160KM Ausfahrt – Schloss Steinfurt – Offlumer See

http://goo.gl/maps/z5wV

Nach einem halbwegs frustigen Gespräch mit meiner Krankenkasse,
bezüglich eines Zahnarztwechsel, bin ich mit Tuxie einfach drauflos
gefahren.
Den Kopf frei bekommen. In Bad Iburg (es war Zufall das ich dort hin
fuhr), nahm ich meinen Navi heraus und schaute mal in meine Favoriten.
Dort sind Ziele eingespeichert wo ich schon war und wo ich noch hin
will. „Schloss Steinfurt“ fiel mir als einer der ersten Einträge ins
Auge.
War ich schon einmal da? Keine Ahnung. (ja ich war, wie ich später
herausfand). Lustlos lange zu suchen, wollte ich einfach nur Kilometer
machen, also geht es halt nach Steinfurt.
Tuxie bekommt auf der Hinfahrt jede Menge Landstrassen Kilometer und kann mal zeigen was sie aktuell bringt.
Bereits zuhause hatte ich mit der Gemischschraube erneut eine halbe
Umdrehung Lust abgedreht, da sie sich noch ab und an verschluckt und ich
ja noch am experimentieren bin.

Die Unterschiede zwischen einem kalten Motor, einem warmen Motor und
einem heissen sind enorm. Ich werde meine Tuxie lediglich auf einen
guten Kompromiss einstellen (können), aber das ist bisher im Ergebnis
besser als das wofür ich bezahlt habe.

Bis Greven lief sie auf der geraden Landstrasse 61KM/h laut Navi. Bis
sie den Wert erreicht braucht sie jede Menge Anlauf. Ich drehe am
Gashahn aber der Schub der entstehen sollte, entsteht nicht. Bis 20 okay
… bis 45 ein Drama … bis 50 etwas besser … und bis 60 dann
kontinuierlich langsam ansteigend. In der Ebene wohl gemerkt. Kommt am
Anfang ein Hügel, dann bin ich schon froh wenn sie 30KM/h erreicht. Also
alles nicht das gelbe vom Ei. Ich gebe aber zu das ich die Kerze noch
nicht wieder gereinigt habe. Und die 9 Gramm Gewichte sollte ich mal
gegen 8 Gramm tauschen. Naja, alles der Reihe nach.

In Greven hatte ich dann wieder eine Streife im Nacken, die mich aber
denn doch weiter fahren liessen. Ob es der Georgsmarienhütter-Aufkleber
war oder einfach nur das miese Wetter, welches mich bereits auf der
Landstrasse in den Regenkombi schlüpfen lies.
Natürlich nicht während der Fahrt in einem tollen Stunt, sondern unter
dem Vordach einer PKW-Werkstatt die ich anfuhr. Die Jungs guckten zwar
etwas verwundert, sprachen mich aber nicht an und liessen mich machen.

Logisch das der Platzregen, nachdem ich alles an hatte, auch prompt aufhörte. Hätte mich auch gewundert wenn nicht.
Mit dem Kombi war es dennoch besser. Das Teil strahlt noch etwas mehr
als meine Warnweste und ich will mir nicht durch klitschnasse Mopedjacke
eine Grippe einfangen. Die Schuhe waren schon nass, die Jeans feucht.
Nun bleibt alles trocken … aber sehr drückend und warm. Egal.

Kaum in Steinfurt angekommen, erinnerte ich mich auch wieder an das
Schloss. Ja da war ich schon. Einen ausgedehnten Besuch im angrenzenden
Schlossgarten hatte ich dort unternommen.
Heute lag mir gar nicht der Sinn danach und ich sattelte, nach einer sehr kurzen Trinkpause wieder auf und fuhr los.

Einer der Wegweiser wies nach Münster. Auch nett. Also nach Münster. Mir
war es eigentlich egal. Nur nach Leer wollte ich nun doch nicht folgen.
Kaum auf der Landstrasse, fing es an zu schütten als müsste ich
unbedingt von dem Weg angehalten werden. Ich lies mich drauf ein und
folgte den Wegweisern statt nach Münster, nach Rheine.
Von dort aus dann halt nach Hause.

Auf dem Weg sah ich einen Wegweiser zum „Offlumer See“. Sagt mir nichts.
Nie gehört. Scheint aber etwas Grösseres zu sein, also fahre ich dort
hin.
Gesagt getan und ein paar Minuten später stellte ich Tuxie auf dem angrenzenden Parkplatz des „Seecafe Offlum “ ab.

Neben dem Seecafe befindet sich sogar eine Ladestation für eBikes.

Obgleich mir der Po bereits nach den siebzig Kilometern schmerzte,
freute ich mich darauf auf der Terrasse diesen Bericht ins Buch zu vorab
zu entwerfen.
Das Cafe ist wirklich vom Feinsten. Sehr gepflegt. Angenehme Atmosphäre.
Bequeme Stühle … und natürlich ein toller Blick auf den See.
Den Rundwanderweg habe ich ausgelassen, da mir der See doch grösser
vorkam als er tatsächlich ist und ich nicht wieder so einen Gewaltmarsch
einlegen wollte wie am Steinhuder Meer.
Ich blieb also sitzen, genoss die Ruhe und die tolle Luft bei einem Milchkaffee.
Da es weiterhin regnet ist sogut wie nichts los. Die Segler sind alle drin. Keine Badegäste. So gut wie keine Wanderer.
Ein Grüppchen von sechs älteren Herrschaften kammen während meines
Aufenthaltes denn doch an und freuten sich ebenso auf einen Kaffee/Tee.
Natürlich durfte ein Stück Kuchen nicht fehlen.
Ich verzichtete mit Blick auf meinen Bauch.

Eine Frau mit einem grossen altdeutschen Schäferhund kam des Weges und strahlte mich an als wenn es kein Morgen gäbe.
Mir war nicht ganz klar ob sie ihrem Wuffi (der wohl gerade erwachsen
war) das Laufen an der Leine beibringen wollte, oder ob sie wegen mir
mehrfach vorbei lief.
Ich bin mal so dreist und behaupte das sie wegen mir Hin und Her spalierte und mich dabei weiterhin anstrahlte.
Zu mehr als zu einem „Moin“ war mir aber nicht zumute, obgleich ich
zugeben muss das sie wirklich hübsch war. Aber schon wieder ne Partnerin
an meiner Seite? Achne.
Mit einem letzten freundlichen Lächeln gab sie dann auf und bog um die
Ecke … und ich genoss wieder den ungestörten Ausblick auf den See.

Wie das so ist … alles Gute geht vorbei … und auch mein Milchkaffee leerte sich recht zügig.
Ein letzter Gang in das sehr saubere, wohlriechende und helle WC des
Seecafe. Den Kaffee wieder ins System zurück gebracht und schon sass ich
wieder in voller Montur auf Tuxie.

Der Rückweg ging dann nicht ganz so zügig … mein Sprit neigte sich dem Ende und sie wurde immer störrischer. Seltsam.
Das Anfahren wurde immer langsamer. Die Endgeschwindigkeit erreichte gerade mal die 50KM/h.
Natürlich war der Motor kochendheiss (und auch die Reifen sind warm
genug um den Regen in den Rillen verdampfen zu lassen), aber so ein
Beschleunigungseinbruch machte mich doch nervös.
Ich fuhr nach Navi gen Heimat und dachte schon das ich in Lengerich
(16KM vor Zuhause) liegen bleibe. Tuxie zuckte und muckte und kam nicht
in Quark.
Obwohl meine Tanknadel bereits im roten Bereich ist, kann ich nicht
nachtanken da ich auf der ganzen Rückfahrt bisher keine Tanke am
Wegesrand hatte. Toller Fisch.
Erst im Nachbarort (3KM vor Zuhause) konnte ich Tuxie dann neu bespritten.
3,8 Liter auf 160 KM = 2,37 Liter / 100 KM der Verbrauch ist also wieder
Bestens. Ich hatte nach dem Einbau des Gaszuges durch die Werkstatt
zuletzt bis zu 3,76 L/100 verbraucht. Da merkte man aber auch das der
Vergaser total verstellt war.

Sooo … das wars mal wieder. Es gibt viel zu tun … trinken wir erst einmal einen Tee.

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