. Mit einem Geradestich und der Zwillingsnadel. Hat mir sehr gut gefallen und stellte auch beim Rückwärtsnähen kein Problem da.

Nun war eigentlich angedacht das ich die äussere Hülle auf die mitgelieferte Plastikhülle vernähe. Soweit die Theorie.
In der Praxis habe ich mich da wohl einerseits vermessen und zum zweiten fand ich keinen Ansatz wie ich das miteinander vernähe ohne das mir das Plastik einreisst.
Als drittes fiel mir der fehlende Stand und Schutz auf, sodas ich neu plante und eine innere Hülle zurecht schnitt.
Vlies habe ich zwar da, bin aber mit der Anwendung nicht vertraut genug als das ich es an meine Stickerei lassen würde, ausserdem ist es kein Volumenvlies.
Somit war es dann der beste Augenblick um die Sache mit den Bodenpflegetüchern zu testen. Ich kaufte in „Tedi“ noch ein paar Pakete und machte mich dann ans Werk. Innenfutter und Bodentücher zuschneiden und auf Links zusammen nähen.
Danach wurde dann das Innen- mit dem Aussenfutter auf Links verbunden.

Mein Paulchen hatte ganz schön zu kämpfen (und ich auch). An den Ecken hatte ich bereits von der Aussenhülle 4 Lagen Stoff. Nun kamen noch ein Bodentuch und an den Ecken zwei weitere Lagen Stoff hinzu. Somit hatte ich dann bis zu 7 Lagen unter dem Fuss. Die Maschine hatte Kraftmässig weniger zu kämpfen, aber mir rutschten die Lagen laufend nach links unter dem Nähfuss weg so das ich teilweise zerren musste.
Das kostete mich eine Nadel die mit einem lauten Klong auf die Stichplatte aufschlug und mir um die Ohren flog. Schon das vierte Mal das ich eine Nadel auf die Platte aufschlagen lies ohne das mir Paulchen das übel nimmt.

Nachdem ich beide Seiten vernäht hatte, ging es an den Ausschnitt für den Tragegriff.
Wie macht man sowas? Ich fummelte und dachte und probierte … und kam letzten Endes zu der Erkenntnis das es einfach wäre wenn ich oben einen einfachen Schnitt mache, das Innenfutter mit dem Bodentuch jedoch breiter ausschneide, sodas ich danach den überstehenden Stoff von oben an die Innenseite des Innenfutters versäumen kann.

Theorie. Nett gedacht, funktionierte aber nicht da nicht genug Stoff zum umschlagen da war und mir immer wieder wegrutschte.
Ich entschied mich dazu die Kante erst einmal zu heften damit sie mir nicht wegrutscht wenn ich mich an einem Schrägband versuche.
Schrägband? Genau.
Den Fuss habe ich erst seit Kurzem und bisher noch nicht getestet. Zeit wirds. smile
Zunächst einmal kämpfte ich mit dem seltsamen Fuss.
„Wo gehört hier was hin und wenn Ja warum?“ „Ahhh“ „Neee“ „Ohhh“ „Ach“
Nachdem ich das System verstanden habe, nahm ich meinen 1 Meter Testschrägband, friemelte es unter Zuhilfe einer Stecknadel bis unter der die Nadel, legte ein Stück Teststoff in die Aussparung am Fuss und lies die Maschine machen.

Das macht Spass. Genauso viel wie die Arbeit mit dem Rollsaum.

Dennoch kann ich das bei der Aussparung an „Paulchens Schlafanzug“ nicht anwenden.
Zuviel Stoff. Da passt das Schrägband nicht drum.
Ich bügelte mir aus dem Stoff ein eigenes „Schrägband“, wechselte Fuss und Nadel wieder gegen Universal aus und vernähte mit viel „Zusammenhalten von Stoff und Band“ die Umfassung.

Es gibt Vieles was bei dem Projekt falsch lief und was nicht so schön wurde wie ich es mir erhoffte. Etwas besser wäre es gewesen wenn ich von Beginn an Aussenfutter, Tuch und Innenfutter miteinander hätte vernähen können. Das hätte sicherlich saubere und nicht ganz so dicke Nähte ergeben.

Andererseits habe ich dabei unglaublich viel Neues gelernt, was sich in den weiteren Projekten positiv auswirken wird.
Bei meinen dazugekauften Füssen waren ein paar der Meinung das man das nicht braucht.
Ich gebe euch teilweise recht. Sie sind nicht notwendig um sauber nähen zu können, aber sie erleichtern doch einiges und machen zudem Spass. ;-)

Achja … Paulchen … ich habe ihn schlafen geschickt … in seinem neuen dicken Schlafanzug.

… und falls jemand den Namen vergisst …

„Träum was Süsses“,
sagt der Micha

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