Piraten – Grosse Geldbörse – 001 – Wildspitz

Moin.

Nachdem ich vorhin die Lieferung von W6 erhielt, machte ich mich an die Arbeit das Portemonnaie „Wildspitz“ zu nähen.
Vor dem Teil habe ich richtig Respekt, weil es so groß ist und so viele Faltungen hat und sowieso und überhaupt.
Aber ich sage ja immer „Respekt ist gut, Angst ist fehl am Platz“. Somit fing ich damit an, mir erst einmal die Beschreibung durchzulesen. Vorab hatte ich bereits die PDF und die drei Videos auf den Rechner herunter geladen, damit ich nicht auf den Onlinezugang angewiesen bin. Denn genau dieser wird an einer kniffeligen Stelle zusammenbrechen und dann steh ich da.
(Dass das ganze Projekt aus kniffligen Stellen besteht wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht).
Dann begann ich die Schnitte entsprechend vorzubereiten und Vlies aufzubügeln.
Leider bügelte ich auch dort, wo es nicht gemusst hätte (was zwar das Ganze dicker machte, aber nicht zwingend ein Nachteil ist).
Als Vlies habe ich „S 320“ im Haus. Der Buttinette Rollschneider kam zwar wieder zum Einsatz (und es ist gut das ich überhaupt einen im Haus habe), aber begeistert bin ich nach wie vor nicht von dem Teil da ich teilweise mehrfach über eine Stelle muss, damit die Fäden durchtrennt werden. Natürlich hat er eine neue Schneiderolle drin, deren Schärfe aber zu wünschen übrig lässt.

Nachdem die Vliese aufgebügelt und die Schnitte markiert waren, begab ich mich erst einmal an die Stickerei des Oberstoffes.
Leider trat dort bereits das erste Problem auf. In der Anleitung findet man zwar die Maße des Oberstoffes und kann diesen Schnittteil somit identifizieren, aber im Text taucht es nicht weiter auf. Scrollt man das PDF abwärts, hat mit einem Mal der Oberstoff ein Webband … und man sucht wieder in Richtung Anfang, wo das denn beschrieben steht. Wenn ich es nicht übersehen habe, dann steht es dort aber nicht. Scrollt man noch tiefer und kommt zum Detailplan, dann findet man den Hinweis „Platz für Verzierung“ unterhalb einer Skizze.

Ich markierte also so gut es ging, setzte den Stickrahmen auf  und ließ auf gut Glück meine W6 N 6000er den Bereich mit dem Totenkopf von Urban Threads besticken. Aufgrund der sehr engen Stickerei, liess ich die Maschine im Schneckentempo arbeiten. Das dauert zwar länger, schont aber meine Nadeln und damit meine Nerven. ;)

Ich folgte danach dann wieder der Anleitung und rüstete die Maschine von Stick- auf Nähmaschine um (unter einer Minute).
Beim schneiden der Aussenteile unterlief mir ein Fehler. Auch hier lag es an der grottig schlechten Beschreibung.
Die Aussenteile werden mit 18x10cm zugeschnitten. Wenn man sie dann markiert und in Fliegenform zurecht schneidet, hat die Breite nur noch 5cm im Detailplan.
Ich ging von einem Tippfehler aus.
Leider ist der Detailplan richtig … es fehlt nur der Hinweis das die Seitenteile, jeweils einzeln, vorher auf Mitte gefaltet werden müssen.
Achtet bitte auch darauf das zusätzliche 2cm nach oben frei gehalten werden müssen. Das hatte ich ausserdem bei den ersten beiden Teile falsch gemacht.
Da sie danach sowieso erst einmal zur Seite gelegt werden müssen, fiel mir der Fehler erst kurz vor Ende auf, als diese beiden „Flügel“ angenäht werden sollten.

Hier mein Fehler. Nicht doppelt genommen und ohne 2cm Abstand.

So soll es nachher aussehen.
Mittig gefaltet und dann von dort ausgehend 2cm nach unten frei halten.

Aber wie gesagt, fiel mir dieser Fehler erst am Ende auf, so dass ich das Bügeleisen nochmal heraus holen musste. Ich bügel Vliese übrigens zwischen 2 Lagen Backpapier, damit ich mir weder Bügeleisen, noch Bügelbrett vollklebe.

Danach folgte das Reißverschlußfach.
Dazu wird das Schnitteil „Reißverschluss“ auf den Innenstoff, rechts auf rechts aufgelegt. Soweit so gut.
Alles markiert und ausgeschnitten. Es hat dennoch eine Zeit gedauert bis ich den Reißverschluss drin hatte, denn aus der Anleitung geht nicht hervor wie herum er unter die beiden Stoffteile gelegt werden soll. Zipper nach oben, oder nach unten?
Das kann man doch dabei schreiben. Im Bild sieht man das der Reißverschluss mit dem Zipper oben ist, also machte ich es ebenso. Alles richtig, aber einfacher wäre es gewesen wenn man eine bessere Beschreibung gehabt hätte.

Als Nächstes soll man dann die beiden Schnittteile Füsschenbreit miteinander verbinden. Okay. Okay? Gar nicht okay. Auf dem Bild ist nun das Schnittteil des Reissverschlusses auf rechts, obwohl ich es doch mit sichtbarer linker Seite aufgelegt und festgenäht hatte.
??? Muss man das erst drehen? Wieso steht da nichts dazu? Ist das zu einfach? Bin ich doch dumm und nicht nur unwissend? *gmblfx
Als wäre das Projekt nicht schon schwer genug, muss man sich auch noch die Beschreibung selber zusammen basteln.
Das ist echt ärgerlich und auch wenn ein tolles Teil entwickelt wurde und man das Schnittmuster kostenfrei einstellt, schafft so etwas schnell Frust an den Maschinen.

Erst nachdem ich das erste von drei Videos zum Wildspitz angeschaut habe, wurde klar dass der Reißverschlussstoff nach der ersten Umrandung auf die Unterseite durchgezogen und erst danach der Reißverschluss eingenäht werden darf.
Ja, ich weiß dass das Basics beim nähen sind, aber deshalb muss man doch nicht voraussetzen das es jederman kann. Oder doch?

Im „Handbuch“ geht es nun weiter mit dem falten der Kartenfächer.
Okay. Soweit die Theorie. Ich habe es gelesen. Ich habe mir den Detailplan angeschaut. Ich habe mir die Bildchen angeschaut.
Und blieb dennoch unsicher.
Erst die Erklärung im Video (welches leider eine extrem grottige Qualität hat), brachte meinen Knoten zum platzen und ich steckte die Faltlinien Stück für Stück seitengleich ab.

(lila Stecknadelköpfe)

Gefühlte tausend Nadeln und einer Ewigkeit später hatte ich dann alle Nadeln stecken und zwar ohne das ich blute und Pflaster an den Fingern habe. ;)
Die Kartenfächer werden nun mittig abgenäht. Dabei muss darauf geachtet werden das das hintere Fach nicht unter den Kartenfächern liegt.

Ich habe ein Stück zu hoch abgenäht, was aber insgesamt kein Problem darstellt.
Als Nächstes kam das Münzfach dran.
Mit Beschreibung und Video war das einnähen des Reißverschlusses relativ schnell erledigt.

Leider hatte ich nur noch einen braunen Verschluss zur Verfügung.
Naja, ich verkaufe meine Sachen ja nicht, sondern verwende sie selbst oder verschenke sie. Dieses würde ich sowieso selber behalten, aber schön sieht das nicht aus.

Wie ich am Ende durch die Stofflagen kommen soll, ist mir zu dem Zeitpunkt sowieso unklar. Nichts gegen meine W6 Maschinen, aber das sieht sieht ganz schön wild aus.

Danach kamen nun die Seitenteile dran, welche ich ja zu Beginn falsch genäht hatte.
Zunächst kämpfte ich mit dem Verständnis wie was wohin gefaltet werden soll und wo die Seitenteile angenäht werden sollten.
Auch die neuen Seitenteilen habe ich falsch genäht, da ich vergass sie einmal zu wenden, was nun sehr unschön aussieht.

Ich war schon kurz davor zu verzweifeln und die Geldbörse erst einmal liegen zu lassen. Da sie aber bis dahin noch keinen Spaß machte, wäre sie bestenfalls als UFO¹ geendet, was ich dann doch zu schade gefunden hätte.
Nach viel Hin und Her hat sich dann der Knoten gelösst.

Der Reißverschluss war mir schon ein wenig krumm geraten … noch mehr Fehler wollte ich nicht … aber was ich schon so will. smile
Es kam wie es kommen musste. Ich verstand es nicht richtig und nähte dann die „Flügel“ an der oberen Kante des Reißverschlusses an. Die untere wäre richtig gewesen.

Dadurch verzieht sich nun das Ganze. Sehr schade.
(Auf dem Bild ist die Tasche bereits gewendet, aber man sieht den Fehler sehr gut)

Als Nächstes ging es dann, vor dem letzten Vernähen, ans wenden.
Dadurch das ich überall Vlies aufgebügelt habe, war es eine grössere Friemelei bis ich es auf rechts hatte.
Leider zeigten sich nun auch die Nähfehler.
Das Ganze ist krumm und schief.
Ich werde bei der nächsten sorgsamer arbeiten müssen und hoffe mich dann an all die vielen Lösungen zu erinnern, die durch die schlechte Anleitung entstanden sind.

Hier ist das Ergebnis von vorne zu sehen.
Die Lasche bedürfte eigentlich eines Verschlusses, aber da ich denke nicht das ich das noch anbringe, sondern das ich eher noch eine nähe.

Auf der Rückseite habe ich beinahe die Stickerei mittig bekommen.
Leider ist schon in der Stickdatei ein Versatz in der Ausrichtung drin, so dass ich beim nächsten Mal ein viertel mehr nach links ausrichten muss.

In meiner „Piratenecke“ macht sich die neue Geldbörse jedenfalls nicht schlecht.
smile

Noch etwas zum Abschluss:
Auch wenn ich über die schlechte Anleitung und das Video meckere, bin ich dennoch froh das ein solches Projekt kostenfrei angeboten wird und ich mich austoben kann.
Die Arbeit die dahinter steckt, sich solches auszudenken, oder abzuändern und bereit zu stellen, ist durchaus ein großes Danke wert.
Darum, liebe DoDo, vielen Dank für die Mühe und Deine anderen Projekte.
Dieses ist arg verbesserungswürdig, aber deshalb ist es dennoch ein tolles Projekt.

Mit besten Grüßen an DoDo und Interessierte,

euer Micha

Zwangshinweis:
„angefertigt nach einer Nähanleitung von creat.ING[dh]“

¹ = UnFertiges Objekt

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