Erster Nähtreff im Karl-Leissner-Haus in Hilter

Boahhh, so knapp hinter einander sind Nähtreffs Fluch und Segen zugleich.

Die Anfahrt war für mein kleines, gestresstes und vollbeladenes Moped arg mühsam und langwierig, aber es hat tapfer durchgehalten.
Obgleich ich schon angekündigt hatte nicht zu den ersten zu gehören die eintreffen, war ich es dennoch … und leicht verwirrt weil 15vor10 Uhr noch niemand da war und ich nicht wusste ob ich richtig bin.
Mein Navi hatte für die Strasse leider keine Hausnummer parat und ich stellte mich einfach zwischen einer Kirche und einem Kindergarten.
Es war aber alles richtig … und während wir noch rätselten ob wir nun nach links (Kirche) oder geradeaus zum Haus müssten, kam die Gastgeberin und schickte uns nach rechts. War ja klar. smile

Die Örtlichkeit war gut geheizt, die Sonne tat ihr übriges.
Gegen Mittag wurde es denn auch Zeit die Fenster zu kippen.

Wie immer waren wir alle fleissig. Die Mutter unserer Gastgeberin war mit der „Produktion“ von Voodoo-Püppchen beschäftigt.
So einen Schnitt habe ich schon lange hier liegen und wollte ihn immer mal als Geschenk nähen … aber was ich alles so will.
Eigentlich hatte ich vor ein Projekt mit Wachstuch aus dem neuen Heft zu verarbeiten und vielleicht dann noch eine Wildspitz reparieren, aber weiß der Geier warum habe ich meine Tüte mit Wachstuch und der Wildspitz vergessen.
Dumm gelaufen.

Alternativ dachte ich mir dann das ich einen Leseknochen aus dem letzten IKEA Gewebe mache … zum ausarbeiten wäre ein Stickrahmen aber sinnig gewesen … den ich diesesmal auch nicht dabei hatte.
*Merde
Freihandsticken nur per händischem Strammhalten geht jedenfalls gar nicht. Viel zu anstrengend und unsauber.

Also beliess ich das Gewebe wie es ist und werde es die Tage nach und nach mit Stoffmalfarbe bearbeiten.
Damit mir nicht langweilig wird, habe ich den „Knochen“ allerdings schon mal genäht.
Danach schnitt ich dann eine Wildspitz zu, die eigentlich erneut aus Kaffeepadverpackungen gemacht werden sollte, die ich aber ebenfalls nicht dabei hatte.
Oh Mann, was für ein Tag.

Meinen Erstversuch der Kaffeepad-Wildspitz wird übrigens, entgegen meinem Gedanken, doch von mir täglich getragen und genutzt.
Wie ich nicht anders erwartet hatte ist die Kaffepad-Verpackung von Real als Aussenstoff vollkommen ungeeignet.
Der Papierdruck löst sich langsam aber sicher auf, während sich die Verpackung im Innern (auch beim Kleingeld) gar nicht abreibt oder sonstwie beschädigt wird.
Insgesamt also stabiler und hübscher als erwartet.

Aber zurück zum Treffen:
Ich schnitt dann den beschichteten „Holzdruck“ aus Ikea passend zu und war den Rest des Tages mit dem Portemonnaie beschäftigt.
Leider hatte ich direkt zu Beginn den Auslass für den RV falsch geschnitten. Statt einer schmalen Öffnung konnte ich den RV darin in voller Breite versenken. Es konnte noch so eben (wenn auch nicht sehr glatt) gerettet werden.
Da bin ich mal wieder froh das ich es nicht beruflich mache und neu beginnen muss.

Bei dem vernähen des zweiten RVs tue ich mir immer wieder sehr schwer.
Welche Seite muss nun wo und wie herum an welche Seite des RVs?
Ich brauche dafür immer ne halbe Stunde, bis ich fertig um die Ecke gedacht habe und nicht laufend wieder auftrennen muss, was bei dem beschichteten Stoff, bei Wachstuch und Verpackungen sowieso eine Katastrophe ist, da sie durch das vernähen bereits perforiert werden.

Gegen halb vier waren dann leider die ersten Mädels „Fertig“.
Leider war ich heute nicht der einzige der sein Zeug zuhause vergessen hatte.
Gegen 17 Uhr war dann allgemeiner Aufbruch angesagt. Die Mädels hatten keine Lust zu warten und ich musste zusehen das ich meine Plörren (die sich nun einmal nicht so schnell verstauen lassen, als wenn ich mit einem PKW unterwegs wäre) irgendwie auf die Schnelle noch verstaut bekomme, während ich schon vom Staubsauger „gejagt“ wurde.
Fand ich nicht so toll … aber was will ich machen.

Einen eigenen Nähtreff ins Leben rufen ist mir denn doch zu anstrengend, also beuge ich mich dem „Frauenpower“ ;)

Sooo … bis zum nächsten Treffen am siebten November ist noch Zeit.
Allerdings wird der November auch wieder „hektisch“, weil nach dem Nähtreff Stoffmarkt und dann schon der nächste Nähtreff folgt.
Zwei Wochen „FullPull“. Ich werde es geniessen.

Wie ich da hin komme ist allerdings noch eine grosse Frage, da sich meine Sattelkoffer verabschiedet haben.
Die Riemenhalterung ist unrettbar ausgerissen.

Mein Glück war nur, dass sie erst exakt bei der Einfahrt in meine Mopedabstellkammer rissen, sonst wäre ich nicht ohne Weiteres nach Hause gekommen.

Neue Koffer kosten ein Vermögen, da Polo diese Taschen nicht mehr (oder nur sehr selten) vertreibt. Da werde ich mir also was einfallen lassen müssen … vielleicht sollte ich mal meine Jeans zerschnibbeln, oder die IKEA-Taschen ins Auge fassen zur Weiterverarbeitung … *grübel
Alternativ hoffe ich darauf das mich eines der „Nähmädels“ abholen kann, oder ich mir einen PKW meiner Bekannten ausleihen darf.
Mal schauen was und wie ich das regel.

Eine gute Näh-/Zeit wünschend,
der Micha

*Nachtrag:
Da man den Wunsch geäussert hat das ich bestimmte Personen auch nicht verfremdet veröffentliche, gibt es hier nun nur wenige Bilder (weil sie im Nachhinein entfernt wurden) und zukünftig nur noch leere Plätze zu sehen.

Ich respektiere diesen Wunsch absolut, aber es ist fast unmöglich bei einem Gesamtbild den einen oder anderen dabei auszublenden.
Und auf langes Retouschieren habe ich wirklich keine Lust.

Interessant sind ja letztens auch nur die Gegebenheiten und vielleicht das ein oder andere was ich so fabriziere.

Metallreissverschlüsse? Finde ich doof.

… besonders dann, wenn sie nach der Fertigstellung beschliessen sich das Leben zu nehmen.

Moin ihr Lieben.
Es ist mal wieder soweit … mir war „langweilig“ und ich ging an den Zuschneidetisch.
Okay. Eigentlich hätte ich hier weiter putzen und räumen müssen, aber was will man machen, der Zuschneidetisch sprang mich ja geradezu an und bettelte um Benutzung.
Da machste nichts gegen.

Dem Flehen kam ich (natürlich sehr gerne) nach und entschied mich für eine halbe Wildspitz.
Sprich: Ich habe nur die Breite halbiert und sonst alles wie gehabt gemacht.
Hier sammeln sich mittlerweile so viele Abschnitte, dass ich daraus das Projekt umsetzen konnte.
Nur bei den RVs war ich etwas aufgeschmissen. Zwei dreissiger Plastik-RVs wollte ich dafür nicht zerschneiden, also suchte ich noch ein wenig und fand zwei 15er Metallreissverschlüsse.

Insgesamt ging das Ganze auch (mittlerweile) recht flott von der Hand und ich war beinahe mit meinem Werk zufrieden, bis ich dann den oberen RV nach der Fertigstellung schliessen wollte. Erst ging er auf … dann blieb er so.
Da ist nichts mehr zu retten.
Hilft nichts. Ist so. (Doofes Stück das *grummel)

Zwischendurch brauchte mein Rollschneider dann auch mal ne neue Klinge.
Was er mir damit danke, dass er mir direkt mal in den Finger schnitt, nur weil ich ihm etwas zu nahe kam.

Nachdem ich dann das THW und den Katastrophenschutz anrief bekam ich eine Einweisung im Umgang mit gefährlichen Mordwerkzeugen, einen Sprühverband und die Bitte nicht mehr anzurufen.
Versteh ich nicht. ;)

Sooo … vielleicht führe ich die Kleine mal morgen in die Sonne.
Ein ebensolch sonniges Wochenende wünsche ich euch auch dann hiermit ebenfalls.
der Micha

Was habe ich mir nur bei der Wildspitz gedacht

… als ich das Gewebe „verlängerte“ und Naht nach aussen legte.

Nun ist zwar noch eine Wildspitz entstanden, an der ich mich an Wachstuch versuchte, aber um die Naht muss ich mich noch kümmern.
Ich denke, dass ich ein Samt- oder Spitzenband aufnähen werde. Einmal rundum, damit es nicht ganz so schrecklich ausschaut.
Schade, aber nicht zu ändern.

Nun bin ich aber, bis auf Stretchstoffe, für die kommenden Geldbörsen gerüstet.
Mal schauen ob sich die nächste fehlerfrei nähen lässt.

Eine gute Nacht wünschend,
der Micha

Die „Wildspitz“ lässt mich nicht los

Moin ihr Lieben,

nach einem ausgedehnten Urlaub in Bayern, ging es die Tage motiviert an neue Geldbörsen.
Im Urlaub hatte ich meine Maschine mit und konnte meiner Gastgeberin und Freundin auf die Schnelle zwei Kissen nähen.

Die Stoffe habe ich im Regensburger Tedox erstanden.
Innenkissen sind von IKEA.

Doch wie bereits erwähnt bin ich aktiv in meiner Wohnung zugange.
Den Energieschub aus dem Urlaub (mein letzter liegt 10 Jahre zurück), konnte ich bisher gut umsetzen.
Einerseits beim auf-/umräumen und andererseits halt an der Maschine.

Witzigerweise nähe ich, obgleich ich hier bis hin zur Stickkombi alles mögliche rumstehen habe, am liebsten mit meinem „Paulchen²“.
Nichts gegen den ganzen Schnickschnack und die tollen elektronisch gesteuerten Möglichkeiten, aber analog und manuell war schon in der Photographie mein Ding und weiter gedacht war es mir immer schon wichtig bestehendes, nach meinen Wünschen und Bedürfnissen anzupassen.
Paulchen² zwingt mich da halt nur sehr begrenzt in vorgefertigte Einstellungen.

Am zwanzigsten August war es dann soweit und ich konnte den frischgekauften VW-Bus-Druck verarbeiten.

Irgendwas ist ja immer … und ich bin etwas unglücklich darüber dass ich mir keine Gedanken um die Druckrichtung gemacht habe, so dass vorne die Busse leider falsch herum stehen (die Rückseite ist dann „richtig“ herum, weil es ein Stück ist).
Nunja. Einzelstücke halt.
Der Innenbereich ist wieder IKEA-Stoff (Minna).

Es entstand am zweiundzwanzigsten achten nun eine, durch eine Bekannte, gewünschte Wildspitz mit „meinem“ Totenkopfgewebe vom Tedox. Oblgeich sie wünschte dass das Gewebe aussen wie innen verwendet wird, entschied ich mich dazu den Innenbereich mit roter „Ditte“ von IKEA zu gestalten.

Als kleines Schmankerl habe ich einen Totenkopf noch etwas verpeilt erstrahlen lassen (was auf dem Bild nicht zur Geltung kommt, im Sonnenlicht aber sofort auffällt).
Übergeben wurde sie noch nicht. Ich bin gespannt ob sie ihr gefällt, ansonsten nähe ich halt noch eine. smile

Ich bin mir zwar sicher das die beiden Strasssteine nicht lange überleben werden, aber sei es drum.

Da ich gerade so schön im Fluss bin, probierte ich das Ganze mal mit anderem Material aus.
Die Taschen aus Umverpackungen kennt ihr ja wohl. Ich hatte es mir immer vorgenommen, aber nie umgesetzt.
Nun … warum sollte ich es nicht dann „einfach mal“ an einer Wildspitz testen?
(„Ganz blöde Idee !!!“) ;)

„Kann ich auf die Rückseite Vlies aufbügeln?“
Ja, man kann.
„Verzieht es sich durch das bügeln sehr?“
Das kommt drauf an.
Das Plastik der Rewe-Pad-Tüte (aussen) zog sich fürchterlich zusammen.
Die Aldi-Verpackung (innen) blieb standhaft.
„Hält die Tüte auch in den Kleingeldfächern?“
Vielleicht Ja, vielleicht auch nicht. Ich habe mich dazu entschlossen in den RV-Fächern Ditte einzusetzen.
„Überlebt sie das wenden überhaupt?“
Verblüffender Weise … ich hatte wirklich damit gerechnet, das sie auseinander reisst, hielt sie dem Wenden stand.
„Sonst noch was zu beachten?“
Das „Muster“ sollte beachtet werden … und die Stichlänge nicht zu kurz (wegen der Perforierung). Ansonsten sollte man wie „immer“ sehr sauber messen und arbeiten.
DAS habe ich leider nicht so genau genommen (war ja nur ein Versuch). *in die Ecke stell und schäm

Durch meine Pfuscherei sind die rechten Kartenfächer leider etwas zu schmal geraten und somit kaum nutzbar.
Beim Falten ist mir auch ein Fehler passiert und wie man sieht habe ich Mist gebaut beim anbringen der Innenflügel.
Insgesamt also ein absolutes Einzelstück, welches nochmal gemacht werden will. ;) *Mehr Kaffee trink

Damit hatte ich dann auch gleich meine Schliessen verbraucht und diverses Zubehör nachbestellt.

Mein Urlaubsbericht ist noch in Bearbeitung und wird in meinem zweiten Blog veröffentlicht, aber HIER kann ich noch eine „kleine Geschichte“ vorweg nehmen, die ich mal in Kurzform darlege.
Wir haben unter anderem Passau besucht und stolperten dort „LEIDER“ ins „Nanu Nana“ ;)
Wie das so ist … man will ja eigentlich nichts kaufen … und findet sich dann an der Kasse wieder.
Ich hatte etwas entdeckt und habe, in Urlaubslaune, einfach mal gefragt ob am Preis was zu machen ist.
Etwas Hin und Her, bekam ich einen kleinen Nachlass, freute mich wie ein Schneekönig und packte es am Folgetag aus.
Leider kaputt. Somit überlegte ich wo es zerbrach, suchte das fehlende und fand nichts.
Daraufhin rief ich in der Filiale an und wollte fragen ob es vielleicht auf Kulanz zu tauschen wäre.
„Nein, das hat alles so seine Richtigkeit … sonst hätten sie ja den Preisnachlass nicht erhalten“ bekam ich als Antwort.
Das liess mir meine Gesichtszüge entgleisen und ich wandte mich dann an die Firmenzentrale mit der Bitte um Stellungnahme.
Die Firmenzentrale liess sich nicht lange bitten und bot mir diverse Möglichkeiten zum Umtausch (für den bereits bezahlten Kurs) an.

Da freue ich mich doch sehr, das Kunden auch bei und für Nanu Nana wichtig sind und man sich bemüht Probleme aus der Welt zu schaffen.
In all den vielen Jahren bei Nanu Nana hatte ich noch nie einen Grund zur Beschwerde und solche Einzelfälle wie in der Passauerfiliale sind wirklich als Einzelfälle zu betrachten.
Ich freue mich sehr darüber.

Hier nun das in Passau erhaltene Objekt der Begierde …

… und hier das „Original“ welches ich in Osnabrück austauschen durfte.
Vielen Dank an dieser Stelle auch an die Filiale Osnabrück, für die tolle Mitarbeit.

Sooo … damit erst einmal wieder meine „Rückmeldung“ in den Alltag.
Ich wünsche euch alles Liebe und eine gute Zeit.

Vielleicht sieht man sich ja mal auf der „Nadel und Faden“ die dieses Jahr am 25ten bis 27ten September in Osnabrück stattfindet.

Liebe Grüße sendend,
der Micha

Wildspitz beinahe die Dritte

Die letzten drei Tage verbrachte ich damit die Geldbörse „Wildspitz“ von farbenmix erneut zu nähen.
Die erste und letzte hatte ich im Februar letzten Jahres genäht und ist bei mir im Dauereinsatz (auch wenn sie nicht ganz gerade wurde).

Da ich gerade so viele hübsche Stöffchen habe und für „meine Mädels“ sowieso nähe, bot es sich an dieses Schnittmuster noch einmal zu versuchen.

Das Unterverzeichniss auf Platte suchen, den Ausdruck rauskramen und Stöffchen zusammen suchen, machte schon mal den halben Tag aus.
Danach ging es dann ans studieren des Ganzen.
Ganz ehrlich? Es ist so undurchsichtig, unklar und chaotisch wie beim ersten Mal.
Ohne Videos bin ich restlos aufgeschmissen.

Allerdings bin ich auch mit den drei Videos und einem weiteren vom „Haus mit dem Rosensofa“ erst einmal komplett und dann nochmals an zwei Stellen gescheitert.

Ich weiß nicht was ich mir dabei gedacht hatte, aber ich hatte zunächst einmal die „kleine“ Wildspitz zugeschnitten und (falsch) zusammen genäht. Bei „klein“ dachte ich mehr an Scheckkartenbreite, weniger daran dass die Wegnahme von 4cm eigentlich gar nichts ändert ausser dass man die Kartenfächer nicht unterteilen kann.
Steht sogar in der Anleitung.
Habe ich natürlich überlesen und mich danach gewundert.

Tja, da passt nichts mehr hinein. Also Wildspitz Zwei in Ablage P.

Mache ich halt noch eine. Vom EDV-Stöffchen habe ich eigentlich genug da, also nehme ich den, statt den Blümchenstoff von Ikea.

Das erneute Drama der vielen Versuche die Anleitung und Videos zu begreifen und dass dauernde Vermessen erspare ich euch.
Locker von der Hand geht es mir jedenfalls nicht.

Aber wie heisst das so schön „Das Ergebnis zählt“.
Auch diesesmal habe ich sie wieder etwas krumm geschaffen und ein paar Fehler „eingebaut“. Vielleicht gelingt mir ja beim zehnten Versuch mal eine richtig tolle Wildspitz.

Der Stoffdruck gefällt mir jedenfalls sehr gut.

Was man der Geldbörse ja lassen muss: Es passt richtig viel rein. Im hinteren Scheinfach habe ich mal mein 5″ Smartphone rein gelegt. Es passt komplett hinein und hat noch Luft nach oben und zur Seite.

Was soll ich euch sagen?
Spaß macht es wohl nur den Wenigsten dieses Schnittmuster zu nähen und zu falten, aber wenn es dann mal fertig ist und man es wahrscheinlich sogar besser als ich genäht bekommen hat, dann ist das eine tolle (aber sehr große) Geldbörse.

Einen schönen Abend wünschend,
der Micha

Piraten – Tarnung ist alles

Moin ihr Lieben,

nach meinen beiden Shirts, wollte ich nun eines mit zwei Lagen Gewebe versuchen.
Mein Piratenstoff aus Tedox möchte weiterhin verarbeitet werden und mein neu hinzugekommener Jersey ebenso. Da liegt es nahe diese beiden miteinander zu verbinden, da das Tedoxgewebe doch recht fest und auf der Haut keinen Wohlfühlcharakter hat.

Wie bisher, musste natürlich wieder der Totenkopf von Urban Thread aufgestickt werden.
Wohin damit? Vorne mittig sieht doof aus, auf dem Herzen will ich es nicht (man muss ja sein Glück nicht heraus fordern, schliesslich bin ich mittlerweile 51 und da kann es mich jederzeit „erwischen“) … also bleibt „nur“ der Rücken.
Gedacht, getan, sorgte ich dafür das es mittig auf dem Schnitt sass. Dazu verwendete ich, neben der Schneiderkreide, die mitgelieferte Schablone zur Stickeinheit der W6 N 6000 Kombimaschine.

Den vorgeschnittenen Aussen- und Innenstoff legte ich mir links auf links (was bei meinem Jersey ziemlich das selbe ist) und verband die beiden Gewebe mit der W6 N 454D Overlock.

Der Umgang mit der Overlock ist für mich noch stark gewöhnungsbedürftig. In der Armkugel war die Drehung des Gewebes nicht perfekt, so dass ich leider etwas mehr Material wegschnitt als vorgesehen. Fällt nicht wirklich auf, ist aber noch verbesserungswürdig.

Vorder- und Rückenteil wurde dann mit der Nähmaschine zusammengefügt.

Da steht er also nun der Micha, in neuem Gewand smile

Das Rückenteil hat seine Stickerei auch mittig erhalten.

Und wem nun langweilig ist, der darf das Portemonnaie suchen …

Zur Osnabrücker Messe „Nadel und Faden“ werde ich wohl dieses Outfit tragen.
Je nach Wetterlage dann allerdings mit einem Longsleeve dazu, welches ich noch aus dem Jersey nähen muss.

Einen schönen Wochenstart wünschend,

der Micha

Piraten – Grosse Geldbörse – 001 – Wildspitz

Moin.

Nachdem ich vorhin die Lieferung von W6 erhielt, machte ich mich an die Arbeit das Portemonnaie „Wildspitz“ zu nähen.
Vor dem Teil habe ich richtig Respekt, weil es so groß ist und so viele Faltungen hat und sowieso und überhaupt.
Aber ich sage ja immer „Respekt ist gut, Angst ist fehl am Platz“. Somit fing ich damit an, mir erst einmal die Beschreibung durchzulesen. Vorab hatte ich bereits die PDF und die drei Videos auf den Rechner herunter geladen, damit ich nicht auf den Onlinezugang angewiesen bin. Denn genau dieser wird an einer kniffeligen Stelle zusammenbrechen und dann steh ich da.
(Dass das ganze Projekt aus kniffligen Stellen besteht wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht).
Dann begann ich die Schnitte entsprechend vorzubereiten und Vlies aufzubügeln.
Leider bügelte ich auch dort, wo es nicht gemusst hätte (was zwar das Ganze dicker machte, aber nicht zwingend ein Nachteil ist).
Als Vlies habe ich „S 320“ im Haus. Der Buttinette Rollschneider kam zwar wieder zum Einsatz (und es ist gut das ich überhaupt einen im Haus habe), aber begeistert bin ich nach wie vor nicht von dem Teil da ich teilweise mehrfach über eine Stelle muss, damit die Fäden durchtrennt werden. Natürlich hat er eine neue Schneiderolle drin, deren Schärfe aber zu wünschen übrig lässt.

Nachdem die Vliese aufgebügelt und die Schnitte markiert waren, begab ich mich erst einmal an die Stickerei des Oberstoffes.
Leider trat dort bereits das erste Problem auf. In der Anleitung findet man zwar die Maße des Oberstoffes und kann diesen Schnittteil somit identifizieren, aber im Text taucht es nicht weiter auf. Scrollt man das PDF abwärts, hat mit einem Mal der Oberstoff ein Webband … und man sucht wieder in Richtung Anfang, wo das denn beschrieben steht. Wenn ich es nicht übersehen habe, dann steht es dort aber nicht. Scrollt man noch tiefer und kommt zum Detailplan, dann findet man den Hinweis „Platz für Verzierung“ unterhalb einer Skizze.

Ich markierte also so gut es ging, setzte den Stickrahmen auf  und ließ auf gut Glück meine W6 N 6000er den Bereich mit dem Totenkopf von Urban Threads besticken. Aufgrund der sehr engen Stickerei, liess ich die Maschine im Schneckentempo arbeiten. Das dauert zwar länger, schont aber meine Nadeln und damit meine Nerven. ;)

Ich folgte danach dann wieder der Anleitung und rüstete die Maschine von Stick- auf Nähmaschine um (unter einer Minute).
Beim schneiden der Aussenteile unterlief mir ein Fehler. Auch hier lag es an der grottig schlechten Beschreibung.
Die Aussenteile werden mit 18x10cm zugeschnitten. Wenn man sie dann markiert und in Fliegenform zurecht schneidet, hat die Breite nur noch 5cm im Detailplan.
Ich ging von einem Tippfehler aus.
Leider ist der Detailplan richtig … es fehlt nur der Hinweis das die Seitenteile, jeweils einzeln, vorher auf Mitte gefaltet werden müssen.
Achtet bitte auch darauf das zusätzliche 2cm nach oben frei gehalten werden müssen. Das hatte ich ausserdem bei den ersten beiden Teile falsch gemacht.
Da sie danach sowieso erst einmal zur Seite gelegt werden müssen, fiel mir der Fehler erst kurz vor Ende auf, als diese beiden „Flügel“ angenäht werden sollten.

Hier mein Fehler. Nicht doppelt genommen und ohne 2cm Abstand.

So soll es nachher aussehen.
Mittig gefaltet und dann von dort ausgehend 2cm nach unten frei halten.

Aber wie gesagt, fiel mir dieser Fehler erst am Ende auf, so dass ich das Bügeleisen nochmal heraus holen musste. Ich bügel Vliese übrigens zwischen 2 Lagen Backpapier, damit ich mir weder Bügeleisen, noch Bügelbrett vollklebe.

Danach folgte das Reißverschlußfach.
Dazu wird das Schnitteil „Reißverschluss“ auf den Innenstoff, rechts auf rechts aufgelegt. Soweit so gut.
Alles markiert und ausgeschnitten. Es hat dennoch eine Zeit gedauert bis ich den Reißverschluss drin hatte, denn aus der Anleitung geht nicht hervor wie herum er unter die beiden Stoffteile gelegt werden soll. Zipper nach oben, oder nach unten?
Das kann man doch dabei schreiben. Im Bild sieht man das der Reißverschluss mit dem Zipper oben ist, also machte ich es ebenso. Alles richtig, aber einfacher wäre es gewesen wenn man eine bessere Beschreibung gehabt hätte.

Als Nächstes soll man dann die beiden Schnittteile Füsschenbreit miteinander verbinden. Okay. Okay? Gar nicht okay. Auf dem Bild ist nun das Schnittteil des Reissverschlusses auf rechts, obwohl ich es doch mit sichtbarer linker Seite aufgelegt und festgenäht hatte.
??? Muss man das erst drehen? Wieso steht da nichts dazu? Ist das zu einfach? Bin ich doch dumm und nicht nur unwissend? *gmblfx
Als wäre das Projekt nicht schon schwer genug, muss man sich auch noch die Beschreibung selber zusammen basteln.
Das ist echt ärgerlich und auch wenn ein tolles Teil entwickelt wurde und man das Schnittmuster kostenfrei einstellt, schafft so etwas schnell Frust an den Maschinen.

Erst nachdem ich das erste von drei Videos zum Wildspitz angeschaut habe, wurde klar dass der Reißverschlussstoff nach der ersten Umrandung auf die Unterseite durchgezogen und erst danach der Reißverschluss eingenäht werden darf.
Ja, ich weiß dass das Basics beim nähen sind, aber deshalb muss man doch nicht voraussetzen das es jederman kann. Oder doch?

Im „Handbuch“ geht es nun weiter mit dem falten der Kartenfächer.
Okay. Soweit die Theorie. Ich habe es gelesen. Ich habe mir den Detailplan angeschaut. Ich habe mir die Bildchen angeschaut.
Und blieb dennoch unsicher.
Erst die Erklärung im Video (welches leider eine extrem grottige Qualität hat), brachte meinen Knoten zum platzen und ich steckte die Faltlinien Stück für Stück seitengleich ab.

(lila Stecknadelköpfe)

Gefühlte tausend Nadeln und einer Ewigkeit später hatte ich dann alle Nadeln stecken und zwar ohne das ich blute und Pflaster an den Fingern habe. ;)
Die Kartenfächer werden nun mittig abgenäht. Dabei muss darauf geachtet werden das das hintere Fach nicht unter den Kartenfächern liegt.

Ich habe ein Stück zu hoch abgenäht, was aber insgesamt kein Problem darstellt.
Als Nächstes kam das Münzfach dran.
Mit Beschreibung und Video war das einnähen des Reißverschlusses relativ schnell erledigt.

Leider hatte ich nur noch einen braunen Verschluss zur Verfügung.
Naja, ich verkaufe meine Sachen ja nicht, sondern verwende sie selbst oder verschenke sie. Dieses würde ich sowieso selber behalten, aber schön sieht das nicht aus.

Wie ich am Ende durch die Stofflagen kommen soll, ist mir zu dem Zeitpunkt sowieso unklar. Nichts gegen meine W6 Maschinen, aber das sieht sieht ganz schön wild aus.

Danach kamen nun die Seitenteile dran, welche ich ja zu Beginn falsch genäht hatte.
Zunächst kämpfte ich mit dem Verständnis wie was wohin gefaltet werden soll und wo die Seitenteile angenäht werden sollten.
Auch die neuen Seitenteilen habe ich falsch genäht, da ich vergass sie einmal zu wenden, was nun sehr unschön aussieht.

Ich war schon kurz davor zu verzweifeln und die Geldbörse erst einmal liegen zu lassen. Da sie aber bis dahin noch keinen Spaß machte, wäre sie bestenfalls als UFO¹ geendet, was ich dann doch zu schade gefunden hätte.
Nach viel Hin und Her hat sich dann der Knoten gelösst.

Der Reißverschluss war mir schon ein wenig krumm geraten … noch mehr Fehler wollte ich nicht … aber was ich schon so will. smile
Es kam wie es kommen musste. Ich verstand es nicht richtig und nähte dann die „Flügel“ an der oberen Kante des Reißverschlusses an. Die untere wäre richtig gewesen.

Dadurch verzieht sich nun das Ganze. Sehr schade.
(Auf dem Bild ist die Tasche bereits gewendet, aber man sieht den Fehler sehr gut)

Als Nächstes ging es dann, vor dem letzten Vernähen, ans wenden.
Dadurch das ich überall Vlies aufgebügelt habe, war es eine grössere Friemelei bis ich es auf rechts hatte.
Leider zeigten sich nun auch die Nähfehler.
Das Ganze ist krumm und schief.
Ich werde bei der nächsten sorgsamer arbeiten müssen und hoffe mich dann an all die vielen Lösungen zu erinnern, die durch die schlechte Anleitung entstanden sind.

Hier ist das Ergebnis von vorne zu sehen.
Die Lasche bedürfte eigentlich eines Verschlusses, aber da ich denke nicht das ich das noch anbringe, sondern das ich eher noch eine nähe.

Auf der Rückseite habe ich beinahe die Stickerei mittig bekommen.
Leider ist schon in der Stickdatei ein Versatz in der Ausrichtung drin, so dass ich beim nächsten Mal ein viertel mehr nach links ausrichten muss.

In meiner „Piratenecke“ macht sich die neue Geldbörse jedenfalls nicht schlecht.
smile

Noch etwas zum Abschluss:
Auch wenn ich über die schlechte Anleitung und das Video meckere, bin ich dennoch froh das ein solches Projekt kostenfrei angeboten wird und ich mich austoben kann.
Die Arbeit die dahinter steckt, sich solches auszudenken, oder abzuändern und bereit zu stellen, ist durchaus ein großes Danke wert.
Darum, liebe DoDo, vielen Dank für die Mühe und Deine anderen Projekte.
Dieses ist arg verbesserungswürdig, aber deshalb ist es dennoch ein tolles Projekt.

Mit besten Grüßen an DoDo und Interessierte,

euer Micha

Zwangshinweis:
„angefertigt nach einer Nähanleitung von creat.ING[dh]“

¹ = UnFertiges Objekt