DIY – 99 Cent Konenhalter in bunt

Moin ihr Lieben,

es gibt für einige immer mal wieder einen Grund warum sie eine Garnkone an der Nähmaschine einsetzen „müssen“.
Overlockgarn hat eigentlich nichts an der Nähmaschine zu suchen, aber mal davon abgesehen dass es einige dennoch machen (um sich dann im Nachhinein über gerissene Nähte zu ärgern), gibt es sowohl Industrienähgarn, als auch Unterfaden in Industriequalität auf Konen welches man vielleicht günstig erstanden hat und es einsetzen möchte.

Hier mal zum Vergleich eine übliche Nähmaschinengarnrolle (links, dreifädrig), gegen eine Overlockkone (rechts, zweifädrig) zur Ansicht.

Doch wie kann man es an der Nähmaschine frei durchlaufen lassen, ohne das man sich die Verkleidung damit einschneidet oder es sich verhakt und die Naht ruiniert?

Eine Alternative ist der Einsatz sogenannter fertiger Konenhalter.
Einen fertigen Konenhalter bekommt für man für cirka 12€. Der fasst dann bis zu zwei Konen.
Es gibt auch einen für bis zu 10 Garnrollen/Konen … der kostet dann als UVP 129€.
Ich wollte es nur mal erwähnt haben ;)

Einige setzen eine umgedrehte CD-Spindel ein und basteln einen „Galgen“ aus Metalldraht, über dass das Garn dann ablaufen kann.
Andere bauen es sich aus Holz.
Tolle Ideen und sehr kreativ.

Wer nun aber keine Lust, keine Begabung oder keinen Platz zum basteln hat, der kauft sich einen Konenhalter für derzeit 99Cent. smile

Doch bevor wir dazu kommen, schauen wir uns erst einmal an wie wir unsere passenden Garnrollen auf den ersten und zweiten Rollenträger plazieren.
Das meine Maschine extrem zugestaubt ist, bitte ich mal eben zu missachten.
Ich schwöre dass ich sie vor dem kommenden Einsatz einer gründlichen Reinigung unterziehen werde (abfegen – absaugen – (und die mechanischen) ölen).

Hier haben wir nun das Garn auf dem ersten Träger

A ) Fadenabziehscheibe
Davon habe ich zwei, die wiederum 2 Seiten haben. Es ist immer die Scheibe einzusetzen die am ehesten die Größe des Garnkerns abdeckt.
In diesem Fall (und in den meisten Fällen) ist es die gebogene Seite der kleinen Fadenabziehscheibe.
Die Fadenabziehscheibe sollte fest auf der Garnrolle sitzen.

B ) Die Garnrolle liegt, damit der Faden über die Scheibe frei ablaufen kann.

C ) Die Filzscheibe dient als „Bremse“ der Garnrolle, wenn sich diese aufgrund der Wicklung einmal nachdrehen muss und schützt gleichzeitig die Maschinenabdeckung vor Verschleiss.

D ) Das ist einerseits der Träger zum aufspulen der Unterfadenspulen, als auch der Aufsatz für den zweiten Garnrollenträger.

Beim Einsatz des zweiten Garnrollenträgers, zum Beispiel bei Verwendung der Zwillingsnadel, kommt keine Fadenaziehscheibe oben drauf, da sich sonst die Garnrolle nicht frei abwickeln könnte.

E ) Die Garnrolle steht frei, damit sie sich frei abspulen kann

F ) Die (in diesem Fall) kleine rote Filzscheibe ist zu verwenden, damit die Garnrolle nicht unkontrolliert abspult.

Wer es nicht lassen kann (obwohl ich davon abrate) wird damit zu kämpfen haben, dass der Kerndurchmesser einer Kone (I) sich nicht mit dem Garnrollenträger (G) verträgt.
Die Kone würde unkontrolliert wackeln, sich abrollen und sich selbt verwickeln.
Um sie dennoch stramm und lauffähig auf einen Rollenträger zu bekommen, schiebt man eine passende Garnrolle (H) in den schmalen Bereichs des Kerns und lässt dann diesen Kegel „auf dem Kopf“ ablaufen.

Das würde dann so aussehen

Die Garnrolle (K) muss dabei wirklich stramm im Kern der Kone (J) sitzen, bevor dieses Konstrukt auf dem Rollenträger (L) gesetzt wird.

Wenn wir nun eine Unterfadenkone haben, so kommen wir auch wieder zurück zum eigentlichen Titel des Eintrages.
Jaaa ich höre mal wieder das seufzen weil ich soviel abschweife, aber ihr kennt das ja bei mir. smile

„Normal“ wäre dieser Aufbau an meiner Maschine um den Unterfaden aufzuspulen.

Entweder nimmt man die Garnrolle des Oberfadens, oder halt eine Garnrolle mit Unterfaden. An den Nähmaschinen ist ein spezieller Unterfaden nicht notwendig, an den Stick- oder Kombimaschinen hingegen schon (beim sticken!).
Ober- und Unterfaden sollten immer dieselbe Feinheit haben.
Es ist also mehr oder weniger egal ob oben Amann- und unten Gütermanngarn abspult, allerdings sollten beide zum Beispiel eine 100er oder 120er Feinheit besitzen.
Hier wurde nun mein Nähgarn eingelegt und entsprechend zur Unterfadenspule geführt.

Das geht mit einer Kone natürlich nicht.
Sie passt weder von der Länge, noch vom Durchmesser hinein.
Was also tun?
Davor legen oder stellen sollte man sie nicht.
Einerseits spult sich das Garn nicht sauber ab, andererseits schneidet man sich durch die Geschwindigkeit und den Zug in die Abdeckung.

MancheineR kommt sogar auf die äusserst gefärliche Idee, die Kone auf die Finger zu stecken und von dort ablaufen zu lassen, damit das Garn nicht in die Abdeckung schneidet.

Bitte macht das bloss nicht. Wickelt sich der Faden um diesen oder einen anderen Finger, reichen Zugkraft und Geschwindigkeit aus um euch die Gliedmasse abzutrennen!!!

Wie schon erwähnt kann man sich einen Konenhalter teuer kaufen, oder halt günstig selber basteln.

ODER ABER … ihr gönnt euch einen Ikea-Tag und kauft euch eine der hübsch bunten PS Giesskannen (oder auch mehrere).
Diese stellt ihr dann neben die Maschine, fädelt zum aufspulen durch …

und stellt die Kone in die Giesskanne.

Bitte die Kanne beim Einsatz am Griff festhalten, damit nichts passiert!

Wer den Platz und die Möglichkeit hat, hängt sich die Kannen auf eine lange Haltestange rechts neben die Maschine und hat somit nicht nur den oder die Abroller schön und fest gebrauchsfertig, sondern auch optisch einen frischen Aspekt in den Nähbereich gebracht.
Leider habe ich diese Möglichkeit noch nicht, so dass ich dazu kein Bild liefern kann, aber ich denke mir dass ihr euch das vorstellen könnt.

Ein tolles Aufspulerlebnis wünschend,
der Micha

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