Erster Nähtreff im Karl-Leissner-Haus in Hilter

Boahhh, so knapp hinter einander sind Nähtreffs Fluch und Segen zugleich.

Die Anfahrt war für mein kleines, gestresstes und vollbeladenes Moped arg mühsam und langwierig, aber es hat tapfer durchgehalten.
Obgleich ich schon angekündigt hatte nicht zu den ersten zu gehören die eintreffen, war ich es dennoch … und leicht verwirrt weil 15vor10 Uhr noch niemand da war und ich nicht wusste ob ich richtig bin.
Mein Navi hatte für die Strasse leider keine Hausnummer parat und ich stellte mich einfach zwischen einer Kirche und einem Kindergarten.
Es war aber alles richtig … und während wir noch rätselten ob wir nun nach links (Kirche) oder geradeaus zum Haus müssten, kam die Gastgeberin und schickte uns nach rechts. War ja klar. smile

Die Örtlichkeit war gut geheizt, die Sonne tat ihr übriges.
Gegen Mittag wurde es denn auch Zeit die Fenster zu kippen.

Wie immer waren wir alle fleissig. Die Mutter unserer Gastgeberin war mit der „Produktion“ von Voodoo-Püppchen beschäftigt.
So einen Schnitt habe ich schon lange hier liegen und wollte ihn immer mal als Geschenk nähen … aber was ich alles so will.
Eigentlich hatte ich vor ein Projekt mit Wachstuch aus dem neuen Heft zu verarbeiten und vielleicht dann noch eine Wildspitz reparieren, aber weiß der Geier warum habe ich meine Tüte mit Wachstuch und der Wildspitz vergessen.
Dumm gelaufen.

Alternativ dachte ich mir dann das ich einen Leseknochen aus dem letzten IKEA Gewebe mache … zum ausarbeiten wäre ein Stickrahmen aber sinnig gewesen … den ich diesesmal auch nicht dabei hatte.
*Merde
Freihandsticken nur per händischem Strammhalten geht jedenfalls gar nicht. Viel zu anstrengend und unsauber.

Also beliess ich das Gewebe wie es ist und werde es die Tage nach und nach mit Stoffmalfarbe bearbeiten.
Damit mir nicht langweilig wird, habe ich den „Knochen“ allerdings schon mal genäht.
Danach schnitt ich dann eine Wildspitz zu, die eigentlich erneut aus Kaffeepadverpackungen gemacht werden sollte, die ich aber ebenfalls nicht dabei hatte.
Oh Mann, was für ein Tag.

Meinen Erstversuch der Kaffeepad-Wildspitz wird übrigens, entgegen meinem Gedanken, doch von mir täglich getragen und genutzt.
Wie ich nicht anders erwartet hatte ist die Kaffepad-Verpackung von Real als Aussenstoff vollkommen ungeeignet.
Der Papierdruck löst sich langsam aber sicher auf, während sich die Verpackung im Innern (auch beim Kleingeld) gar nicht abreibt oder sonstwie beschädigt wird.
Insgesamt also stabiler und hübscher als erwartet.

Aber zurück zum Treffen:
Ich schnitt dann den beschichteten „Holzdruck“ aus Ikea passend zu und war den Rest des Tages mit dem Portemonnaie beschäftigt.
Leider hatte ich direkt zu Beginn den Auslass für den RV falsch geschnitten. Statt einer schmalen Öffnung konnte ich den RV darin in voller Breite versenken. Es konnte noch so eben (wenn auch nicht sehr glatt) gerettet werden.
Da bin ich mal wieder froh das ich es nicht beruflich mache und neu beginnen muss.

Bei dem vernähen des zweiten RVs tue ich mir immer wieder sehr schwer.
Welche Seite muss nun wo und wie herum an welche Seite des RVs?
Ich brauche dafür immer ne halbe Stunde, bis ich fertig um die Ecke gedacht habe und nicht laufend wieder auftrennen muss, was bei dem beschichteten Stoff, bei Wachstuch und Verpackungen sowieso eine Katastrophe ist, da sie durch das vernähen bereits perforiert werden.

Gegen halb vier waren dann leider die ersten Mädels „Fertig“.
Leider war ich heute nicht der einzige der sein Zeug zuhause vergessen hatte.
Gegen 17 Uhr war dann allgemeiner Aufbruch angesagt. Die Mädels hatten keine Lust zu warten und ich musste zusehen das ich meine Plörren (die sich nun einmal nicht so schnell verstauen lassen, als wenn ich mit einem PKW unterwegs wäre) irgendwie auf die Schnelle noch verstaut bekomme, während ich schon vom Staubsauger „gejagt“ wurde.
Fand ich nicht so toll … aber was will ich machen.

Einen eigenen Nähtreff ins Leben rufen ist mir denn doch zu anstrengend, also beuge ich mich dem „Frauenpower“ ;)

Sooo … bis zum nächsten Treffen am siebten November ist noch Zeit.
Allerdings wird der November auch wieder „hektisch“, weil nach dem Nähtreff Stoffmarkt und dann schon der nächste Nähtreff folgt.
Zwei Wochen „FullPull“. Ich werde es geniessen.

Wie ich da hin komme ist allerdings noch eine grosse Frage, da sich meine Sattelkoffer verabschiedet haben.
Die Riemenhalterung ist unrettbar ausgerissen.

Mein Glück war nur, dass sie erst exakt bei der Einfahrt in meine Mopedabstellkammer rissen, sonst wäre ich nicht ohne Weiteres nach Hause gekommen.

Neue Koffer kosten ein Vermögen, da Polo diese Taschen nicht mehr (oder nur sehr selten) vertreibt. Da werde ich mir also was einfallen lassen müssen … vielleicht sollte ich mal meine Jeans zerschnibbeln, oder die IKEA-Taschen ins Auge fassen zur Weiterverarbeitung … *grübel
Alternativ hoffe ich darauf das mich eines der „Nähmädels“ abholen kann, oder ich mir einen PKW meiner Bekannten ausleihen darf.
Mal schauen was und wie ich das regel.

Eine gute Näh-/Zeit wünschend,
der Micha

*Nachtrag:
Da man den Wunsch geäussert hat das ich bestimmte Personen auch nicht verfremdet veröffentliche, gibt es hier nun nur wenige Bilder (weil sie im Nachhinein entfernt wurden) und zukünftig nur noch leere Plätze zu sehen.

Ich respektiere diesen Wunsch absolut, aber es ist fast unmöglich bei einem Gesamtbild den einen oder anderen dabei auszublenden.
Und auf langes Retouschieren habe ich wirklich keine Lust.

Interessant sind ja letztens auch nur die Gegebenheiten und vielleicht das ein oder andere was ich so fabriziere.

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Noch ein Kordelsäckchen für „Die Siedler von Catan“

Anfang des Monats hatte ich beinahe die Stickerei für das geplante Säckchen fertig, als ich durch eine Unachtsamkeit das Innenfutter feststickte.
Ich entschied dann alles neu zu machen.

Heute nahm ich mir die gerettete Stickerei noch einmal vor und entschied daraus noch ein Säckchen, diesesmal für eine Bekannte, zu nähen.
Einfach aufnähen konnte ich sie allerdings nicht, da die Ränder durch das abschneiden und auftrennen doch sehr gelitten hatten.
Ich entschied mich dann diese hinter einem „Fenster“ zu befestigen.

Den Boden ans Säckchen zu bekommen brachte mich beinahe zur Verzweifelung. Keine Ahnung wie ich das beim letzten Mal gemacht habe, oder ob es genauso knifflig war.
Den halben Tag verbrachte ich mit Überlegungen, zuschneiden und vernähen.

Ich vermelde: Es ist fertig

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Kordel Säckchen für „Die Siedler von Catan“

Meine herzallerliebste, allerbeste Freundin Petra braucht für die Spielfiguren ein Säckchen.
„Es soll so gross sein wie der ebook-Reader (also 7″) und einen Kordelzug haben“ waren ihre Vorgaben.
Eigentlich ist sowas sehr schnell genäht, aber da ich meine Oberstein-Stickerei sowieso in der Gegend abliefern muss, habe ich ausreichend Zeit.

03.10.2012

Ich wählte, als Stoffe, „Bomull“ und „Ditte“ vom Schweden.
Auf Bomull malte ich mir dann ein Motiv mit Stoffmalfarbe vor.

Danach bügelte ich die Ränder, damit ich beim vernähen eine saubere Kante erhalte.

Damit ich einerseits beim sticken nicht alles festpressen muss, nähte ich die Längsseiten aufeinander. Links und rechts lies ich frei, weil ich dachte das ich dann im Nachhinein noch stramm vernähen kann.
Ich hatte nicht bedacht, das ich ja durch beide Stoffe hindurch sticke.
Sollte es sich also verziehen, kann ich sogut wie nichts mehr machen und muss wohl neu beginnen.

Für das erste begann ich, auf der neuen Maschine, die Konturen zu nähen.

Es ist ein ganz anderes Arbeiten, als mit „Paulchen“.
Das langsame Anlaufen. Der ganz anders aufgebaute Fussanlasser. Der Blick auf die Nadel und das gerade liegen des Stickrahmens auf dem Quilttisch.
Alles ist vertraut und dennoch anders.
Es bedarf ein paar Stunden bis ich mit der „Neuen“ vertraut und auf Du&Du bin.

Der erste Versuch war jedenfalls nicht sehr erfolgreich.
Sie produzierte Schlaufen auf der Rückseite.

Das ist zwar noch keine Katastrophe, könnte sich aber noch zu einer auswirken wenn ich erst einmal ins richtige Freihandsticken gehe.
Ich habe nun ersteinmal W6 angeschrieben und um Hilfe gebeten.
Nachher geht es dann weiter.

04.10.2012

Nach einer kurzen Nacht, erreichte mich zum Mittag eine Antwort vom Service.
(Mittlerweile haben wir schon viel miteinander geplaudert das man schon beinahe auf „Du“ ist)
Frau Vogt legte mir nahe das Garn erneut einzuspannen und auf das einrasten des selbigen zu achten.

Ich bin noch einmal alle Punkte durch gegangen. Speziell die Unterfadenspule.
Bei letzterer habe ich mehrfach das Garn eingezogen bis mir klar wurde wannund wie es „klackt“ und wohin der Faden abgelegt werden muss.
Dennoch kam es nicht zum gewünschten Erfolg.

Da ich in der Regel lieber selber tüftel um es verstehen zu können, machte ich mich daran Garn, Nadel (soll die Nadelaufnahme magnetisch sein?) und auchStoff in verschiedenen Szenarien zu testen.
Ergebnis: Kein Erfolg, eine abgebrochene Jerseynadel

Hmmm …. mir fiel ein das ich mit „Paulchen“ (der nun bei einer Bekannten von mir zum testen steht) auch Fadensalat produziere wenn ich den zu bestickenden Stoff nicht sehr fest im Stickrahmen einspanne und ohne Stickfuss arbeite.
Ergo: Stickfuss dran und neu getestet.
Ergebnis: Mit Stickfuss „kein“ Problem.
„Kein Problem“, weil man mit Fuss die Konturen nicht gut erkennen kann.
Ohne Fuss ist es weitaus angenehmer zu sticken.

Durch die Versuche habe ich bereits viel Garn aufgebracht und nicht so dicht gearbeitet.
Somit muss ich das Projekt etwas grober ausfüllen. Fertig ist es noch längst nicht, aber es wird.

05.10.2012

Nun ist es schon wieder am nächsten Tag.
Dafür wird die „Neue“ und ich aber auch von Minute zu Minute wärmer miteinander.
Das dauernde ein- und ausfädeln der verschiedenen Garnfarben, das immer wieder neu ansetzen, das verändern der Stichbreite und das führen des Stickrahmens auf dem Quilttisch tragen positiv dazu bei.
„Paulchen“ hatte ich neun Monate in teilweise sehr intensivem Betrieb. Kein Wunder das alles flotter und „einfacher“ ging.
Ich muss mir das ersteinmal vor Augen führen das ich mir nun wirklich bereits eine „Neue“ zugelegt habe. Es ist immer noch surreal diese Maschine mit dem Quilttisch bei mir stehen zu sehen.
Ich gleite wieder einmal ab …
… zurück ans Projekt.

Für den (für jetzt) letzten Arbeitsgang habe ich das Mettler-Stickgarn in Betrieb.
Ich sollte es mal dem Madeira gegenüber stellen und schauen ob ich damit auch Probleme bekomme.
Bisher kann ich vermelden das es sich einwandfrei versticken lässt.
Es läuft wunderbar durchs Öhr und zerrt auch nicht am Greifer, wie ich es mit dem Madeira auf grösster ZZ-Breite erleben musste.
Für dieses Projekt sind es nur relativ kleine Ecken die ich damit fülle.
Im nächsten kann es dann mal richtig beweisen was es drauf hat.

Und da ihr ja bereits die Vorderseite kennt … hier mal die Rückseite.

Mit jahrzehntelanger Erfahrung einer „angepassten“ Maschine kann das Freihandsticken übrigens so aussehen ~~~klick mich und staune~~~
Ich arbeite daran laugh

… und während ich heute so arbeitete und beinahe als letztes den Weg zu sticken begann, bekam ich einen Anruf.
Eine Bekannte hat wieder einmal Computerprobleme. Genaugenommen waren es keine Probleme sondern ihr Unvermögen die einfachsten Dinge zu erledigen.
Naja … eine halbe Stunde später war meine Ruhe dahin, ihr PC-Problem allerdings erledigt.
Also ging ich wieder zur „Neuen“, schob den Stoff unter den Stickfuss und legte los.
Alles ging gut und am Ende des „Weges“ war ich auch schon wieder ganz entspannt.
Rausziehen, Faden schneiden … und … es war wieder geschehen.
Ich hatte nicht aufgepasst und den Aussenstoff mit festgestickt.

~~~ grmblfx ~~~

Ich schaute es mir an, überlegte ob ich es noch retten kann indem ich das Stück dran lasse und unten neuen Stoff annähe … aber … neee. Das Teil war hinüber.
Ich nahm es und jagte es in den Stoffmülleimer.
Danach gab es erstmal Tee und ne Tafel Schoki.

Zunächst hatte ich überlegt es für heute sein zu lassen, aber es lässt mir ja keine Ruhe. Also fing ich das Ganze nochmal von vorne an.

Nachdem die Vorzeichnung drauf war, kamen die Stoffmalfarben dazu.
Ich versuchte es diesesmal auf nassem Stoff. Keine besonders sinnige Idee, da die Farben nicht genug decken.

Als ich mit der Malerei fertig war und den Stoff gebügelt hatte, nahm ich mir das Testklebevlies und legte es auf der Rückseite an.
Ich musste feststellen das ich trotz Vlies den Stickrahmen benutzen muss. Allerdings verzog sich tatsächlich bisher nichts. Vielleicht hilft es ja doch.
Die ersten Stickereien sind fertig.
Hier mal auf links mit dem Vlies.

Morgen gehe ich dann an das „Grünzeug“. Da wird weitaus mehr Garn verbraucht und recht häufig überstickt, so das die Chance das es sich verzieht ungleich grösser ist.
Lassen wir uns überraschen.

06.10.2012

Während ich mich heute am Grünzeug versuchte, verabschiedete sich eine Organnadel.
Die Spitze hing noch im Faden. Zur Sicherheit trage ich allerdings immer an der Maschine meine Lesebrille. Einerseits sehe ich besser damit, andererseits habe ich Bammel davor das mir so eine Spitze ins Auge jagt.

Nach und nach füllte sich das Bild. Mit dem Stickgarn von Mettler habe ich das Probleme das ich es nicht auf die Garnhalter stecken kann. Es wickelt sich dermassen weich ab das es sich durch das Gerappel im Zickzackstich immer wieder um den Garnhalter wickelt und sich festzurrt. Das war auch der Grund warum die Nadel brach.
Die Spannung auf dem Garn war extrem hoch und bevor dieses riss, zog es die Nadel nach aussen … und das war es dann.
Nachdem ich das Problem erkannte und die Garnrolle hinter die Maschine stellte, gab es auch kein festgezurrtes Garn mehr.
Einen Garnhalter wollte ich mir sowieso aus Holz bauen. Wenn ich beim Mettler bleibe hat das den Vorteil das ich direkt aus dem Sortimentskasten heraus das Garn ablaufen lassen könnte. Ich werde an der Konstruktion ein wenig tüfteln müssen.

Nachdem ich das Bild soweit fertig gestickt habe, brachte ich es auf den Oberstoff auf. Schön langsam mit Geradstich ging es voran. Nachdem ich alle vier Seiten vernäht hatte … wunderte ich mich ein wenig über die Mattigkeit … guckte … schaute … dachte … wunderte mich … und nahm den Nahttrenner zur Hand.
Ich hatte es rechts auf rechts genäht.

~~~ grmblfx ~~~

Ich bin echt der absolute Held an der NäMa.
Wundersamerweise ärgert es mich zwar, aber hält mich nicht im entferntesten davon ab weiter zu machen.
Das vernähen mache ich übrigens rein mit der Handsteuerung. Das sticken mit dem Fussanlasser.

Nachdem alles aufgetrennt, neu gesteckt und wieder neu vernäht war, machte ich die „Neue“ erstmal aus.
Für heute reicht es mal wieder (zumal heute schon wieder morgen ist).

07.10.2012

Es war eine kurze Nacht. Festgebissen in einem netten Chat verflog die Zeit.
Obgleich ich um acht Uhr Formel 1 schauen wollte, machte ich mich um halb fünf ab ins Kissen. Wecker gestellt … Gerappel zur Kenntnis genommen … im Tran Kaffee gekocht … F1 geschaut und wieder ins Bett. Bis um elf. Alles gut.

Für heute war dann die Fertigstellung angedacht. Boden, Seitennaht, Innenfutter und Kordelzug musste noch eingebracht werden.
Das berechnen des Durchmessers war eine Sache. Mein huddeliger Zirkel ist eine andere Sache. Leider war ich nicht wach genug um auf Bleistift und Garn als Ersatz zu kommen. Naja. Es ging zwar, war aber nicht genau. Dadurch hatte ich beim vernähen Aussenstoff „über“. Ich entschied mich für einen kleinen Überschlag im Bodenbereich.

Nachdem ich das Innenfutter mit dem Boden vernäht hatte, ging es an den Kordeltunnel.
Ich habe es noch nie gemacht und mir einfach vorgestellt. Tatsächlich war es für mich alles andere als einfach.
Welcher Stoff muss nun wohin? Klappe ich das Innenfutter direkt mit ein, oder nehme ich nur den Oberstoff? Wie weit klappe ich das ein? Darf das zweimal umgeschlagen werden? Wohin kommen die Ösen? Wie geht das mit den Ösen?

Ihr seht das ich viel zu tun hatte.
Obgleich dieses Projekt ja eigentlich extrem einfach ist (aus der Sicht Geübter).
Am meisten hatte ich wohl mit dem Ausfransen des Ditte zu tun. Ich vernähte den Tunnel zweimal. Einmal um die eingeschlagene Kante zu sichern und danach um den Tunnel festzunähen. Letzterer mit engem Zickzackstich.
Vorher hatte ich die Ösen mit der Prymzange eingesetzt. Für die zwei Ösen habe ich 6 weitere verbraten, da sie nicht halten wollten und ich mir mit der „schönen“ Seite nicht sicher war.

Viel Fummelei später wurde Petras Siedlersäckchen dann endlich fertig.
Ich wäre mit der ersten Stickerei (die ich erstmal aus dem Stoff-Mülleimer gerettet habe) glücklicher gewesen.
Dennoch bin ich froh wieder tausend neue Sachen (und meine „Neue“) kennen gelernt zu haben.

Eine gute Zeit wünschend,
der Micha

Nachtrag: 09.10.2012
Nachbearbeitung des Himmels mittels Stoffmalfarbe

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Freihandstickerei – Ansicht von (Idar-)Oberstein, um 1875 nach einem Ölgemälde von „van Prouyen“

Seit meiner Rückkehr aus Düsseldorf habe ich zwei „Aufträge“ zu erledigen.
Ein Spielesäckchen mit Kordel wünscht sich meine Freundin für „Die Siedler“.
Das Andere ist ein „Danke“ von mir an ihre Schwiegereltern die in ihrer Herzensguten Art für mich immer etwas ganz besonderes darstellen.
Leider hat es die Beiden nun böse erwischt. Er kämpft mit offenen Beinen und sie hat der Krebs erwischt.
Das Alter und die Krankheiten lassen den Lebensfaden kürzer werden … und auch wenn ich Ihnen schon oft mündlich Danke sagte, möchte ich es mit dem Projekt nochmals intensiver sagen.
(Ein Danke bei Kaffee und Kuchen ist etwas anderes, als wenn man überraschend ein Geschenk erhält)

Beide leben bei Düsseldorf. Sie ist zugezogen (damals …) und kommt gebürtlich aus der Pfalz.
Somit habe ich mein Motiv nach Herkunft gewählt.
Wie der Ort heisst? Nun, das sollt ihr dann im Nachhinein sagen (und bitte erst wenn es fertig ist).

Wenn ich gut gearbeitet habe, ist es für Pfälzer und Touris gleichermassen erkennbar (wenn man schon mal da war).
Wenn nicht … mache ich es neu.

Die Gesamtgrösse beträgt 27x27cm, wovon am Ende allerdings nur noch 23x23cm zu sehen sein werden. Der Rest wird um einen Träger gesteckt.

Gestern pauste ich die Vorlage durch und bemalte grob, mit Stofffarbe, die Konturen nach.
Danach wurde gebügelt um den Stoff trocken zu bekommen und die Farbe zu fixieren.

Mir fehlen nun definitv eine Menge Farbtöne beim Garn, die ich nachkaufen muss.

Ein erster Blick

24.08.2012

Gestern noch ein paar Stiche gesetzt und festgestellt das ich von der Vorlage arg abweiche.
Ausserdem fehlen mir jede Menge Braun und Grüntöne.

Heute habe ich dann erneut angesetzt und träume von einer unbegrenzten Farbauswahl.
Ich habe schon nachgeschaut. Der Spass würde mich 800€ kosten. Fällt also aus wegen „Istnicht“.
Ich werde am Dienstag den Rahmen mitnehmen und mir in der Stadt noch ein paar passende Farben kaufen.

Blautöne habe ich wohl genug. Ich weiss allerdings noch nicht ob ich Wasser und/oder Himmel überhaupt besticke.
Ich werde es adhoc entscheiden.

Obwohl ich es aus Erfahrung wissen müsste habe ich den Fehler begangen den Stoff bereits zuzuschneiden, statt ausreichend Fleisch daran zu lassen.
Nun bekomme ich das Gesamtbild nicht ordentlich in den Stickrahmen, beziehungsweise zum Teil gar nicht.
Naja, schlimmsten Falls muss ich nächste Woche nochmal ansetzen.

25.08.2012

Hin und her gerissen bin ich. Gerne würde ich mit den „richtigen“ Farben weiter sticken und mich Zentimeter für Zentimenter voran arbeiten.
Es fehlen mir viele Garnfarben im Bereich Grün, Braun und Widererwarten auch im Blau.
Beim arbeiten mit Farbe und Pinsel genügt mir schlimmstenfalls ein Ton, den ich dann aufhellen oder abdunkeln kann. Beim Garn kann ich an der Farbe nichts mehr ändern.
Wirklich negativ ist das auch nicht, da man so durch daneben legen von dunkleren bzw. helleren Farben das Auge betrügen kann. Allerdings muss so etwas eingeübt werden und letztenendes wäre es mir lieber wenn der Betrachter auch von nahem die unterschiedlichen Garne wahrnehmen kann.
Warum ich nicht „einfach“ die Garne nachkaufe? Schliesslich ist heute noch Samstag und die Geschäfte haben in der Stadt offen.
Ja, haben sie … aber es nähert sich auch das Monatsende und die Kosten des letzten Urlaubs haben schon wieder alle Reserven verbraten.
Ich habe zwar noch Geld für zwei Wochen, aber am Montag ein Essen mit Freunden. Das gibt es nicht umsonst. Am Dienstag ist dann mein fünf Euro Kinotag (wie jeden Dienstag) und das Konto füllt sich erst wieder am kommenden Freitag.

Nächsten Monat wollte ich die eiserne Sparbremse ziehen … für die kommende Stromnachzahlung und für Paulchens Nachfolger, die W6 N 3300. Ausserdem brauche ich noch ein paar Spulen und ich möchte den Kordelfuss (für eine bis zu drei Kordeln).
Für den Preis einer Stickgarn-Komplettausrüstung kann ich mir 4 neue Maschinen kaufen. Ein Wahnsinn. Zudem das Ganze ja nur ein Hobby ist.

Nunja, ich habe heute die Zeit soweit herausgezögert das in ein paar Minuten die Läden sowieso schliessen und ich nicht mehr über neues Garn nachdenken brauche.
Über den Tag hinweg bestickte ich ein Teil des Wassers und der Häuser.

Mal schauen ob ich heute Abend den Spannrahmen nochmal versetze und soweit es geht weiter mache.

29.08.2012

Dienstags ist immer mein Kinotag. Diesesmal verband ich die Fahrt in die Stadt mit dem Kauf von farbigen Garn und einem Paket Doppelösen-Nadeln.
Die neuen Nadeln brauche ich zwar im Moment nicht, möchte sie aber mal testen.

Beim Garn habe ich lange gesucht bis ich Farben hatte die so in etwa passen. Eine davon hatte ich bereits zuhause. Mal schauen ob ich sie nächsten Dienstag gegen eine andere Farbe eintauschen darf.
Wenn nicht … auch nicht schlimm.

Jedenfalls konnte ich heute die Arbeit ein grosses Stück vorwärts bringen.

13.09.2012

Die letzten Tage war ich privat zu stark eingespannt um mein Projekt zuende zu bringen. Unglaublich wie sehr mir die Arbeit mit „Paulchen“ fehlt.
Heute gab ich dem Ganzen ein paar letzte Stiche.

Übernächste Woche werde ich es wohl fertig stellen.

23.09.2012

Die letzten Tage war es einerseits im Privatbereich recht stürmisch, andererseits hat mich die Stickerei zur Verzweifelung getrieben.
Bei den letzten Strichen, zog sich ein Teilbereich in der unteren linke Ecke zusammen. Ich versuchte es vergeblich auszubügeln.
Entweder hatte ich den Stoff zu fest eingespannt, oder aber ein paar Unterfäden mit eingearbeitet.
Jedenfalls beulte sich das Bild dadurch an allen Seiten nach oben.
Frust pur.

Die Ränder habe ich mit einem dunkelblauen Stoff abgenäht und das Ganze dann auf Keilrahmen aufgebracht.
Die Wölbung konnte ich durch hinterlegung mit Vlies und dem festen Bespannen ausgleichen.

Zufrieden bin ich jedoch nicht wirklich.
Bevor ich das Ganze aber neu mache, will ich es erst noch ein paar Tage auf mich wirken lassen.

der Micha

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