Ich habe schon wieder Damenbesuch. „Charlotte“ ist auf Durchreise

An so einem wunderbaren Frühlingstag kann man doch gar nicht anders, als sich an Stoff und NäMa zu setzen.

Jedenfalls nahm ich heute meine Stoffe, suchte mir einen gelben Gardinenstoff und einen leichten Baumwollstoff heraus, stellte das Bügeleisen parat und legte mir die Schneidematte auf den Tisch.
Mein Buch „Taschen nähen leicht gemacht“ wurde aus dem Regal geholt und ein Schnitt gesucht.
Eigentlich wollte ich was neues ausprobieren, aber andererseits hatte ich bei dem Erstversuch mit meiner Charlotte nicht wirklich punkten können. Dort hatte ich den Reissverschluss falsch herum angenäht. Schön dusselig.

Im Buch reizte mich eine grosse Umhängetasche.
Aber Vlies habe ich keines mehr da.
Ich sollte sowieso besser noch einmal üben wie man Reissverschlüsse näht und halbwegs gerade Nähte produziert.
Somit schlug ich die Seite mit dem Täschen „Charlotte“ erneut auf. Wiedereinmal wird mein Schnitt nicht genau. Wahrscheinlich ziehe ich zu sehr am Stoff. Ober- und Unterstoff sind nicht deckungsgleich.
Mich verwundert es ein wenig, da ich meine Vorlage mit Kreide umrande und dann entlang der Linien schneide. Theoretisch kann dabei gar nichts verkehrt gemacht werden … ich schaffe es dennoch.

Diesesmal klappte das abstecken und das bügeln sehr viel besser. Die Übungsstunden an der Maschine machen sich bemerkbar. Die Angst schwindet und die Arbeiten werden logischer.

Wie die Tasche genäht wird habe ich ja beim letzten Versuch schon beschrieben.

Somit kann ich heute kurz und knapp und mit richtig herum eingesetztem Reissverschluss die neue „Charlotte“ präsentieren.

Leider sind mir beim abnähen die Ränder verrutscht so das ich mehrmals auftrennen musste. Daraus resultierten dann unterschiedlichen Höhen in den Seitennähten.
Es gibt schlimmeres …

Mir gefällt die „Neue“ und sie findet sicherlich den Weg zu meinem Töchterchen.

Einen schönen Frühling wünschend,
der Micha

Erste Tasche mit Reissverschluss nach Schnitt „Charlotte“

Achje … das ist alles sooo kompliziert wenn man bei Null anfängt.
Die Bücher die ich mir die Tage kaufte finde ich Spitze, aber was hilft das beste Buch und die beste Maschine wenn man keine Übung hat und auch nicht als Meister vom Himmel fiel?
(es macht aber trotzdem weiterhin Spass)

Doch von Anfang an.
Als ich mir das nähen als neues Hobby aussuchte, dachte ich dabei an die Herstellung von Taschen zum verschenken, Hüllen für mein ebook-Reader und an textile Kunst.
Nach meiner Hülle für den ebook-Reader wollte ich mich dieses mal an das nähen von Reissverschlüssen versuchen. Soweit so gut.
Im ersten „Taschen“-Buch fand ich dann das Modell „Charlotte“. Eine eckige Schlampermappe mit RV. Zwar Schwierigkeitsstufe 2 (von 3 möglichen), aber darauf konnte ich keine Rücksicht nehmen.

Der Schnitt wurde mit Pauspapier und Rädchen auf Papier übertragen. Danach wurde das Wachstuch ausgeschnitten. Ein erster Versuch mit dünnem Stoff für innen wurde verworfen und stattdessen ein alter Jeansstoff verwendet. (Alle meine Versuche werden mit geschenkten alten Stoffen oder/und ganz billigen Stoffresten genäht).

Ein paar Tage überlegte und überprüfte ich dann die Sache mit dem Reissverschluss. Mir war überhaupt nicht klar wie man da eine ordentliche Kante hinbekommt und wie man Ober- und Unterstoff vernäht.
Auch heute war mir das alles noch unklar. Das Buch ist zwar gut geschrieben, aber wenn man so gar keine Ahnung hat dann ist es halt doch zu schwierig.
Egal. Der Stoff war geschnitten und ich war heiss auf darauf mit der NäMa zu arbeiten.
Ich nähte zunächst einmal die Kante des Innenstoff um und schnitt dann das überstehende, so gut ich das konnte, sauber ab. (Im Bild noch vor dem abschneiden)

Den Innenstoff nähte ich dann mittels Geradestich an den RV an. Der Ausstenstoff (das Wachstuch) musste ich ja auch noch befestigen, was ich dann mittels Zickzack bewältigt habe.

Danach wurden die Aussenkanten vernäht (und ich stellte bereits dabei fest das alles nicht so wirklich passt). Der RV war etwas zu lang (30cm stand im Buch und das habe ich auch gekauft).

Nachdem das Mäppchen in Form gebracht wurde, mussten die übrigen vier Nähte vernäht werden.
Das Wachstuch war an den Enden kürzer als der Jeansstoff, obwohl ich beides so gut ich es konnte, nach Schnittvorlage ausschnitt. Mit der Vorlage passte der Stoff auch, warum es nun Lücken gab wird wohl daran liegen das ich beim nähen etwas verziehe (glaube ich). Wie auch immer, die Aussenkanten vernähte ich mit mehreren Zickzackstichen um die Stofflücken zu schliessen. (Sehr unschön).

Nach viel Hin und Her, bekam ich es letztlich dennoch fertig … und wollte es auf rechts drehen.

Ich Depp. Die ganze Zeit habe ich es vor Augen. Am Anfang dachte ich mehrfach darüber nach wie herum es denn nun liegen muss … und dann sowas … ich habe den RV mit der falschen Seite eingenäht.

Der Zipper ist nun innen (und kann nicht mehr verkratzen).
Boah neee … ich könnte mich … und wenn ich kein absoluter Anfänger wäre würde ich mich auch…

Nun ist es halt passiert … und ich glaube nicht das ich es noch mal auftrenne, sondern diese Peinlichkeit so belasse und in ein paar Jahren deswegen rote Wangen bekomme (weil ich es dennoch zeigte).

„Charlotte“ erhält für heute erst einmal den Status beendet.

Zum Grössenvergleich:

Ich habe bei dem Ganzen folgendes zum ersten Male gemacht und daraus gelernt:
1) Übertragen eines Schnittmuster ohne Grössenveränderung.
2) Nähen nach Schnittmuster und Buchvorgabe.
3) Vernähen eines RV. Dabei muss ich beim Nähtreff mal fragen wie man es richtig macht (das würde mir hier nun nicht viel helfen, da ich bereits die Anleitungen durchgeschaut habe). Ebenfalls muss ich meinen Kopf beim nächsten RV nochmal zusätzlich zusammenhalten damit mein Zipper beim nächsten Male oben ist.
4) Das bei grossen Garnspulen, der Unterfaden mitten in der Arbeit weg ist.

Sooo … nun mache ich erst einmal die Hülle auf die NäMa und schaue mir die Tage ein neues Projekt aus den Büchern aus.

Alles Gute wünscht euch,
der Micha