Noch ein Kordelsäckchen für „Die Siedler von Catan“

Anfang des Monats hatte ich beinahe die Stickerei für das geplante Säckchen fertig, als ich durch eine Unachtsamkeit das Innenfutter feststickte.
Ich entschied dann alles neu zu machen.

Heute nahm ich mir die gerettete Stickerei noch einmal vor und entschied daraus noch ein Säckchen, diesesmal für eine Bekannte, zu nähen.
Einfach aufnähen konnte ich sie allerdings nicht, da die Ränder durch das abschneiden und auftrennen doch sehr gelitten hatten.
Ich entschied mich dann diese hinter einem „Fenster“ zu befestigen.

Den Boden ans Säckchen zu bekommen brachte mich beinahe zur Verzweifelung. Keine Ahnung wie ich das beim letzten Mal gemacht habe, oder ob es genauso knifflig war.
Den halben Tag verbrachte ich mit Überlegungen, zuschneiden und vernähen.

Ich vermelde: Es ist fertig

Kordel Säckchen für „Die Siedler von Catan“

Meine herzallerliebste, allerbeste Freundin Petra braucht für die Spielfiguren ein Säckchen.
„Es soll so gross sein wie der ebook-Reader (also 7″) und einen Kordelzug haben“ waren ihre Vorgaben.
Eigentlich ist sowas sehr schnell genäht, aber da ich meine Oberstein-Stickerei sowieso in der Gegend abliefern muss, habe ich ausreichend Zeit.

03.10.2012

Ich wählte, als Stoffe, „Bomull“ und „Ditte“ vom Schweden.
Auf Bomull malte ich mir dann ein Motiv mit Stoffmalfarbe vor.

Danach bügelte ich die Ränder, damit ich beim vernähen eine saubere Kante erhalte.

Damit ich einerseits beim sticken nicht alles festpressen muss, nähte ich die Längsseiten aufeinander. Links und rechts lies ich frei, weil ich dachte das ich dann im Nachhinein noch stramm vernähen kann.
Ich hatte nicht bedacht, das ich ja durch beide Stoffe hindurch sticke.
Sollte es sich also verziehen, kann ich sogut wie nichts mehr machen und muss wohl neu beginnen.

Für das erste begann ich, auf der neuen Maschine, die Konturen zu nähen.

Es ist ein ganz anderes Arbeiten, als mit „Paulchen“.
Das langsame Anlaufen. Der ganz anders aufgebaute Fussanlasser. Der Blick auf die Nadel und das gerade liegen des Stickrahmens auf dem Quilttisch.
Alles ist vertraut und dennoch anders.
Es bedarf ein paar Stunden bis ich mit der „Neuen“ vertraut und auf Du&Du bin.

Der erste Versuch war jedenfalls nicht sehr erfolgreich.
Sie produzierte Schlaufen auf der Rückseite.

Das ist zwar noch keine Katastrophe, könnte sich aber noch zu einer auswirken wenn ich erst einmal ins richtige Freihandsticken gehe.
Ich habe nun ersteinmal W6 angeschrieben und um Hilfe gebeten.
Nachher geht es dann weiter.

04.10.2012

Nach einer kurzen Nacht, erreichte mich zum Mittag eine Antwort vom Service.
(Mittlerweile haben wir schon viel miteinander geplaudert das man schon beinahe auf „Du“ ist)
Frau Vogt legte mir nahe das Garn erneut einzuspannen und auf das einrasten des selbigen zu achten.

Ich bin noch einmal alle Punkte durch gegangen. Speziell die Unterfadenspule.
Bei letzterer habe ich mehrfach das Garn eingezogen bis mir klar wurde wannund wie es „klackt“ und wohin der Faden abgelegt werden muss.
Dennoch kam es nicht zum gewünschten Erfolg.

Da ich in der Regel lieber selber tüftel um es verstehen zu können, machte ich mich daran Garn, Nadel (soll die Nadelaufnahme magnetisch sein?) und auchStoff in verschiedenen Szenarien zu testen.
Ergebnis: Kein Erfolg, eine abgebrochene Jerseynadel

Hmmm …. mir fiel ein das ich mit „Paulchen“ (der nun bei einer Bekannten von mir zum testen steht) auch Fadensalat produziere wenn ich den zu bestickenden Stoff nicht sehr fest im Stickrahmen einspanne und ohne Stickfuss arbeite.
Ergo: Stickfuss dran und neu getestet.
Ergebnis: Mit Stickfuss „kein“ Problem.
„Kein Problem“, weil man mit Fuss die Konturen nicht gut erkennen kann.
Ohne Fuss ist es weitaus angenehmer zu sticken.

Durch die Versuche habe ich bereits viel Garn aufgebracht und nicht so dicht gearbeitet.
Somit muss ich das Projekt etwas grober ausfüllen. Fertig ist es noch längst nicht, aber es wird.

05.10.2012

Nun ist es schon wieder am nächsten Tag.
Dafür wird die „Neue“ und ich aber auch von Minute zu Minute wärmer miteinander.
Das dauernde ein- und ausfädeln der verschiedenen Garnfarben, das immer wieder neu ansetzen, das verändern der Stichbreite und das führen des Stickrahmens auf dem Quilttisch tragen positiv dazu bei.
„Paulchen“ hatte ich neun Monate in teilweise sehr intensivem Betrieb. Kein Wunder das alles flotter und „einfacher“ ging.
Ich muss mir das ersteinmal vor Augen führen das ich mir nun wirklich bereits eine „Neue“ zugelegt habe. Es ist immer noch surreal diese Maschine mit dem Quilttisch bei mir stehen zu sehen.
Ich gleite wieder einmal ab …
… zurück ans Projekt.

Für den (für jetzt) letzten Arbeitsgang habe ich das Mettler-Stickgarn in Betrieb.
Ich sollte es mal dem Madeira gegenüber stellen und schauen ob ich damit auch Probleme bekomme.
Bisher kann ich vermelden das es sich einwandfrei versticken lässt.
Es läuft wunderbar durchs Öhr und zerrt auch nicht am Greifer, wie ich es mit dem Madeira auf grösster ZZ-Breite erleben musste.
Für dieses Projekt sind es nur relativ kleine Ecken die ich damit fülle.
Im nächsten kann es dann mal richtig beweisen was es drauf hat.

Und da ihr ja bereits die Vorderseite kennt … hier mal die Rückseite.

Mit jahrzehntelanger Erfahrung einer „angepassten“ Maschine kann das Freihandsticken übrigens so aussehen ~~~klick mich und staune~~~
Ich arbeite daran laugh

… und während ich heute so arbeitete und beinahe als letztes den Weg zu sticken begann, bekam ich einen Anruf.
Eine Bekannte hat wieder einmal Computerprobleme. Genaugenommen waren es keine Probleme sondern ihr Unvermögen die einfachsten Dinge zu erledigen.
Naja … eine halbe Stunde später war meine Ruhe dahin, ihr PC-Problem allerdings erledigt.
Also ging ich wieder zur „Neuen“, schob den Stoff unter den Stickfuss und legte los.
Alles ging gut und am Ende des „Weges“ war ich auch schon wieder ganz entspannt.
Rausziehen, Faden schneiden … und … es war wieder geschehen.
Ich hatte nicht aufgepasst und den Aussenstoff mit festgestickt.

~~~ grmblfx ~~~

Ich schaute es mir an, überlegte ob ich es noch retten kann indem ich das Stück dran lasse und unten neuen Stoff annähe … aber … neee. Das Teil war hinüber.
Ich nahm es und jagte es in den Stoffmülleimer.
Danach gab es erstmal Tee und ne Tafel Schoki.

Zunächst hatte ich überlegt es für heute sein zu lassen, aber es lässt mir ja keine Ruhe. Also fing ich das Ganze nochmal von vorne an.

Nachdem die Vorzeichnung drauf war, kamen die Stoffmalfarben dazu.
Ich versuchte es diesesmal auf nassem Stoff. Keine besonders sinnige Idee, da die Farben nicht genug decken.

Als ich mit der Malerei fertig war und den Stoff gebügelt hatte, nahm ich mir das Testklebevlies und legte es auf der Rückseite an.
Ich musste feststellen das ich trotz Vlies den Stickrahmen benutzen muss. Allerdings verzog sich tatsächlich bisher nichts. Vielleicht hilft es ja doch.
Die ersten Stickereien sind fertig.
Hier mal auf links mit dem Vlies.

Morgen gehe ich dann an das „Grünzeug“. Da wird weitaus mehr Garn verbraucht und recht häufig überstickt, so das die Chance das es sich verzieht ungleich grösser ist.
Lassen wir uns überraschen.

06.10.2012

Während ich mich heute am Grünzeug versuchte, verabschiedete sich eine Organnadel.
Die Spitze hing noch im Faden. Zur Sicherheit trage ich allerdings immer an der Maschine meine Lesebrille. Einerseits sehe ich besser damit, andererseits habe ich Bammel davor das mir so eine Spitze ins Auge jagt.

Nach und nach füllte sich das Bild. Mit dem Stickgarn von Mettler habe ich das Probleme das ich es nicht auf die Garnhalter stecken kann. Es wickelt sich dermassen weich ab das es sich durch das Gerappel im Zickzackstich immer wieder um den Garnhalter wickelt und sich festzurrt. Das war auch der Grund warum die Nadel brach.
Die Spannung auf dem Garn war extrem hoch und bevor dieses riss, zog es die Nadel nach aussen … und das war es dann.
Nachdem ich das Problem erkannte und die Garnrolle hinter die Maschine stellte, gab es auch kein festgezurrtes Garn mehr.
Einen Garnhalter wollte ich mir sowieso aus Holz bauen. Wenn ich beim Mettler bleibe hat das den Vorteil das ich direkt aus dem Sortimentskasten heraus das Garn ablaufen lassen könnte. Ich werde an der Konstruktion ein wenig tüfteln müssen.

Nachdem ich das Bild soweit fertig gestickt habe, brachte ich es auf den Oberstoff auf. Schön langsam mit Geradstich ging es voran. Nachdem ich alle vier Seiten vernäht hatte … wunderte ich mich ein wenig über die Mattigkeit … guckte … schaute … dachte … wunderte mich … und nahm den Nahttrenner zur Hand.
Ich hatte es rechts auf rechts genäht.

~~~ grmblfx ~~~

Ich bin echt der absolute Held an der NäMa.
Wundersamerweise ärgert es mich zwar, aber hält mich nicht im entferntesten davon ab weiter zu machen.
Das vernähen mache ich übrigens rein mit der Handsteuerung. Das sticken mit dem Fussanlasser.

Nachdem alles aufgetrennt, neu gesteckt und wieder neu vernäht war, machte ich die „Neue“ erstmal aus.
Für heute reicht es mal wieder (zumal heute schon wieder morgen ist).

07.10.2012

Es war eine kurze Nacht. Festgebissen in einem netten Chat verflog die Zeit.
Obgleich ich um acht Uhr Formel 1 schauen wollte, machte ich mich um halb fünf ab ins Kissen. Wecker gestellt … Gerappel zur Kenntnis genommen … im Tran Kaffee gekocht … F1 geschaut und wieder ins Bett. Bis um elf. Alles gut.

Für heute war dann die Fertigstellung angedacht. Boden, Seitennaht, Innenfutter und Kordelzug musste noch eingebracht werden.
Das berechnen des Durchmessers war eine Sache. Mein huddeliger Zirkel ist eine andere Sache. Leider war ich nicht wach genug um auf Bleistift und Garn als Ersatz zu kommen. Naja. Es ging zwar, war aber nicht genau. Dadurch hatte ich beim vernähen Aussenstoff „über“. Ich entschied mich für einen kleinen Überschlag im Bodenbereich.

Nachdem ich das Innenfutter mit dem Boden vernäht hatte, ging es an den Kordeltunnel.
Ich habe es noch nie gemacht und mir einfach vorgestellt. Tatsächlich war es für mich alles andere als einfach.
Welcher Stoff muss nun wohin? Klappe ich das Innenfutter direkt mit ein, oder nehme ich nur den Oberstoff? Wie weit klappe ich das ein? Darf das zweimal umgeschlagen werden? Wohin kommen die Ösen? Wie geht das mit den Ösen?

Ihr seht das ich viel zu tun hatte.
Obgleich dieses Projekt ja eigentlich extrem einfach ist (aus der Sicht Geübter).
Am meisten hatte ich wohl mit dem Ausfransen des Ditte zu tun. Ich vernähte den Tunnel zweimal. Einmal um die eingeschlagene Kante zu sichern und danach um den Tunnel festzunähen. Letzterer mit engem Zickzackstich.
Vorher hatte ich die Ösen mit der Prymzange eingesetzt. Für die zwei Ösen habe ich 6 weitere verbraten, da sie nicht halten wollten und ich mir mit der „schönen“ Seite nicht sicher war.

Viel Fummelei später wurde Petras Siedlersäckchen dann endlich fertig.
Ich wäre mit der ersten Stickerei (die ich erstmal aus dem Stoff-Mülleimer gerettet habe) glücklicher gewesen.
Dennoch bin ich froh wieder tausend neue Sachen (und meine „Neue“) kennen gelernt zu haben.

Eine gute Zeit wünschend,
der Micha

Nachtrag: 09.10.2012
Nachbearbeitung des Himmels mittels Stoffmalfarbe