Nun ist sie weg …

Achje was für eine Odysse für den Käufer meiner Tuxie.
Sicherlich hat er mit dem Kaufpreis nichts falsch gemacht, aber der Transport nach Lübeck gestaltete sich doch sehr problematisch.

Der erste Wagen mit Hänger, blieb in Bremen liegen. Bis die Sache mit dem ADAC geklärt und Ersatz besorgt war, ging Stunde um Stunde drauf.
Als dann ein junger Mann und seine beiden Begleiterinnen endlich bei mir auftauchten, war es kurz nach null Uhr in der Nacht.
Ein Wahnsinn.
Angedacht war eigentlich die Mittagszeit. Man hatte mir mir gesimst das man auf dem Weg sei und es sich noch etwas hinziehen würde. Als sie starteten dachte man noch an halb zehn am Abend … dank des Wetters, hat sich das dann alles unheimlich nach hinten verschoben. In Lübeck schneit es wohl. So sagten es mir die Frauen, während der Fahrer mit den Spanngurten Tuxie festzurrte.
Hier regnet es zwar, aber das ist beim fahren ja okay.

Bis die drei wieder daheim sind, ist es bestimmt halb vier am Morgen.
Mal bloss gut das sie noch so jung sind. In dem Alter hätte mir das nicht wirklich etwas ausgemacht. Begeistert wäre ich allerdings auch nicht gewesen. Schliesslich ist Wochenende. Da möchte man wohl lieber auf der Piste sein.

Ich wünsche ihnen jedenfalls eine gute Heimfahrt und Ankunft.
Und dem Käufer wünsche ich Schraubergeschick und das es mit Tuxie wirklich nicht so schlimm ist.

Hier nochmal ein letzter Blick auf die Maschine, welche mich beinahe 15000 Kilometer weit und immer nach Hause brachte.

 

  *Tränchen wegdrück
  „Mach es gut und nochmals Danke“

Habe ich nun endlich alles beieinander?

Wer mich kennt, kann die Frage mit einem klaren „NEIN“ beantworten, alle Anderen versuche ich abzulenken, indem ich auf die Ersatzteillieferung für Trude verweise.

Heute kam eine Lieferung aus Oldenburg .
Leider ist dort eine neue Batterie bei, die ich beim letzten mal falsch bestellte. Das bedeutet eine Ausgabe für den Paketversand von 6,90€, bevor ich die 34,06€ wieder gutgeschrieben bekomme.
Über 30€ zusätzlich, sind am Monatsende nicht wirklich prickelnd, aber in dem Fall trifft mich die komplette Schuld.

01 Batterie 12V 5,5Ah inkl. Säure SOTEX
02 Verbindungsmuffe
03 Gummizwischenlage für kurze Auspuffanlage
04 Bremshebel, vorne
05 Gummischeibe 12,5x18x3 für Bremsnocken
06 SET – Normteile Vergaserflansch

Kaum zu glauben das diese Kleinteillieferung mit ~50€ zu Buche schlägt.
Theoretisch komme ich nun als Nächstes zum entrosten und neulacken, aber … warten wir mal lieber ab.

Tuxie wird wohl zwischen dem 08. – 10.02.2013 abgeholt.

Während des Tages, war ich mehr als ausreichend damit beschäftigt die Bowdenzüge zu befestigen und neu zu verlegen.
Am Vorderrad habe ich nun auch den Bremshebel ausgetauscht. Obgleich ich den Zug genauso anbrachte wie der bisherige verlegt war, hat dieser nun viel Spiel. Das muss ich mir die Tage nochmal genauer anschauen und eventuell neu verlegen.

Das Vorderrad bremst zwar, hat aber nicht den Biss, wie mit dem alten Bowdenzug.
Sicherheitshalber habe ich mir nochmal angeschaut ob ich das richtige bestellt habe. Laut Rechnung ja.
Ausgetauscht habe ich nun den besagten Bremszug vorne, den Gaszug, den Kupplungszug und den Zug vom Kaltstarter. Den hinteren Bremszug werde ich wohl morgen wechseln, da ich hinten sowieso noch die Kettenspanner anbringen muss. Der linke Kettenspanner ist komplett weggerostet. Ersatz liegt schon hier.

Alle Bowdenzüge haben nun weitaus mehr Spiel als vorher. Mal schauen ob das gut geht und ich es alleine, mit digitaler Hilfe im Forum, hin bekomme. Alle Züge in einer Werkstatt einzurichten und die Maschine fein abzustimmen, kostet bestimmt eine Kleinigkeit. Davon abgesehen habe ich ja bisher keine vertrauensvolle Werkstatt gefunden. Naja. Erstmal selber machen.

Bevor ich den Kupplungszug anbringen konnte, musste der Lima-Deckel wieder drauf.
Leider habe ich noch keine Ersatzschrauben. Da er aber nicht komplett dicht sein muss, reicht es wenn ich die alten Schrauben zunächst handfest drehe.

Da ich sowieso gerade in der Höhe war, wechselte ich auch den unteren Auspuffgummi aus.

Dieses rote Gummi unterhalb kostet ernsthaft über drei Euro. Ich hoffe das hält dann auch mindestens 10Tsd Kilometer. smile

Danach begab ich mich dann an den Ansaugstutzen und den Vergaser. Ein schreckliches Gefummel ist es den Vergaser an dem Flansch festzuschrauben. Wo ansonsten bei der Maschine alles sehr gut zugänglich ist, haben sie dabei entweder spezielles Werkzeug gehabt, oder aber nicht die richtige Idee.
Wie auch immer … eine halbe Stunde später, hatte ich ihn fest und einen dichten Stutzen dazwischen.

Als Letztes habe ich noch die Batterie testweise eingesetzt. Sie ist allerdings noch nicht mit Säure aufgefüllt, sondern nur trocken vorgeladen. Befüllen werde ich sie erst draussen.

Der weisse Kasten unterhalb des Gummis, ist der Glühlampenersatzkasten inklusive Reserve-Halogen und ein paar Sicherungen.

Ich hoffe sehr, dass ich es niemals unterwegs brauche.

Damit ist dann der Tag auch beinahe erledigt.
Am Sitzbezug versuchte ich mich heute auch noch ein paar Mal und probierte verschiedene Möglichkeiten durch. Am wahrscheinlichsten wird es sein, das ich Ösen einfüge und den Bezug unterhalb, mittels langer Schnürsenkel binde. Das letzte Wort ist da aber noch nicht gesprochen.

Morgen geht es also mit der Hinterradbremse weiter und dann muss ich mir mal langsam Gedanken um Rostentfernung und Lackierung machen.

Alles zu seiner Zeit.
Ich bin immer noch (… ein bisschen …) zuversichtlich. laugh

Irgendwann musste es ja so kommen

Vorgestern bekam ich einen Anruf das eine meiner Exen ins Krankenhaus nach Lohne kam. Bakterielle Lungenentzündung war angesagt.
Wie das so ist, fehlt einem Dies und Das an Klamotten, Geld und Technikkram.
Von mir bis nach Lohne sind es um die 75KM, also eine „normale“ schöne
Tour, da sie mich am Dümmer-See vorbei führt (welchen ich mit dem Rollerkollegen „Sani“ bereits umrundete).
Eine Rufnummer fürs Zimmer hatte ich erhalten und somit kündigte ich
meinen Besuch für gestern an. Einen Gang zur Bank müsste ich machen und
ganz wichtig ein Handyladegerät aus einem Technikladen kaufen.

Ich fuhr dann gestern gegen 11:00 Uhr los und gedachte zum Kaffee in
Lohne zu sein. Mit den Besorgungen passt es dann in der Zeit um sich ein
Kuchen zu holen und die Rückfahrt gemütlich anzugehen.

Bis kurz vor Diepholz kam ich als der Vortrieb ausfiel und sich
stattdessen ein schabendes Geräusch bemerkbar machte. Mitten auf der
B51.
Der erste Griff ging zum Schlüssel um den Motor abzuschalten, erst
danach bremste ich ab und lies die Maschine auf den Fussgängerweg
einrollen.
Um mich herum die endlose Weite der norddeutschen Tiefebene und ein paar Bauernhöfe.
15 Meter vor mir war der Nächste und es stand ein PKW davor. Die
Stalltüren waren ebenfalls offen und da es ganz leicht nieselte schob
ich die Maschine zunächst einmal zwischen zwei grosse Bäume auf deren
Hof und hoffte darauf das mich nicht gleich zwei grosse Hunde
zerfleischen. Erfreulicherweise kam kein Hund zu mir und ich richtete
mich erst einmal ein.

Jacke aus. Topcase auf. Werkzeugkoffer geschnappt. Varioabdeckung auf … theoretisch.
Praktisch zog ich zunächst mal meine Lederhandschuhe wieder an, denn ohne konnte ich die Vario nicht anfassen.
Schraube hier und da … und der Deckel lies sich abnehmen.

Das Gewusel darin sind keine Schwalbennester sondern die Reste des Keilriemens.



Hier die weiteren Reste in der Abdeckung

und hier der gesamte „Keilriemen“ in handlich luftiger Form.

Tja … Keilriemen … ich habe zwei Stück zuhause … und den Schlagschrauber und den Drehmomentschlüssel.
Das Varioblockiertool habe ich ja auch nicht passend.

Zunächst einmal die aufkommende Panik unterdrücken und überlegen wen man denn eigentlich anrufen kann.
Viele Leute kommen nicht in Frage, da meine Freunde im Bereich
Düsseldorf leben. Die meisten derer die im Osnabrückerbereich Ansässigen
haben eh kein Fahrzeug … einen Hänger oder Transporter besitzt
niemand … viele sind arbeiten und im ADAC bin ich mangels Kohle nicht.

Mal eben den ADAC zu Hilfe rufen kann ich mir finanziell auch nicht leisten.

Was blieb war der Bauernhof und die Hoffnung auf einen Mopedladen in der Nähe.
Ich überwand mich und klingelte an der Türe. Eine ältere Frau machte
auf, ich schilderte mein Problem und das ich hier gestrandet wäre und ob
es einen Motorradhandel in der Nähe gäbe.
Moment sagte sie und rief ihren Sohn.
Selbiger kam, hörte sich alles an und half.
*wow

Er stellte fest das es ein Roller ist und ich sicherlich eher einen
Rollerhandel bräuchte, da ein Keilriemen dort wohl eher die richtigen
Masse hat.
Yepp, dem stimmte ich zu und merkte mir das schonmal für die Zukunft.
Er brauchte noch eine halbe Stunde, fuhr aber dann mit mir zurück an den
Dümmer zu einem Vespahändler. Gute Idee weil es eine alteingesessene
Firma war, aber leider hatten sie keinen Keiler in der gewünschten
Grösse (mal gut das ich die im Kopf habe, denn das Handbuch schweigt
sich ja aus).
Sie hatten zwar nicht das Ersatzteil aber einen Tipp mit einem weiteren
Händler, der allerdings in Diepholz sitzt. Vorher wurde dort noch von
meinem Fahrer angerufen und gefragt ob er einen Keiler da hat. „Ja hat
er“ und schon ging es wieder los auf die B51 … wieder zurück … an
Haus und Tuxie vorbei und ab nach Diepholz.

Keine 30 Minuten später und eine erste Buchung von 17 Euro auf meiner EC Karte weiter, sass ich mit Keiler an Tuxie.
Eine 17er Nuss und ein Kreuz konnte man mir am Haus ebenfalls zur Verfügung stellen. Da mir das Blockiertool fehlte, musste es heute mal mittels Blockierung durch einen Gabelschlüssel gehen.
Theoretisch kein Problem, allerdings leiden die Zahnräder dabei. Hier
ging es aber nur um eine Notreparatur. Es musste halten um wieder nach
Hause zu kommen.

Ich drückte, zerrte und machte, aber die Mutter bekam ich nicht auf. Keine Chance.
Mein Fahrer, der dabei blieb, schlug dann vor mich vom Diepholzer Händler abholen zu lassen.
Abholen?! Eine gute Idee … wenn mein Konto denn mindestens 200 Euro im Plus wäre.
Ich gab meine Bedenken zum Ausdruck, er meinte aber das es nicht so teuer würde und ich mich da sicherlich einigen könnte.
Nunja … die grosse Auswahl an Möglichkeiten hatte ich nicht. Den neuen
Keilriemen bekam ich so nicht aufgesetzt und die Variomatik muss
sicherlich auch noch von Resten des zerfetzten Keilers befreit werden.
(„Das ich sie allerdings nicht hin und herschieben kann, wundert mich
schon etwas … aber wahrscheinlich liegt nur eine Variorolle quer“)

Mein Fahrer rief also den Händler erneut an und sagte mir das dieser eine Stunde später erscheinen würde.
Alles Bestens.
Damit musste er sich dann auch mal verabschieden, bot mir aber vorher
noch etwas zu trinken an, was ich nicht auch noch in Anspruch nehmen
musste, da ich einen Saft dabei hatte.
Meine Bitte auf kleine Entschädigung in Form einer kleinen Tankfüllung lehnte er (gottseidank) ab.
Er war selber Biker und fuhr einen 800er Kawa Chopper. Schick.
Somit war bei dem ganzen Unglück, das Glück mir dennoch hold.

Um kurz nach zwei kam dann auch der Schrauber mit Transporter und wir fuhren nach Diepholz zur Werkstatt.
Er nahm den Druckluftschrauber … öffnete die Variomutter … entnahm
die Variomatik … schaute und staunte und zeigte mir das Gebilde

Die Variohülse hat sich abgedreht und dadurch den Keilriemen zerlegt.
Durch die nicht mehr eingepasste Hülse hatten sich die Gewichte zerlegt.
Der Anlasser (Freilauf) hat ebenfalls Schaden genommen. Ohne Freilauf könnte ich nicht weiter fahren.

Variomatik und Gewichte hat man im Laden, aber der Anlasser ist speziell und nicht vorhanden.
Stehen lassen wollte man mich aber auch nicht, somit dengelte der
Mechaniker den Anlasser wieder funktionstüchtig (ich war mehr als nur
beeindruckt).
Bevor ich gross arbeiten lies, sprach ich mit dem Chef das meine
EC-Karte wohl bei spätestens 50 Euro Ende sagt, ich aber definitv den
Restbetrag anweisen lasse.
Natürlich ist man nicht begeistert, aber als Chef mit Herz weiss man um die Notlage und hofft darauf das alles gut gehen wird.

Er berechnete mir … unter Abzug des Datums, meiner Ehrlichkeit, seines
grossen Herzens, meiner Notlage und der allgemeinen Grosswetterlage 45€
für Abholen, Mechanikerstunde, Variomatik, Gewichte, dengeln und
Rundumblick.
Damit lies er, ganz bewusst, 5 Euro auf meiner EC Karte damit ich wenigstens noch tanken kann. (Ich war den Tränen nahe …)

Und kurz vor dem Heulen war ich dann als die Karte die Zahlung
verweigerte … also 40 statt 45 … keine Chance … also 30 statt 40
… ich lief vor Scham sicherlich hochrot an, aber die Zahlung wurde
akzeptiert.
Er wollte mich schon verabschieden, als ich um die Daten bat damit ich
den Restbetrag zahlen kann. (Er hätte es wohl dabei belassen … ).
Er machte mir die Rechnung fertig und ich werde die Tage überweisen.

Da ich kurz vor dem Krankenhaus war (20 Minuten entfernt), fuhr ich dann
doch noch zu meiner Ex und konnte ihr noch mit Ladegerät und einem Gang
zur Bank weiter helfen.
Tuxie hört sich seltsam an, scheint nun statt im zweiten im ersten Gang
zu laufen und nicht mehr in den zweiten zu schalten. Endgeschwindigkeit
reine 45KM/h. Aber sie läuft!
Der Rückweg wurde dann anders.
Auf dem Weg durch die Dammer Berge (das sind schon kräftige lange
Steigungen) zuckte Tuxie als ob der Riemen rutschen würde. Die
Endgeschwindigkeit blieb zwar, aber ein Anfahren an einer Steigung war
beinahe unmöglich.

Das Gezucke, das nicht anfahren und das Tuxie auch bei der Abfahrt kaum
Geschwindigkeit aufnahm lies mich schon daran glauben das ich sie im
Wald entsorgen muss und sprach streichelnd und flehend auf sie ein. „Bis
nach Hause bitte!“
Und sie brachte mich nach Hause. Meckernd, Zuckend. Ohne Anzug … aber
ich bin angekommen und nun muss ich das erst einmal verdauen.

VIELEN, VIELEN DANK meinem Retter in der Not (Graftlage 30, 49356 Diepholz).
Natürlich auch der Firma KM-Moto aus Diepholz für die Hilfe in der Not.

160KM Ausfahrt – Schloss Steinfurt – Offlumer See

http://goo.gl/maps/z5wV

Nach einem halbwegs frustigen Gespräch mit meiner Krankenkasse,
bezüglich eines Zahnarztwechsel, bin ich mit Tuxie einfach drauflos
gefahren.
Den Kopf frei bekommen. In Bad Iburg (es war Zufall das ich dort hin
fuhr), nahm ich meinen Navi heraus und schaute mal in meine Favoriten.
Dort sind Ziele eingespeichert wo ich schon war und wo ich noch hin
will. „Schloss Steinfurt“ fiel mir als einer der ersten Einträge ins
Auge.
War ich schon einmal da? Keine Ahnung. (ja ich war, wie ich später
herausfand). Lustlos lange zu suchen, wollte ich einfach nur Kilometer
machen, also geht es halt nach Steinfurt.
Tuxie bekommt auf der Hinfahrt jede Menge Landstrassen Kilometer und kann mal zeigen was sie aktuell bringt.
Bereits zuhause hatte ich mit der Gemischschraube erneut eine halbe
Umdrehung Lust abgedreht, da sie sich noch ab und an verschluckt und ich
ja noch am experimentieren bin.

Die Unterschiede zwischen einem kalten Motor, einem warmen Motor und
einem heissen sind enorm. Ich werde meine Tuxie lediglich auf einen
guten Kompromiss einstellen (können), aber das ist bisher im Ergebnis
besser als das wofür ich bezahlt habe.

Bis Greven lief sie auf der geraden Landstrasse 61KM/h laut Navi. Bis
sie den Wert erreicht braucht sie jede Menge Anlauf. Ich drehe am
Gashahn aber der Schub der entstehen sollte, entsteht nicht. Bis 20 okay
… bis 45 ein Drama … bis 50 etwas besser … und bis 60 dann
kontinuierlich langsam ansteigend. In der Ebene wohl gemerkt. Kommt am
Anfang ein Hügel, dann bin ich schon froh wenn sie 30KM/h erreicht. Also
alles nicht das gelbe vom Ei. Ich gebe aber zu das ich die Kerze noch
nicht wieder gereinigt habe. Und die 9 Gramm Gewichte sollte ich mal
gegen 8 Gramm tauschen. Naja, alles der Reihe nach.

In Greven hatte ich dann wieder eine Streife im Nacken, die mich aber
denn doch weiter fahren liessen. Ob es der Georgsmarienhütter-Aufkleber
war oder einfach nur das miese Wetter, welches mich bereits auf der
Landstrasse in den Regenkombi schlüpfen lies.
Natürlich nicht während der Fahrt in einem tollen Stunt, sondern unter
dem Vordach einer PKW-Werkstatt die ich anfuhr. Die Jungs guckten zwar
etwas verwundert, sprachen mich aber nicht an und liessen mich machen.

Logisch das der Platzregen, nachdem ich alles an hatte, auch prompt aufhörte. Hätte mich auch gewundert wenn nicht.
Mit dem Kombi war es dennoch besser. Das Teil strahlt noch etwas mehr
als meine Warnweste und ich will mir nicht durch klitschnasse Mopedjacke
eine Grippe einfangen. Die Schuhe waren schon nass, die Jeans feucht.
Nun bleibt alles trocken … aber sehr drückend und warm. Egal.

Kaum in Steinfurt angekommen, erinnerte ich mich auch wieder an das
Schloss. Ja da war ich schon. Einen ausgedehnten Besuch im angrenzenden
Schlossgarten hatte ich dort unternommen.
Heute lag mir gar nicht der Sinn danach und ich sattelte, nach einer sehr kurzen Trinkpause wieder auf und fuhr los.

Einer der Wegweiser wies nach Münster. Auch nett. Also nach Münster. Mir
war es eigentlich egal. Nur nach Leer wollte ich nun doch nicht folgen.
Kaum auf der Landstrasse, fing es an zu schütten als müsste ich
unbedingt von dem Weg angehalten werden. Ich lies mich drauf ein und
folgte den Wegweisern statt nach Münster, nach Rheine.
Von dort aus dann halt nach Hause.

Auf dem Weg sah ich einen Wegweiser zum „Offlumer See“. Sagt mir nichts.
Nie gehört. Scheint aber etwas Grösseres zu sein, also fahre ich dort
hin.
Gesagt getan und ein paar Minuten später stellte ich Tuxie auf dem angrenzenden Parkplatz des „Seecafe Offlum “ ab.

Neben dem Seecafe befindet sich sogar eine Ladestation für eBikes.

Obgleich mir der Po bereits nach den siebzig Kilometern schmerzte,
freute ich mich darauf auf der Terrasse diesen Bericht ins Buch zu vorab
zu entwerfen.
Das Cafe ist wirklich vom Feinsten. Sehr gepflegt. Angenehme Atmosphäre.
Bequeme Stühle … und natürlich ein toller Blick auf den See.
Den Rundwanderweg habe ich ausgelassen, da mir der See doch grösser
vorkam als er tatsächlich ist und ich nicht wieder so einen Gewaltmarsch
einlegen wollte wie am Steinhuder Meer.
Ich blieb also sitzen, genoss die Ruhe und die tolle Luft bei einem Milchkaffee.
Da es weiterhin regnet ist sogut wie nichts los. Die Segler sind alle drin. Keine Badegäste. So gut wie keine Wanderer.
Ein Grüppchen von sechs älteren Herrschaften kammen während meines
Aufenthaltes denn doch an und freuten sich ebenso auf einen Kaffee/Tee.
Natürlich durfte ein Stück Kuchen nicht fehlen.
Ich verzichtete mit Blick auf meinen Bauch.

Eine Frau mit einem grossen altdeutschen Schäferhund kam des Weges und strahlte mich an als wenn es kein Morgen gäbe.
Mir war nicht ganz klar ob sie ihrem Wuffi (der wohl gerade erwachsen
war) das Laufen an der Leine beibringen wollte, oder ob sie wegen mir
mehrfach vorbei lief.
Ich bin mal so dreist und behaupte das sie wegen mir Hin und Her spalierte und mich dabei weiterhin anstrahlte.
Zu mehr als zu einem „Moin“ war mir aber nicht zumute, obgleich ich
zugeben muss das sie wirklich hübsch war. Aber schon wieder ne Partnerin
an meiner Seite? Achne.
Mit einem letzten freundlichen Lächeln gab sie dann auf und bog um die
Ecke … und ich genoss wieder den ungestörten Ausblick auf den See.

Wie das so ist … alles Gute geht vorbei … und auch mein Milchkaffee leerte sich recht zügig.
Ein letzter Gang in das sehr saubere, wohlriechende und helle WC des
Seecafe. Den Kaffee wieder ins System zurück gebracht und schon sass ich
wieder in voller Montur auf Tuxie.

Der Rückweg ging dann nicht ganz so zügig … mein Sprit neigte sich dem Ende und sie wurde immer störrischer. Seltsam.
Das Anfahren wurde immer langsamer. Die Endgeschwindigkeit erreichte gerade mal die 50KM/h.
Natürlich war der Motor kochendheiss (und auch die Reifen sind warm
genug um den Regen in den Rillen verdampfen zu lassen), aber so ein
Beschleunigungseinbruch machte mich doch nervös.
Ich fuhr nach Navi gen Heimat und dachte schon das ich in Lengerich
(16KM vor Zuhause) liegen bleibe. Tuxie zuckte und muckte und kam nicht
in Quark.
Obwohl meine Tanknadel bereits im roten Bereich ist, kann ich nicht
nachtanken da ich auf der ganzen Rückfahrt bisher keine Tanke am
Wegesrand hatte. Toller Fisch.
Erst im Nachbarort (3KM vor Zuhause) konnte ich Tuxie dann neu bespritten.
3,8 Liter auf 160 KM = 2,37 Liter / 100 KM der Verbrauch ist also wieder
Bestens. Ich hatte nach dem Einbau des Gaszuges durch die Werkstatt
zuletzt bis zu 3,76 L/100 verbraucht. Da merkte man aber auch das der
Vergaser total verstellt war.

Sooo … das wars mal wieder. Es gibt viel zu tun … trinken wir erst einmal einen Tee.

Tuxie steht

Das wars dann erst einmal. Sie zog ja eh nicht durch, aber heute fiel sie dann komplett ab und verabschiedete auch ihre Vario.
Gottseidank war ich gerade nicht auf Tour, sondern nur 2KM von der
Werkstatt entfernt. Ich schob also Tuxie bis dort und nun bleibt sie da
und wird gemacht.
Kosten? Keine Ahnung … aber eines ist sicher … teuer wird es.

Die kommenden Termine werde ich also mit meinem Bike machen müssen.
Ich bin begeistert.

11111 KM

Ich habs geschaft und konnte die KM Leistung abfotografieren.

Wenn mich Tuxie nicht so viel Kohle gekostet hätte und vernüftig laufen
würde, dann würde ich mich über die elftauseneinhundertelf Kilomiter
sicherlich mehr freuen.
Andererseits habe ich mit und Dank Tuxie überhaupt viele tausend Kilometer erfahren und geniessen können.
Gegenden die mir ohne meine Maschine verschlossen bleiben, lassen mich Tuxie mit so viel Liebe am Leben erhalten.
Besser wäre es zwar wenn ich einen sehr guten Schrauber und
entsprechendes Kleingeld hätte, aber weder Schrauber noch Geld ist in
Sicht.

Wie auch immer … der Frühling muss sich noch durchsetzen damit ich die Variogewichte und das Öl wechseln kann.
Im Sommer muss ich zu Jana und das bedeutet viele hundert Kilometer Fahrt die Tuxie überleben muss.

Kälte und Regenschutz auf dem Moped

Mein Fahrzeug hat lediglich zwei Räder und damit bin ich ganzjährig unterwegs, was Dank Winterbereifung auch kein Problem ist.
Ein Problem ist allerdings kalter Wind und Regen. Die Hände leiden im Winter doch arg.
Der Zubehörhandel hat für dieses Problem sogenannte Lenkerstulpen, welche hier gut zu sehen sind


Dummerweise haben selbige von meinem Hersteller einen langen Schnitt auf
der Unterseite, damit man um die Kabel herum kommt. Die Idee ist nicht
falsch gedacht, aber falsch ausgeführt da dadurch von unten eisig kalte
Luft und Nässe in die Stulpe kommt. Wunderbar entlang der Fingerkuppen
und des Handballen, so das die meiste Wärme wieder zunichte gemacht
wird.


Ich habe mir nun überlegt das ich eine Klappe darüber legen möchte die
in Fahrrichtung festvernäht ist und nach hinten per Klettband
geschlossen wird.
Einfacher Stoff geht aber nicht da es ja Wasserbeständig sein muss.
Reste einer Teichfolie, die ich von den Nachbarn hatte, wurde von mir
als „gute Idee“ auserkoren.
Ich schnitt ein Viereck aus und nähte es in Fahrtrichtung fest. Der
erste Versuch ging daneben da ich einen Geradestich benutzte und damit
lediglich die Folie trennte. Danach nahm ich einen Zickzack, welcher
dann auch beides fest zusammenbrachte.
Auf die andere Seite des Schnittes klebte ich die Filzseite des Klettbandes (selbstklebend) fest.


Um nun den exakten Punkt für das Klett-Gegenstück auf der Teichfolie zu finden, legte ich es auf …


zog die Folie ab, drückte die Folie darauf und nahm beides wieder ab.


Zur Sicherheit habe ich dann beide Klettstreifen noch mit einer einfachen Naht versehen. (Auf dem Foto nur an dem Filz-Klett)


Die zweite Stulpe musste von mir nochmals aufgetrennt werden, da ich die Klappe in falscher Richtung festnähte.
Naja, ich bin halt Anfänger.

Das meine Maschine soviel Material unter das Füsschen bekommt war eine
Sache die mich freute. Das selbige das Material auch noch nähte fand ich
dann doch beeindruckend. Beim nähen musste ich stark ziehen damit das
Material überhaupt vorwärts transportiert, so fest war es darunter.
Ein bisschen Bammel hatte ich vor einer brechenden Nadel und deren
Splitter … aber eine Ledernadel habe ich nicht (sonst habe ich glaube
ich alle Nadeln). Kurz dachte ich darüber nach ob ich eine Jeansnadel
nehme, entschied mich dann aber für die ab Werk verbaute Universalnadel,
welche dann auch ihre Arbeit verrichtete.

Mein Oberfaden ist mehrfach gerissen da er sich am Klett verfing und bis
ich wirklich gerade, gleichmässige Nähte hinbekomme wird es noch etwas
dauern, aber Spass macht es ohne Ende.

Als nächstes muss ich endlich mal meine ebook-Reader-Hülle fertig machen …