Leseknochen – Erdnusskissen – Spieleknochen und Teststickerei — Die Maschine glüht.

Moin ihr Lieben,

nicht dass ich in der letzten Zeit nichts gemacht hätte. Ich kam nur nicht dazu auch noch den Blog zu füllen.

In den vergangenen Wochen passierte unglaublich viel ungeplantes in meinem Privatleben und gleichzeitig lag eine Teststickerei für UNICATA an.
Eigentlich sollte es schnell über die Bühne gehen (schliesslich habe ich als Rentner genug Zeit zur freien Verfügung) aber wie das manchmal so ist im Leben < stark begonnen, stark nachgelassen >.
ich musste leider Pia René mehrfach vertrösten, was mir mit Ablauf der Zeit von Mal zu Mal peinlicher wurde.

Letztlich waren die anderen Teststickerinnen dann um einiges schneller als ich und Pia blieb bei ihrer offiziellen Vorstellung nur noch übrig einen Hinweis darauf zu hinterlassen dass ich mein Projekt nachreiche.
Nunja, manche Dinge kann man nicht ändern, ich hoffe aber das euch meine Umsetzung als Grundlagen-Idee gefällt.

Zunächst einmal wurden UNICATAs Spielkartensymbole auf meiner W6 N 6000 vorgestickt.
Die Motive bieten sich an daraus Hüllen, Boxen, Taschen zu gestalten.
Da ich gerne in meinem Leben etwas Neues ausprobiere, wurde bei mir Angelas Peanuts Lesekissen dafür zweckentfremdet.

Nach dem Ausdruck kam der Zuschnitt des Kissens, der im Stoffbruch gut zu erledigen war.

Die vier Seitenteile waren schnell gemacht.
Für meinen Gedanken an ein Spielekissen brauchte ich allerdings nun meine Stickereien, die ich mit Stoff hinterlegen wollte.

Der Einsatz dieses Gewebes war eine meiner dümmsten Ideen. Das Gewebe ist für Übergardinen sicherlich gut geeignet, zur Verarbeitung in einem Projekt, wo es zu Spannung kommen kann, war es vollkommen unbrauchbar.
Bereits beim vernähen rippelten sich die Kunstfasern auf und es war kurz davor, dass es mir die gesamte Stickerei vernichtet.

Ich schweige nun mal lieber darüber, wie oft ich verschiedenste Stiche drüber legen musste, damit das Zeug da bleibt, wo ich es haben wollte. Schön ist anders, aber was will man machen.

Irgendwie musste ich die Aussenkante nach dem Wenden vernähen.
Da das Innengewebe sich dabei aber nur aufribbeln würde, habe ich beschlossen Schrägband einzusetzen (wurde auch Zeit meine Schrägbandformer und den Schrägbandfuß endlich wieder einzusetzen.
Natürlich habe ich kein fertiges Schrägband, also Zuschnitt und dann ab damit durch die Former (ich gebe dem Gewebe vorab noch Sprühstärke).

Danach kam das Band dann in den Schrägbandfuss und nach den ersten Stichen liess ich das Gewebe mitlaufen.
Selbst darin verhielt es sich sehr störrisch, wurde aber letzten Endes bezwungen.

Ich brachte dann nach und nach die Taschen auf zwei der vier Seitenlagen an und versuchte darauf zu achten, dass sie farblich passend eingesetzt wurden.

Ich nähte dann ein Seitenteil mit Taschen, an ein freies Seitenteil rechts auf rechts.

Nach dem wenden konnte man dann schon gut schauen wie sich das Gesamtgebilde wohl entwickeln würde.
Bis es soweit ist, mussten allerdings noch zwei meiner geliebten Krakris geschlachtet und ausgenommen, sowie die offene Naht per Hand geschlossen werden.

Ja … und dann war es soweit und ich kann euch endlich (!) die fertige, wenn auch nicht fehlerfreie, Umsetzung des neuen Stickmotiv Satzes von UNICATA zeigen.

Die nächste Umsetzung würde oder werde ich anders machen, insgesamt bin ich damit allerdings ganz zufrieden und freue mich auch, es endlich Pia René präsentieren zu dürfen.

Schrägbandformer … Chinalieferung … perfekter Preis

Das habe ich hier her … dauerte knapp anderthalb Wochen.
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© bei Bobo_Household

Für 7,98€ inklusive Versand bekommt man kaum eines der nützlichen Hilfsmittel, geschweige denn ein Viererset.
Ich brauche Schrägband sicherlich am laufenden Meter, aber bevor ich wieder Schrägbänder auf dem Bügelbrett mit Stecknadeln herstelle, ist das sicherlich die einfachere Methode.

Eine weitere beinahe kostenfreie Methode wurde mir mit diesem Link ans Herz gelegt.
Dazu braucht ihr ein einfaches Plastikmesser, ein Bügeleiesen, Stecknadeln, einen Haarglätter und natürlich entsprechende Gewebestreifen.
Es geht damit vielleicht nicht ganz so komfortabel und nur in einer Grösse, aber wenn mal gerade nichts anderes zur Hand ist, finde ich die Idee Klasse.

Wer jedoch Schrägbänder Meterweise herstellen will … dem hilft der automatische „Bias Tapemaker“ von Simplicity.
Eine Maschine die eure Schrägbänder am Stück herstellt.

Tolle Sache, die allerdings auch einen stolzen Preis hat.
Der „einfache“ für Falz- und Quiltbänder kostet derzeit um die 90€.
Wer mehr will und auch Kederband herstellen möchte, legt zur Zeit um die 140€ auf den Tisch.
Für mich rechnet sich das gar nicht, aber toll finde ich das trotzdem.

Nun muss ich nur noch endlich mal wieder was sinnvolles nähen.
Natürlich mit Schrägband. smile

Lasst es euch gut gehen.
euer Micha

Ein Schlafanzug für „Paulchen“

Eigentlich müsste ich an einem Bild von Idar-Oberstein hängen, aber ich fand keine passende Vorlage.
Nachdem ich ein paar Ausdrucke probiert hatte und nicht zufrieden war, nahm ich mir zunächst einmal das Nachtgewand meiner w6 1235/61 (kurz „Paulchen) vor.
Der Plastikstrampler welcher mitgeliefert wurde, ist mir nicht hübsch genug.

Da ich bereits im Vorfeld meinem Paulchen einen passenden Anstrich gab, musste das Gewand auch noch angepasst werden.

Ich begann damit die Plastikhülle auszumessen und den Stoff mit 1cm NZ vorzubereiten.
Danach wurde dann auf einer Längsseite die Vorlage aufgebracht, in den Stickrahmen eingespannt und los ging es.

Gestickt wurde mit der Nähmaschine im „Freihandsticken“. Dazu wird mit oder ohne Stickfuss, im Längs- oder ZickZack-Stich das Motiv gefüllt indem man den Stickrahmen per Hand vorsichtig unter der Nadel bewegt.

Damit mir nicht wieder der überstehende Stoff unter den Rahmen gerät, hatte ich zu Beginn Tischdecken-Beschwerer daran geklipst. Da man die Gewichte zur Seite legen muss ist es zwar hilfreich, würde aber dennoch nicht verhindern das man sich eine Stoffkante unter den Rahmen zieht.

Bei diesem Projekt versuchte ich mich an vielen neuen Dingen.
So auch an den Einsatz der Zwillingsnadel. Die W6 N 1235/61 hat eine Stichbreite von 5mm. Damit lassen sich zwar auch 4mm breite Zwillingsnadeln nutzen, aber nur im Geradestich. Ich wollte jedoch das Ergebnis auch mit ZickZack und bei Zierstichen sehen. Somit nahm ich eine 2mm Zwillingsnadel. Das würde dann auch bei grösster Breite passen.

Die Einfädelhilfe konnte ich dabei nicht einsetzen, so das ich mit Brille und „tief durchatmen“ das Garn durch beide Öhre brachte. In dem Moment wusste ich die Einfädelhilfe erneut zu schätzen.

Ich nähte damit dann die fünf Teile der äusseren Hülle zusammen. Mit einem Geradestich und der Zwillingsnadel. Hat mir sehr gut gefallen und stellte auch beim Rückwärtsnähen kein Problem da.

Nun war eigentlich angedacht das ich die äussere Hülle auf die mitgelieferte Plastikhülle vernähe. Soweit die Theorie.
In der Praxis habe ich mich da wohl einerseits vermessen und zum zweiten fand ich keinen Ansatz wie ich das miteinander vernähe ohne das mir das Plastik einreisst.
Als drittes fiel mir der fehlende Stand und Schutz auf, sodas ich neu plante und eine innere Hülle zurecht schnitt.
Vlies habe ich zwar da, bin aber mit der Anwendung nicht vertraut genug als das ich es an meine Stickerei lassen würde, ausserdem ist es kein Volumenvlies.
Somit war es dann der beste Augenblick um die Sache mit den Bodenpflegetüchern zu testen. Ich kaufte in „Tedi“ noch ein paar Pakete und machte mich dann ans Werk. Innenfutter und Bodentücher zuschneiden und auf Links zusammen nähen.
Danach wurde dann das Innen- mit dem Aussenfutter auf Links verbunden.

Mein Paulchen hatte ganz schön zu kämpfen (und ich auch). An den Ecken hatte ich bereits von der Aussenhülle 4 Lagen Stoff. Nun kamen noch ein Bodentuch und an den Ecken zwei weitere Lagen Stoff hinzu. Somit hatte ich dann bis zu 7 Lagen unter dem Fuss. Die Maschine hatte Kraftmässig weniger zu kämpfen, aber mir rutschten die Lagen laufend nach links unter dem Nähfuss weg so das ich teilweise zerren musste.
Das kostete mich eine Nadel die mit einem lauten Klong auf die Stichplatte aufschlug und mir um die Ohren flog. Schon das vierte Mal das ich eine Nadel auf die Platte aufschlagen lies ohne das mir Paulchen das übel nimmt.

Nachdem ich beide Seiten vernäht hatte, ging es an den Ausschnitt für den Tragegriff.
Wie macht man sowas? Ich fummelte und dachte und probierte … und kam letzten Endes zu der Erkenntnis das es einfach wäre wenn ich oben einen einfachen Schnitt mache, das Innenfutter mit dem Bodentuch jedoch breiter ausschneide, sodas ich danach den überstehenden Stoff von oben an die Innenseite des Innenfutters versäumen kann.

Theorie. Nett gedacht, funktionierte aber nicht da nicht genug Stoff zum umschlagen da war und mir immer wieder wegrutschte.
Ich entschied mich dazu die Kante erst einmal zu heften damit sie mir nicht wegrutscht wenn ich mich an einem Schrägband versuche.
Schrägband? Genau.
Den Fuss habe ich erst seit Kurzem und bisher noch nicht getestet. Zeit wirds. smile
Zunächst einmal kämpfte ich mit dem seltsamen Fuss.
„Wo gehört hier was hin und wenn Ja warum?“ „Ahhh“ „Neee“ „Ohhh“ „Ach“
Nachdem ich das System verstanden habe, nahm ich meinen 1 Meter Testschrägband, friemelte es unter Zuhilfe einer Stecknadel bis unter der die Nadel, legte ein Stück Teststoff in die Aussparung am Fuss und lies die Maschine machen.

Das macht Spass. Genauso viel wie die Arbeit mit dem Rollsaum.

Dennoch kann ich das bei der Aussparung an „Paulchens Schlafanzug“ nicht anwenden.
Zuviel Stoff. Da passt das Schrägband nicht drum.
Ich bügelte mir aus dem Stoff ein eigenes „Schrägband“, wechselte Fuss und Nadel wieder gegen Universal aus und vernähte mit viel „Zusammenhalten von Stoff und Band“ die Umfassung.

Es gibt Vieles was bei dem Projekt falsch lief und was nicht so schön wurde wie ich es mir erhoffte. Etwas besser wäre es gewesen wenn ich von Beginn an Aussenfutter, Tuch und Innenfutter miteinander hätte vernähen können. Das hätte sicherlich saubere und nicht ganz so dicke Nähte ergeben.

Andererseits habe ich dabei unglaublich viel Neues gelernt, was sich in den weiteren Projekten positiv auswirken wird.
Bei meinen dazugekauften Füssen waren ein paar der Meinung das man das nicht braucht.
Ich gebe euch teilweise recht. Sie sind nicht notwendig um sauber nähen zu können, aber sie erleichtern doch einiges und machen zudem Spass. ;-)

Achja … Paulchen … ich habe ihn schlafen geschickt … in seinem neuen dicken Schlafanzug.

… und falls jemand den Namen vergisst …

„Träum was Süsses“,
sagt der Micha