Wildspitz beinahe die Dritte

Die letzten drei Tage verbrachte ich damit die Geldbörse „Wildspitz“ von farbenmix erneut zu nähen.
Die erste und letzte hatte ich im Februar letzten Jahres genäht und ist bei mir im Dauereinsatz (auch wenn sie nicht ganz gerade wurde).

Da ich gerade so viele hübsche Stöffchen habe und für „meine Mädels“ sowieso nähe, bot es sich an dieses Schnittmuster noch einmal zu versuchen.

Das Unterverzeichniss auf Platte suchen, den Ausdruck rauskramen und Stöffchen zusammen suchen, machte schon mal den halben Tag aus.
Danach ging es dann ans studieren des Ganzen.
Ganz ehrlich? Es ist so undurchsichtig, unklar und chaotisch wie beim ersten Mal.
Ohne Videos bin ich restlos aufgeschmissen.

Allerdings bin ich auch mit den drei Videos und einem weiteren vom „Haus mit dem Rosensofa“ erst einmal komplett und dann nochmals an zwei Stellen gescheitert.

Ich weiß nicht was ich mir dabei gedacht hatte, aber ich hatte zunächst einmal die „kleine“ Wildspitz zugeschnitten und (falsch) zusammen genäht. Bei „klein“ dachte ich mehr an Scheckkartenbreite, weniger daran dass die Wegnahme von 4cm eigentlich gar nichts ändert ausser dass man die Kartenfächer nicht unterteilen kann.
Steht sogar in der Anleitung.
Habe ich natürlich überlesen und mich danach gewundert.

Tja, da passt nichts mehr hinein. Also Wildspitz Zwei in Ablage P.

Mache ich halt noch eine. Vom EDV-Stöffchen habe ich eigentlich genug da, also nehme ich den, statt den Blümchenstoff von Ikea.

Das erneute Drama der vielen Versuche die Anleitung und Videos zu begreifen und dass dauernde Vermessen erspare ich euch.
Locker von der Hand geht es mir jedenfalls nicht.

Aber wie heisst das so schön „Das Ergebnis zählt“.
Auch diesesmal habe ich sie wieder etwas krumm geschaffen und ein paar Fehler „eingebaut“. Vielleicht gelingt mir ja beim zehnten Versuch mal eine richtig tolle Wildspitz.

Der Stoffdruck gefällt mir jedenfalls sehr gut.

Was man der Geldbörse ja lassen muss: Es passt richtig viel rein. Im hinteren Scheinfach habe ich mal mein 5″ Smartphone rein gelegt. Es passt komplett hinein und hat noch Luft nach oben und zur Seite.

Was soll ich euch sagen?
Spaß macht es wohl nur den Wenigsten dieses Schnittmuster zu nähen und zu falten, aber wenn es dann mal fertig ist und man es wahrscheinlich sogar besser als ich genäht bekommen hat, dann ist das eine tolle (aber sehr große) Geldbörse.

Einen schönen Abend wünschend,
der Micha

Michas erstes Shirt

Wie ich die Tage schon schrieb, habe ich mir zur Schnittmustererstellung ein Set mit Reverslineal bestellt.
Das ist auch gut angelegtes Geld, dennoch fand sich noch ein Schnittmuster welches für mich brauchbar ist.

Bei „verflixt & zugenäht“ wurde ich fündig.
Eigentlich ist es Schnittmuster für einen Herrenpullover, der aber auch abwandelbar für ein Shirt ist.

Quelle und Urheberrecht bei:
Martina Goerke von „verlixt und zugenäht“ unter http://www.schneidern-naehen.de

Ich wollte auf keinen Fall Ärmel an dem Shirt, also liess ich sie einfach weg.
Da es mein erster Versuch in Sachen Alltagskleidung ist, hat die Herstellung ein paar Stunden mehr gebraucht. Insgesamt habe ich wohl in den drei Tagen, knappe 10 Stunden vom Zuschnitt bis zur Fertigstellung gebraucht.
Einerseits fehlt mir ein vernüftiger Zuschneidetisch und andererseits fehlt mir die Übung. Bis ich mal alles markiert und zugeschnitten habe … bis ich dann alles abgesteckt und vernäht habe … das dauert halt.
Aber wie man weiß wird alles was man bei dem Hobby macht, mit der Zeit besser und schneller.

Zunächst einmal habe ich das Schnittmuster ausgedruckt, zusammengeklebt und zurechtgeschnitten.

danach wurde das Schnittmuster, in der passenden Grösse auf mein Schnittmusterpapier übertragen. Ich muss wohl nicht erwähnen das ich leider XL brauche. Das liegt aber nicht am Schnittmuster, sondern an meinem dicken Bauch, der sich gebildet hat seitdem ich mit dem rauchen aufgehört habe.
Leider oder gottseidank. Es sind halt zwei Seiten der Medaille.

Ich habe dann das Gewebe einmal gefaltet und das Schnittmuster mit der „Stoffbruch“ Beschriftung an die Faltkante gelegt.

Da die Nahtzugabe bereits im Schnittmuster enthalten ist, konnte ich das Gewebe direkt knappkantig zuschneiden.

Letztlich musste es zweimal gemacht werden. Eine Vorder- und eine Rückseite.
Leider reichte der Batikstoff nicht mehr, den ich von meiner Trigema Bestellung hatte, für beide Seiten.
Letztenendes finde ich es aber gar nicht mal so falsch, da die Zeiten wo ich noch hennagefärbte Dreadlocks hatte und in gebatikten Klamotten umher lief, doch schon lange vorbei sind.

Die Schulternähte habe ich mit einem einfachen Gradstich und dem Standard-Zickzackfuß vernäht.

Dann wurde der Halsbund auf 2cm abgesteckt.
Der Batikjersey wellt sich leider sehr stark, so dass das Abstecken doch eine grössere Qual war.

Da ich mich noch nicht traute die Nähte mit der neuen Overlock zu machen, benutzte ich die Zwillingsnadel in Verbindung mit dem Obertransportfuss.

Eigentlich lief es sehr gut, aber die Führung von Jersey ist mir noch nicht ins Blut übergegangen, so dass sich beim vernähen zweimal der Stoff im unteren Bereich nach oben verschob.
Ich habe zwar aufgetrennt und neu vernäht, aber offensichtlich nicht die Arbeit nicht gut gemacht.
Somit ist der Bund also nicht einwandfrei.

Die Sache mit den Meistern die vom Himmel fallen trifft also wieder einmal zu … was mich nicht sonderlich beeindruckt, weil es nur ein Hobby für mich ist.
Ich liebe die Arbeit an der Maschine und mit meinen Projekten zwar, aber das ist für mich kein Grund mich aufzuregen wenn etwas daneben geht.

Als Nächstes schloss ich dann die Seitennähte. Ich blieb dafür bei der Zwillingsnadel und dem Obertransportfuss.

Das Ergebnis sieht dann so aus.
Wohlgemerkt ist das EIN Shirt mit zwei verschiedenen Gewebe (das wurde in der Facebook-Gruppe teilweise nicht verstanden).

Ich hoffe euch gefällt es und ihr seid zufrieden mit mir smile
Ausserdem hoffe ich, das meine Abwandlung Martina Goerke gefällt, der wir dieses tolle Schnittmuster zu verdanken haben.

Alles Gute euch und euren Maschinen wünschend,
der Micha

Schnittmuster für Herren … neeee geht gar nicht

Es ist leider so das nicht nur die Modewelt der Damen hübscher, bunter, vielfältiger ist, sondern auch die Auswahl der Schnittmuster schier unbegrenzt scheint.
Das ist gut.

Überhaupt nicht gut ist die Modewelt für Männer. Eigentlich gibt es nur zwei Richtungen: Entweder total ausgeflippt und fern von gut und böse oder aber strikt konservativ. Es gibt nur zwei Farben … entweder quitschiger Regenbogen für einen Auftritt beim CSD, oder halt grau. Grau gibt es aber wirklich jeder Nuance.
Toll. Ich bin sowas von abgetörnt … geht ja gar nicht.
Ich nähe zwar und unterhalte mich gerne mit homosexuellen … ich gehe auch gerne in Schwulenbars, weil man da seine Ruhe hat … aber ich bin eine Hete durch und durch. Kurz: Ich brauche keine knackig bunten Röcke, aber auch keine dunkelgrauen Jacken.

Da ich mich beim abnehmen der Maße meines eigenen Shirts ziemlich blöde angestellt habe und mir auffiel das ich die Sache nicht nur falsch anging, sondern mir auch ein paar passende Schnittformer fehlen, habe ich tief in meine Geldbörse geschaut und dem Echo ein Schnippchen geschlagen, indem ich einfach am PC bestellte smile

Es ging mir speziell um den sogenannten Reverswinkel.
Da dieses Set aber kaum mehr kostet als die billigste Variante des Reverswinkels alleine, habe ich wieder einmal gerne bei Stoffe-Zandarino bestellt.

Das Material aus dem die Lineale sind, kann man als festen Schaumstoff bezeichnen. Nicht optimal, aber wenn man damit vorsichtig umgeht halten sie hoffentlich. Wenn nicht, muss ich mit dem Versender mal etwas diskutieren.
Ich bin aber zuversichtlich.

Und damit mein Tag noch schöner wird, kam gleichzeitig meine W6 Bestellung bei mir an.
Nachschub für mein Stickgarnkiste smile

Es füllt sich nach und nach. Noch ca. 80€ und ich habe alle Stickgarne von W6.
Das wird wohl noch 3 Monate dauern (weil ich mir kaum mehr leisten kann), aber das macht ja nichts.

Der Winter kann kommen. Ich habe dann bald genug für die Weiterführung der Freihandstickereien.

Bis dahin führe ich die Facebook W6 Selbsthilfe Gruppe weiterhin sicher durch die Unwegbarkeiten ihrer Maschinen und lerne bei Heidi den Umgang mit der Software Stitch & Sew 2.0.

Einen schönen Tag oder eine gute Nacht wünschend,
der Micha