Freilichtbühne Tecklenburg – Aladin

Aladin ist ein Familienmusical und mit 8€ Eintritt für Jederman bezahlbar.
Allerdings muss man damit leben das Massen an Kids vorhanden sind, wovon einem Grossteil langweilig ist und ein anderer Grossteil ein starkes Mitteilungsbedürfnis hat.
Theoretisch sollte man in der Mitte sitzen weil ungelernte, ehrenamtliche Kräfte am Mischpult sitzen und nicht wirklich wissen was sie da tun.
Allerdings hat das den Nachteil das man inmitten der Kids sitzen würde.
Und ich habe es halt nicht mit Kindern und schonmal gar nicht mit Lärm.
Aussen zu sitzen war allerdings auch keine gute Entscheidung, weil man kaum die Darsteller verstand, welche von der „HINTERGRUNDMusik !!!“ übertönt wurden.

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Neuer offener Nähtreff in Georgsmarienhütte?

Ich habe gerade mal diesen knapp 3 Jahre alten Eintrag wieder gefunden.
Meine Güte war das ein stressiges Gewusel in der Zeit.
Vorallem war es sehr, sehr, sehr kurz.
Drei oder viermal war ich dabei, dann war es das bereits.

Bei meinem letztem Besuch MUSSTE ich meine Maschine mitbringen und nähen.
Nähen? Ich hatte zu der Zeit gar kein Projekt auf dem Schirm. Was soll das?

Also gut … hole ich halt meine Maschine mal eben ab, zog lustlos ein paar Nähte und war dann auch froh als man das Ende einleitete.
Mal ehrlich. Wie blöde bin ich eigentlich? Wenn ich nichts zu nähen habe, habe ich halt nichts und wenn das monatelang so geht, dann ist das halt einfach so. Ich muss/will davon weder leben, noch ein Zubrot verdienen.
Ich mache das für mich und zur Freude derer die ich die damit beschenke.
Ende.

Jedenfalls war beim letzten Male die Stimmung, nach meiner Rückkehr, auf Kontra-Michael gekippt.
??? Hähhhh??? Was ist denn hier los? Ich packe niemanden an (ausser eine kurze Umarmung zur Begrüssung/Verabschiedung). Baggere keine Frauen (und auch keine Männer) an … und möchte mich einfach nur treffen, unterhalten und eine gemeinsame Zeit verbringen. Lernen tut man sowieso voneinander und sei es nur durch zuschauen, oder einem einzigen Satz in den Stunden. Sollte ein Abend dann auch dieses nicht hervorgebracht haben …. was solls? Alles gut.

Im Nachhinein (nach diesem letzten Abend dort) sah ich ein, das die Initiatorin doch nur neue Leute kennenlernen wollte, die einerseits weiblich sind und andererseits sie aus dem langweiligen Eheleben erretten sollen.
Nun. Ich bin weder weiblich, noch homosexuell, noch habe ich vor irgendwessen langweiliges Leben zu bespassen.
Wenn ich zu einem Nähtreff gehe, dann gehe ich dort des Treffens wegen hin … ob mein Gegenüber nun eine Pussie oder einen Schwanz hat ist mir zu 100% egal und ich habe auch nicht vor dort den Bespasser abzugeben, sondern will mich nur nett unterhalten.
Ein paar Stunden raus aus dem anderen Leben, unter Leute.
Dabei darf man auch mal flÖrten (finde ich) wenn man die Finger bei sich behält und nicht unter die Gürtellinie gerät.
Das letzte was ich will; Mich in eine Partnerschaft einmischen.
Ich habe schon genug mit mir zu tun. Da interessiert mich das zwischenmenschliche bei Anderen ehrlich gesagt Null.
Natürlich kann man darüber reden und ich kann auch darlegen wie ICH mich dann verhalten würde, aber letztlich ist das nicht mein Problem und auf FremdgeherInnen kann ich eh nicht. Entweder/Oder ist meine Devise, alles andere ist unterste Schublade.

Boah komme ich gerade in Rage, wenn ich an die kurze Zeit zurück denke.
Ich kann „falsche“ Leute auf den Tod nicht ausstehen und an dem letzten Abend hatte ich es dann überraschenderweise gleich mit dreien auf engstem Raum zu tun.

Die einzige Person die ich aus dieser Zeit „vermisse“ ist die ältere Dame (~70?) (keine Ahnung wie sie heisst) die ebenfalls nur des Treffen wegens dort war.
Schade. Wir haben uns nur zweimal dort kurz gesehen. Sie hat ihr Ding gemacht und ich meines. Es bedarf nicht mehr Worte als ein ehrliches „Schön Dich zu sehen“ (ich duze meistens) und ein „Alles Liebe“ zum Abschluss. Sehr angenehm war sie für mich. Ich hoffe es geht ihr gut.

Tja, nun (also nicht in diesem Moment, sondern schon etwas länger) überlege ich mir wie man einen offenen Nähtreff (wer kommt, der kommt … ich bin einfach nur da) in Georgsmarienhütte erneut ins Leben rufen könnte.
Mal schauen was sich da anbietet. Kosten darf es nichts, bis ganz wenig.
Meine Minirente reicht eigentlich für gar nichts, aber das hält mich ja nicht davon ab es dennoch zu machen, zumal sich ergeben hat das ich nun noch mindestens 10 Jahre hier festhänge. 10 Jahre sind eine lange Zeit und wer weiss schon was in dieser Zeit noch alles passiert.
Ich würde mich auf neue Leute freuen, die einfach nur ihre Maschine/Stick-/Strick-/Häkelset mitbringen und man sich dann einfach nur bei Tee/Kaffee/Schnupperreien nett unterhält und/oder seine Sachen dabei „fertig“ macht.
Ohne Mitgliedsausweis, Vereinsbeiträge, Monatsmiete oder sonstigem Schittkram.
Einfach nur des Treffens wegen. Ein bisschen was für den Strom hinlegen und fertig ist. Ohne Altersgrenzen, ohne Hautfarben- oder Geschlechtsprüfung.
Ist das im 21ten Jahrhundert wirklich immer noch ein Problem?

Wie auch immer … ich werde weiterhin darüber nachdenken und sicherlich wird es vor 2015 nichts werden, aber das Thema lässt mich nicht los.

Beste Grüße und laufende Maschinen wünschend,
der Micha

Welch eine Provokation oder das Leid der Anderen

Eine witzige Geschichte las ich heute bei „Dr. Elton kreativ„.
Zusammenfassend blieb die Frage (neben anderen Fragen), ob nur Rentner (also alte Leute) nähen. Elton stellt am Ende des Textes noch weitere Fragen an die Mitlesenden.
Da ich zwar noch nicht alt bin, aber ein Renter der näht, wurde meine Antwort etwas zu persönlich und umfassend als dass ich sie als einfachen Kommentar dort veröffentlichen könnte.

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Erfreulicherweise (oder auch weniger erfreulich) bin ich mit knapp über 50 ja bereits Rentner und wie man weiss nähe ich nur nicht nur, sondern sticke auch.
Komplett ohne das die Wirtschaftlichkeit dabei irgendeine Rolle für mich spielt, weil ich es der Kunst wegen betreibe.
(Passend zum Film Ludwig 2, den ich gerade schaue).

Wenn man also nun die These aufstellt das wohl nur RentnerInnen nähen, so muss man sich auch der Frage stellen warum man mit Scheuklappen und dem dazugehörigen Tunnelblick durch das Leben geht und offensichtlich nicht bereit ist, sich weiter zu bilden und damit auch weiter zu entwickeln.

Um das zu unterstreichen verweise ich auf mal auf die Welt des Cosplay indem bereits die Jüngsten unglaubliche Kreativität durch ihre Kostüme ausdrücken. Weiter geht es über die ganz normale Strassenbekleidung. Meist ab der weiterführenden Schule ausgeführt. Davor nähen die Mütter und Väter (welche um die 30 Jahre jung sind und sicherlich noch nicht berentet) den Kids aus der Kiga ihre Kleidung für die Aufführungen. Noch weiter … die Twenmode … kaufen ist teuer, also wird re- und upcycelt und manchmal auch nur mit BlingBling gepuscht. Die Jungs nähen sich ihre Flicken, Patches auf die Jeans, oder Mopedjacke.
Auf den Fantasytreffen, den Karnevals- und Schützenvereinen, den Mittelaltermärkten, etc. finden sich Abertausende von 3 bis 99, die dieser Kunst mit der Maschine und/oder per Hand nachgehen. Weil es ihnen Freude macht. Weil es ein gutes Gefühl gibt und weil man seine Einzigartigkeit im Universum damit zum Ausdruck bringen kann.

Wie die meisten derer reagieren die keine Ahnung vom Nähen und keinen Zugang zur Kunst finden, ist bei „uns“ Männern sicherlich noch einmal unangenehmer. Obwohl sie alle Kleidung von Designern tragen die in den meisten Fällen männlich sind, passt das so gar nicht in ihr Machotriefendes dummes, kleines Weltbild hinein und wissen sich nicht weiter zu helfen als einen als Homo zu titulieren.
Aber gut. Kein Problem für mich. Ich muss mich mit solchem Volk nicht auf eine Stufe stellen, weil ich es sonst wieder im Kreuz bekäme wenn ich mich so tief herablassen müsste.
Da sie nicht einmal den Arsch in der Hose haben, es einem selbst zu sagen, haben sie von mir auch keinerlei Respekt zu erwarten.
Somit haben wir ein Patt.

Die Handarbeit … und damit meine ich nun wirklich das gesamte Handwerk, vom Nähen bis zum Mauern wird in Deutschland sowieso in keinster Weise wertgeschätzt.
Um beim Nähen zu bleiben kennen die meisten von uns die Nachbarn/Freunde/Bekannte/Kollegen/und Leute von Nebenan die früher oder später auf der Matte stehen, damit man mal eben einen Reissverschluss der Hose wechselt.
Natürlich ist der alte noch drinne, einen neuen haben sie eh nicht dabei („Wieso Du nähst doch … da hast Du keinen da?“ +vorwurfsvoller Blick) und das der alte vorher rausgetrennt werden muss, was eine Scheissarbeit ist, ist sowieso egal.
„(Ach komm, so schwer ist son Reissverschluss ja auch nicht, das machst Du bestimmt in 5 Minuten“ +dummdreist lächelnd)

Nun ich lehne grundsätzlich solche „Aufträge“ ab und verweise auf die Änderungsschneiderei an der Ecke.
(„Jaaa da war ich schon … aber die sind so unverschämt … die wollten 15€ dafür“)
Ja echt? Kann vielleicht daran liegen dass sie Strom, Wasser, Steuern bezahlen müssen und Reissverschlüsse nicht an Bäumen wachsen!
Wie man bei so einem „Lohn“ überleben kann, ist mir persönlich eh schleierhaft.

Somit haben wir also nun festgestellt dass es dumme und dreiste Menschen gibt … und ganz viele schaffen es beides zu sein.
Was mir aber egal ist … weil ich mich nicht mit solchen Leuten abgebe.
Was mir allerdings dann wieder böse Blicke, Getuschel und Beleidungen einbringt, weil sie sich nicht anders zu helfen wissen.

Ich nähe und sticke auch weiterhin solange die Muse mich küsst und ich bin heilfroh dass bereits die Kids in der KiGa daran Freude haben und dieses Handwerk somit weiter leben wird.
Es ist zwar unwahrscheinlich das eines Tages die Welt aus Künstlern und Handwerkern bestehen wird, aber es ist ein schöner Gedanke.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen für die Zukunft, alles Gute.
der Micha