Spaziergang im Vorfrühling

Gestern und heute, gab es bei uns, strahlendblauen Himmel und viel Sonne.
Obgleich sich noch, in den Schattenbereichen, kleinere Schneehügel behaupten, ist der kommende Frühling bereits greifbar.
Die Wildgänse fliegen in Massen über das Land hinweg. Die ersten Bienen und Schmetterlinge sind unterwegs.
In meinem Minigartentummeln sich Amseln, Spatzen und Meisen.

Und mich hielt es schon gestern nicht mehr in der Wohnung.
Da draussen ist es einfach zu schön. Vorallem wenn man das Glück hat in der Nähe eines Waldes zu leben.
Bloß raus aus der Bude mit dem asozialen Vermieterpack, die besonders in den Abendstunden im Büro über mir das trampeln ausleben.

Gestern drehte ich eine Runde rund um den angrenzenden Güterbahnhof.
Natürlich waren viele mit ihren Hunden draussen, aber auch ein paar Reiter kamen mir entgegen.
Auf die Hunde kann ich gut verzichten. Pferde finde ich toll.

Nach anderthalb Stunden hat mir der erste Spaziergang des Jahres auch genügt.
Die Knochen müssen erstmal wieder in Bewegung gebracht werden. Und ich lasse es gemütlich angehen.

Absolut genial waren diese ersten Sonnenstrahlen. Der Körper saugt es förmlich auf und setzt es in „gute Energie“ um.
Das spart mir eine Sitzung beim Psychotherapeuten smile

Die ersten Frühlingsblümchen sind auch schon in voller Pracht am Wegesrand.
(Leider ist das Bild Farbverfälscht, da die Handykamera Murks ist)

Natürlich macht so eine Pracht Lust auf Mehr, aber niemals käme ich auf die Idee, draussen ein Blümchen zu rupfen, damit ich es mir dann zwei Tage auf meinem Wohnzimmertisch anschauen kann.
Dort draussen sieht es viel besser aus und hilft auch dabei, dass ich auch weiterhin Honig bekomme.

Für den heutigen Tag war erneut so ein bombastisches Wetter angesagt.
Nachdem ich die Post hinter mir hatte, ging es auf Wanderschaft zum Varusturm.
Vorher wollte ich aber noch ein Kerzchen in der Herz-Jesu-Kirche, für meine Lieben und alle die es brauchen, anzünden.
Wie so oft stand ich vor verschlossenen Türen. Sehr ungewöhnlich für eine katholische Kirche.
Naja, kann man nichts machen, dachte ich mir und ging meines Weges, als mich eine ältere Frau ansprach und mir einen Tipp gab, wie ich als Besucher dennoch Einlass finde.
Ich bedankte mich herzlichst bei ihr und gab einen Extra-Wunsch in der Kirche für sie ab.

Nachdem ich also mein Gespräch mit Gott, Jesus und Maria hatte, ging ich in den Casinopark und von dort aus in den angrenzenden Wald des Wiehengebirges.
Ich genoss jeden Schritt. Es war teilweise ganz still. Nur das Plätschern des Baches und das Singen einzelner Vögel. Sonst nichts.

Ich liebe solche Momente.

Bis hoch auf den Turm, habe ich eine knappe Stunde benötigt.
Normalerweise schafft man diesen Weg in der Hälfte der Zeit.
Wie man sieht, ist bei uns nicht nur plattes Land zu finden. Das sind hier zwar nicht die Alpen, aber für so untrainierte wie mich, ist dieser Weg (ca. 13% Steigung) schon eine Herausforderung.

Um die 21Meter Treppe zu überwinden, musste ich wieder einmal alles Mut zusammen nehmen.
Ich bin nur bis 50 Zentimer schwindelfrei smile

Da die Treppe aus Beton ist und man sich auf die Stufen konzentrieren kann, ist dieser Turm auch für Schwindelige wie mich geeignet.
Oben drauf ist noch eine Bank, die ich heute ganz für mich alleine hatte.

Ein Rundumblick habe ich direkt mal mit dem Handy aufgenommen.

Ich genoss noch eine Stunde die Sonne

 und machte mich dann auf den Rückweg über Hagen am Teutoburger Wald.
Am Wegesrand stiess ich dann noch auf diesen Baumstumpf. Die Eichel war dort nicht plaziert worden, wie ich zunächst annahm, sondern hatte sich ihren Landeplatz tatsächlich mittig auf dem alten Baum „gesucht“.
Die Natur ist einfach nur Klasse.

Der Weg über Hagen ist ein grosser Umweg, aber ich habe es ja nicht eilig.
Nach dreieinhalb Stunden war ich tiefenentspannt wieder zu Hause.

Ich freue mich schon auf den kommenden Frühling/Sommer.

Bis die Tage. Lasst es euch gut gehen.

der Micha

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