Die Einbringung der zweiten Version von „der Steg“ in einer „Casablanca“

Moin meine lieben LeserInnen,

nachdem ich nun gestern die beiden Freihandstickereien präsentieren konnte, blieb ja die Frage offen wie man eine dermassen gewellte Freihandstickerei „unterbringen“ kann.

Darüber habe ich mir eine Woche einen Kopf gemacht, viele Ideen ausgebrütet und wieder verworfen.
Darunter auch die Idee dieses für eine Stricknadelrolle/Stifterolle zu verwenden. Ja sogar als Aussenstoff für eine Geldbörse dachte ich nach.
Von der Biegung her wäre das schon gegangen, aber so oder so hätte man kaum bis nie das Ganze gesehen und DIN A4 ist auch nicht gerade das kleinste wenn man zum Beispiel an eine Geldbörse denkt.

Da wir aber nicht nähen, sticken, stricken oder häkeln um es dann in einer Innentasche verschwinden zu lassen, musste etwas anderes her.
Die Frage war halt nur was. Eine Taschenklappe wurde als gute Anregung von Pia René gepostet, aber auch mit viel Hin und Her halten, überlegen, vorzeichnen und Schnittmusteranschauungen kam ich nicht auf einen geeigneten Nenner für die Umsetzung.

Da ich mir die ersten beiden Bücher „Tolle Taschen …“ gekauft hatte, nahm ich sie mir zum stöbern mal wieder vor und blieb dann bei der „Beuteltasche Casablanca“ hängen.
„Ja, damit könnte es gehen wenn ich Hier und Da etwas verändere.“

Eine Menge Schnittmusterteile waren vorzubereiten und mein Buttinette-Rollschneider brachte mich wieder einmal an den Rand der Verzweiflung. Ich habe auch einen von Snaply der etwas besser ist, aber letztlich bin ich mit den Rollschneidern insgesamt nicht zufrieden. Nach ein paar Einsätzen werden mir die Klingen zu schnell stumpf- Das ist mir zu teuer, das nervt.

Okay, irgendwann war der Stapel Gewebe und Vlies dann auch mal fertig und entsprechend der Auflistung im Buch beschriftet.
(Sonst blicke ich da im Nachhinein nicht mehr durch). smile

Ich benutze übrigens für Taschen Schabracke und (auf den Bildern nicht zu sehen) Bodenwischtücher vom „Tedi“.

Nachdem Oberstoff, Mittelstreifen und Innenstoff vernäht waren ergaben sich bei mir doch ernste Zweifel an meiner Farbwahl ;)

Doch wie und wo arbeite ich nun die Freihandstickerei ein?
Irdendwie muss das Ding auf oder hinter den Oberstoff. Allerdings so, das man meinen Stickfehler nicht mehr sieht und es sich beim tragen möglichst nicht total „verknittert“.
Als ich es auflegte konnte ich mir die Umsetzung erst einmal so gar nicht vorstellen.
Wie soll das halten? Was mache ich mit den Falten?

D R A M A

 

Ich entschied mich dann es als hinterlegtes Bild einzusetzen.
Was aufgrund der (Ver)Zugkraft alles andere als einfach war.
Ausserdem hatte ich Bammel das es nachher schief sitzt. Also wurde wieder getüftelt, fest geklemmt, markiert, verworfen und neu überdacht.
Doch die Zeit der Präsentation rückte näher und ich musste es nun einfach darauf ankommen lassen.

Das schaut zwar nun locker und als einfache Lösung aus, war es aber ganz und gar nicht.
Ein bisschen stand ich mir dabei auch mal wieder selbst im Weg, aber der Neueinstieg ins Nähen und Sticken ist halt dann doch nicht so einfach wie man meint.

Nun. Einmal drin war jetzt eh nichts mehr zu ändern und ich vollendete die Tasche (bei der mir weitere grobe Fehler unterliefen).
Notiz an mich: „Lesen, nochmal lesen, verstehen, darüber nachdenken und dann erst Nähen!!!“ *Kopfditsch

Warum sich der Reissverschluss bei der Innentasche trotz mehrmaligem messen, markieren, nachmessen und korrigieren dennoch an der falschen Stelle befindet wird sich mir definitv für alle Zeiten verschliessen. Ich weiß nicht was da falsch lief. Ich kann nur sagen das es vielleicht schon ein wenig spät in der Nacht war.

Die Tasche nahm, trotz weiterer Fehler, nun Gestalt an und war beinahe fertig …

Vorgesehen ist am Ende das einschlagen von 4 Ösen und dem Durchlauf einer Kordel mit Stoffquasten.
Ich finde das auf dem Bild im Buch zwar sehr schön, aber ich habe mit den Metallösen schon zu oft alles versaut (gingen wieder auf oder rissen aus) so dass ich mich nicht daran getraut habe.
Aber offen lassen wollte ich sie auch nicht.
Ein Reissverschluss hätte mir gefallen … aber dafür war es nun zu spät … *überleg *grübel …
Es dauerte einen weiteren Tag bis ich mich entschloss ein Knopfloch zu nähen und somit die Tasche schliessen zu können.

Vorweg übte ich aber erst noch einmal mit und ohne Unterlegfaden.
(Das üben war eine gute Idee!)

Wie so oft machte das automatische Schneidemesser der W6 mal wieder Probleme und ich hatte bei dem Projekt drei Mal die Stichplatte ab um die Maschine wieder gangbar zu bekommen.
Ich weiß nicht wie das bei den neuen Modellen gelöst wurde (oder ob sich da überhaupt etwas geändert hat) aber das Messer ist eines der grössten Schwachpunkte der W6 Maschinen.

Man sieht auf dem Bild dass das Messer die Fäden „gefressen“ hat und damit weiteres Arbeiten verhindert.
Vorsichtig alles ausbauen, auspinseln und absaugen, dann läuft es in der Regel wieder.

Nun hatte ich dann irgendwann mein Knopfloch auf der Rückseite der Tasche (als Schutz gegen das öffnen von vorne durch Taschendiebe), aber mein Knopfproblem war immer noch nicht gelöst und viel Zeit hatte ich auch nicht mehr.
Somit holte ich mein Lieblingsmoped aus der Abstellkammer und fuhr in die Stadt.
Die Aussentemperaturen hatte ich dabei arg unterschätzt und kam bei der Wollperle in Osnabrück mit eisekalten Händen an.
Aufgrund der grossen Auswahl (neben Wolle) an Knöpfe war ich mir sicher das ich dort etwas finden würde.
So war es auch. Allerdings war ich über den Preis von 2,95€ für einen dooVen Knopf mal wieder geschockt.
Ich muss mich mal kundig machen wie ich selber zu ein paar Kilo „Mischware“ komme, damit mir so etwas nicht wieder passiert.

Entschieden und per Hand angenäht habe ich mich dann für diesen hier …

Sooo … damit ist das Projekt Endlich-Wieder-Freihandsticken mehr oder weniger erfolgreich durchlaufen und ich habe jede Minute, trotz Gefluche und Rückschläge genossen.

Hier noch einmal die Beuteltasche nachdem sie ihre erste Befüllung (bis oben hin) beim Aldi erhielt.

 

Und damit verabschiede ich mich erst einmal in das nächste Projekt, welches rein zeitlich auch schon hart an der Grenze ist.
Verstickte Grüße sendend,
der Micha

PS für die liebe Pia René:
So leid es mir tut werde ich wohl auch beim Osterprojekt in Monat-für-Monat nicht teilnehmen können. Bitte halte es dennoch bei, damit ich dann doch einmal teilhaben darf.

Die Auflösung der Challenge – „der Steg“ (Nebelwand) von Stefan Weiss als Freihandstickerei

Moin ihr Lieben,

viel Zeit ging ins Land … und doch war es nur ein Augenzwinkern um das von Stefan Weiss (ZEITBLICK-FOTO) für uns bereitgestellte Bild in eine Freihandstickerei umzusetzen.

Zwei Mal habe ich dieses Bild gestickt … und beide Male war ich nicht zufrieden.
Für ein drittes Mal fehlte mir die Zeit und letzten Endes fehlen mir die unterschiedlichen Stickgarnfarben.
Doch auch wenn die Farben da wären, fällt mir auf das mir die Erfahrung fehlt.

Nun, ich will die Kunst nicht zu sehr schmälern denn letztendlich ist es mir doch gelungen alles in einen vernüftigen „Rahmen“ zu bringen.

Damit ihr nicht zwischen den Artikeln Eins und Zwei hin und her springen müsst, kommt hier also noch einmal die Vorlage die Christiane und ich zur Verfügung gestellt bekamen.

Wie ich ja schon im ersten Artikel schrieb verlor ich beim sticken mit der Zeit das Gesamtbild aus dem Auge.
Somit fiel die erste Umsetzung ein wenig sehr „frei“ aus.
Und nun dürft ihr es also betrachten … meine erste Freihandstickerei nach über zwei Jahren reiner Zeitverschwendung als Supporter für W6-Wertarbeit.

— Zwischenzeile um es wirken zu lassen ;)

Wie schon erwähnt habe ich mich nach diesem Bild erneut an die Maschine gesetzt.
Dabei ist mir ein böser Anfängerfehler unterlaufen.
Ich hatte zu Beginn ein Fadennest aufgebaut welches das Gewebe zusammenzog. Wie ich schon schrieb wird so ein Verzug mit der Grösse des Bildes Reihe für Reihe immer schlimmer und liess mich somit einzelne Reihen nur noch mit dem Einsatz von Muskelkraft beenden, die ich brauchte um das Gewebe auseinanderzuhalten während die Maschine arbeitete.
Spaß hat das keinen gemacht und je mehr sich das Bild bog und sträubte und Falten warf, desto mehr war ich versucht aufzugeben.

Hier mal ein Blick von der Seite, damit ihr euch vorstellen könnt was ich mit „Ausbeulen und Falten werfen“ so meine …

Man muss dazu wissen das die Stickerei aufgrund ihrer Dichte extrem hart und fest ist.
Somit kann man sich glaube ich gut vorstellen das es viel Arbeit ist aus diesem Gewebe eine glatte Oberfläche zu sticken nur in dem man die Falten Stück für Stück auseinander drückt.

Nun denn. Ich hatte es ja schon im zweiten Artikel beschrieben.
Kommen wir nun also endlich smile zur Auflösung.

Hier noch einmal die Vorlage:

und nun dürft ihr schauen was „der Micha“ daraus erstellt hat:

… und morgen folgt der Artikel wie das zweite Bild verarbeitet wurde.

Ich danke hiermit nochmals der Stefan Weiss von Zeitblick-Foto für die freundliche Erlaubnis sein Bild umsetzen zu dürfen, ohne das er vorher eine Arbeit von mir gesehen hat.
Ebenso danke ich sehr Christine Küchel von Dalin-Sali für die Chance mit ihr eine gemeinsame Herausforderung bestreiten zu dürfen und das sie mir somit die Möglichkeit geboten hat wieder intensiv ist diese wunderbare Kunstwelt abzutauchen.
Auch meinen vier Freunden Petra, Elke, Kerstin und Annemarie danke ich sehr für die Vorabbetrachtungen und ihre unverblümte Meinung dazu (um die ich dringend bat), die es ermöglicht haben das ich mich doch noch einmal dran gesetzt habe und es auch zum Ende brachte.

Doch letzten Endes danke ich euch meine lieben MitleserInnen und KommentatorINNen für euer Mitzittern, eure Neugier, eure Zeit die ihr mit mir hier verbringt und die meine Arbeiten nicht nur im dunklen Zimmer vergehen lassen.
Vielen Dank für eure Geduld mit mir.

Mit einer tiefen Verbeugung vor euch verabschiede ich mich für heute und würde mich freuen wenn wir uns morgen wieder lesen.
der Micha

Gestickt wurde Freihand mit Geradstich und mit IsaCord Stickgarn von Amann.