Die Einbringung der zweiten Version von „der Steg“ in einer „Casablanca“

Moin meine lieben LeserInnen,

nachdem ich nun gestern die beiden Freihandstickereien präsentieren konnte, blieb ja die Frage offen wie man eine dermassen gewellte Freihandstickerei „unterbringen“ kann.

Darüber habe ich mir eine Woche einen Kopf gemacht, viele Ideen ausgebrütet und wieder verworfen.
Darunter auch die Idee dieses für eine Stricknadelrolle/Stifterolle zu verwenden. Ja sogar als Aussenstoff für eine Geldbörse dachte ich nach.
Von der Biegung her wäre das schon gegangen, aber so oder so hätte man kaum bis nie das Ganze gesehen und DIN A4 ist auch nicht gerade das kleinste wenn man zum Beispiel an eine Geldbörse denkt.

Da wir aber nicht nähen, sticken, stricken oder häkeln um es dann in einer Innentasche verschwinden zu lassen, musste etwas anderes her.
Die Frage war halt nur was. Eine Taschenklappe wurde als gute Anregung von Pia René gepostet, aber auch mit viel Hin und Her halten, überlegen, vorzeichnen und Schnittmusteranschauungen kam ich nicht auf einen geeigneten Nenner für die Umsetzung.

Da ich mir die ersten beiden Bücher „Tolle Taschen …“ gekauft hatte, nahm ich sie mir zum stöbern mal wieder vor und blieb dann bei der „Beuteltasche Casablanca“ hängen.
„Ja, damit könnte es gehen wenn ich Hier und Da etwas verändere.“

Eine Menge Schnittmusterteile waren vorzubereiten und mein Buttinette-Rollschneider brachte mich wieder einmal an den Rand der Verzweiflung. Ich habe auch einen von Snaply der etwas besser ist, aber letztlich bin ich mit den Rollschneidern insgesamt nicht zufrieden. Nach ein paar Einsätzen werden mir die Klingen zu schnell stumpf- Das ist mir zu teuer, das nervt.

Okay, irgendwann war der Stapel Gewebe und Vlies dann auch mal fertig und entsprechend der Auflistung im Buch beschriftet.
(Sonst blicke ich da im Nachhinein nicht mehr durch). smile

Ich benutze übrigens für Taschen Schabracke und (auf den Bildern nicht zu sehen) Bodenwischtücher vom „Tedi“.

Nachdem Oberstoff, Mittelstreifen und Innenstoff vernäht waren ergaben sich bei mir doch ernste Zweifel an meiner Farbwahl ;)

Doch wie und wo arbeite ich nun die Freihandstickerei ein?
Irdendwie muss das Ding auf oder hinter den Oberstoff. Allerdings so, das man meinen Stickfehler nicht mehr sieht und es sich beim tragen möglichst nicht total „verknittert“.
Als ich es auflegte konnte ich mir die Umsetzung erst einmal so gar nicht vorstellen.
Wie soll das halten? Was mache ich mit den Falten?

D R A M A

 

Ich entschied mich dann es als hinterlegtes Bild einzusetzen.
Was aufgrund der (Ver)Zugkraft alles andere als einfach war.
Ausserdem hatte ich Bammel das es nachher schief sitzt. Also wurde wieder getüftelt, fest geklemmt, markiert, verworfen und neu überdacht.
Doch die Zeit der Präsentation rückte näher und ich musste es nun einfach darauf ankommen lassen.

Das schaut zwar nun locker und als einfache Lösung aus, war es aber ganz und gar nicht.
Ein bisschen stand ich mir dabei auch mal wieder selbst im Weg, aber der Neueinstieg ins Nähen und Sticken ist halt dann doch nicht so einfach wie man meint.

Nun. Einmal drin war jetzt eh nichts mehr zu ändern und ich vollendete die Tasche (bei der mir weitere grobe Fehler unterliefen).
Notiz an mich: „Lesen, nochmal lesen, verstehen, darüber nachdenken und dann erst Nähen!!!“ *Kopfditsch

Warum sich der Reissverschluss bei der Innentasche trotz mehrmaligem messen, markieren, nachmessen und korrigieren dennoch an der falschen Stelle befindet wird sich mir definitv für alle Zeiten verschliessen. Ich weiß nicht was da falsch lief. Ich kann nur sagen das es vielleicht schon ein wenig spät in der Nacht war.

Die Tasche nahm, trotz weiterer Fehler, nun Gestalt an und war beinahe fertig …

Vorgesehen ist am Ende das einschlagen von 4 Ösen und dem Durchlauf einer Kordel mit Stoffquasten.
Ich finde das auf dem Bild im Buch zwar sehr schön, aber ich habe mit den Metallösen schon zu oft alles versaut (gingen wieder auf oder rissen aus) so dass ich mich nicht daran getraut habe.
Aber offen lassen wollte ich sie auch nicht.
Ein Reissverschluss hätte mir gefallen … aber dafür war es nun zu spät … *überleg *grübel …
Es dauerte einen weiteren Tag bis ich mich entschloss ein Knopfloch zu nähen und somit die Tasche schliessen zu können.

Vorweg übte ich aber erst noch einmal mit und ohne Unterlegfaden.
(Das üben war eine gute Idee!)

Wie so oft machte das automatische Schneidemesser der W6 mal wieder Probleme und ich hatte bei dem Projekt drei Mal die Stichplatte ab um die Maschine wieder gangbar zu bekommen.
Ich weiß nicht wie das bei den neuen Modellen gelöst wurde (oder ob sich da überhaupt etwas geändert hat) aber das Messer ist eines der grössten Schwachpunkte der W6 Maschinen.

Man sieht auf dem Bild dass das Messer die Fäden „gefressen“ hat und damit weiteres Arbeiten verhindert.
Vorsichtig alles ausbauen, auspinseln und absaugen, dann läuft es in der Regel wieder.

Nun hatte ich dann irgendwann mein Knopfloch auf der Rückseite der Tasche (als Schutz gegen das öffnen von vorne durch Taschendiebe), aber mein Knopfproblem war immer noch nicht gelöst und viel Zeit hatte ich auch nicht mehr.
Somit holte ich mein Lieblingsmoped aus der Abstellkammer und fuhr in die Stadt.
Die Aussentemperaturen hatte ich dabei arg unterschätzt und kam bei der Wollperle in Osnabrück mit eisekalten Händen an.
Aufgrund der grossen Auswahl (neben Wolle) an Knöpfe war ich mir sicher das ich dort etwas finden würde.
So war es auch. Allerdings war ich über den Preis von 2,95€ für einen dooVen Knopf mal wieder geschockt.
Ich muss mich mal kundig machen wie ich selber zu ein paar Kilo „Mischware“ komme, damit mir so etwas nicht wieder passiert.

Entschieden und per Hand angenäht habe ich mich dann für diesen hier …

Sooo … damit ist das Projekt Endlich-Wieder-Freihandsticken mehr oder weniger erfolgreich durchlaufen und ich habe jede Minute, trotz Gefluche und Rückschläge genossen.

Hier noch einmal die Beuteltasche nachdem sie ihre erste Befüllung (bis oben hin) beim Aldi erhielt.

 

Und damit verabschiede ich mich erst einmal in das nächste Projekt, welches rein zeitlich auch schon hart an der Grenze ist.
Verstickte Grüße sendend,
der Micha

PS für die liebe Pia René:
So leid es mir tut werde ich wohl auch beim Osterprojekt in Monat-für-Monat nicht teilnehmen können. Bitte halte es dennoch bei, damit ich dann doch einmal teilhaben darf.

Die Auflösung der Challenge – „der Steg“ (Nebelwand) von Stefan Weiss als Freihandstickerei

Moin ihr Lieben,

viel Zeit ging ins Land … und doch war es nur ein Augenzwinkern um das von Stefan Weiss (ZEITBLICK-FOTO) für uns bereitgestellte Bild in eine Freihandstickerei umzusetzen.

Zwei Mal habe ich dieses Bild gestickt … und beide Male war ich nicht zufrieden.
Für ein drittes Mal fehlte mir die Zeit und letzten Endes fehlen mir die unterschiedlichen Stickgarnfarben.
Doch auch wenn die Farben da wären, fällt mir auf das mir die Erfahrung fehlt.

Nun, ich will die Kunst nicht zu sehr schmälern denn letztendlich ist es mir doch gelungen alles in einen vernüftigen „Rahmen“ zu bringen.

Damit ihr nicht zwischen den Artikeln Eins und Zwei hin und her springen müsst, kommt hier also noch einmal die Vorlage die Christiane und ich zur Verfügung gestellt bekamen.

Wie ich ja schon im ersten Artikel schrieb verlor ich beim sticken mit der Zeit das Gesamtbild aus dem Auge.
Somit fiel die erste Umsetzung ein wenig sehr „frei“ aus.
Und nun dürft ihr es also betrachten … meine erste Freihandstickerei nach über zwei Jahren reiner Zeitverschwendung als Supporter für W6-Wertarbeit.

— Zwischenzeile um es wirken zu lassen ;)

Wie schon erwähnt habe ich mich nach diesem Bild erneut an die Maschine gesetzt.
Dabei ist mir ein böser Anfängerfehler unterlaufen.
Ich hatte zu Beginn ein Fadennest aufgebaut welches das Gewebe zusammenzog. Wie ich schon schrieb wird so ein Verzug mit der Grösse des Bildes Reihe für Reihe immer schlimmer und liess mich somit einzelne Reihen nur noch mit dem Einsatz von Muskelkraft beenden, die ich brauchte um das Gewebe auseinanderzuhalten während die Maschine arbeitete.
Spaß hat das keinen gemacht und je mehr sich das Bild bog und sträubte und Falten warf, desto mehr war ich versucht aufzugeben.

Hier mal ein Blick von der Seite, damit ihr euch vorstellen könnt was ich mit „Ausbeulen und Falten werfen“ so meine …

Man muss dazu wissen das die Stickerei aufgrund ihrer Dichte extrem hart und fest ist.
Somit kann man sich glaube ich gut vorstellen das es viel Arbeit ist aus diesem Gewebe eine glatte Oberfläche zu sticken nur in dem man die Falten Stück für Stück auseinander drückt.

Nun denn. Ich hatte es ja schon im zweiten Artikel beschrieben.
Kommen wir nun also endlich smile zur Auflösung.

Hier noch einmal die Vorlage:

und nun dürft ihr schauen was „der Micha“ daraus erstellt hat:

… und morgen folgt der Artikel wie das zweite Bild verarbeitet wurde.

Ich danke hiermit nochmals der Stefan Weiss von Zeitblick-Foto für die freundliche Erlaubnis sein Bild umsetzen zu dürfen, ohne das er vorher eine Arbeit von mir gesehen hat.
Ebenso danke ich sehr Christine Küchel von Dalin-Sali für die Chance mit ihr eine gemeinsame Herausforderung bestreiten zu dürfen und das sie mir somit die Möglichkeit geboten hat wieder intensiv ist diese wunderbare Kunstwelt abzutauchen.
Auch meinen vier Freunden Petra, Elke, Kerstin und Annemarie danke ich sehr für die Vorabbetrachtungen und ihre unverblümte Meinung dazu (um die ich dringend bat), die es ermöglicht haben das ich mich doch noch einmal dran gesetzt habe und es auch zum Ende brachte.

Doch letzten Endes danke ich euch meine lieben MitleserInnen und KommentatorINNen für euer Mitzittern, eure Neugier, eure Zeit die ihr mit mir hier verbringt und die meine Arbeiten nicht nur im dunklen Zimmer vergehen lassen.
Vielen Dank für eure Geduld mit mir.

Mit einer tiefen Verbeugung vor euch verabschiede ich mich für heute und würde mich freuen wenn wir uns morgen wieder lesen.
der Micha

Gestickt wurde Freihand mit Geradstich und mit IsaCord Stickgarn von Amann.

Die Freihandstickerei Challenge ging in die nächste Runde

Moin ihr Lieben,

während nun im Fernsehen die fünfzigste Superbowl übertragen wird und meine Nacht zum Tage macht, nutze ich die Zeit (bis morgens um knapp fünf Uhr) um diesen Blogeintrag einzutippern.
Eigentlich sagen mir meine Äuglein bereits das ich zu müde bin und ins Bett sollte … aber … mal sehen ;)

Wie bereits im Vorbeitrag zur Challenge mitgeteilt, bin ich mit dem Ergebnis alles andere als zufrieden.
Das Motiv ist wirklich schwer und aufwändig.
Erschwerend kommt hinzu das ich viel zu wenig verschiedene Stickgarnfarben habe.
Nun denn … eine Herausforderung … eine Challenge halt.

So unzufrieden konnte ich es nicht abliefern und ich entschied mich, nach zwei Tagen Betrachtung und Überlegungen, es erneut zu sticken.
Wie immer steht vor der Kür die Pflicht und ich musste erneut die Vorzeichnung auf das Gewebe übertragen.
Dabei beschränke ich mich auf das notwendigste und möglichst gerade Linien (mit Linealunterstützung) um beim sticken immer einen Blick auf die Richtung nehmen zu können.

Zur Verdeutlichung: Wenn ich das Wasser von unten nach oben sticken lasse, wird es auf dem Bild auch aussehen als würde es nach oben fliessen (bzw. nach unten fallen). Ebenso muss ich die Richtung auch beim Himmel einhalten.
Die einzige Ausnahme die ich machte, waren die Pfeiler des Steges und beim Geländer.
Wildes Hin und Her nur um Flächen zu füllen machen ein Bild ebenso unruhig und sind zu vermeiden.

Die Idee war gut, aber bei der Ausführung unterlief mir ein böser Anfängerfehler der dazu führte das sich das Gewebe während der ersten Fläche in sich verzog.
Am oberen Rand sieht man bereits den Verzug. Das ist an dieser Stelle noch minimal, führt aber bei der Gesamtfläche zu immer enger werdenden Falten und damit auch zum beulen des Bildes.

Doch anstatt es hinzunehmen, zu vernichten und noch einmal zu beginnen kam der Sparfuchsteufel vorbei und erzählte mir was von der teuren Verschwendung meines Stickgarnes.
Ausserdem war mir der Farbverlauf so gut gelungen das ich in dem Überschwall der Gefühle meine eigenen Warnungen ausschlug.
Also machte ich weiter. Wider besseren Wissens und Gewissens und … ihr ahnt es schon, habe ich ein böse gewölbtes Endergebnis.
Selbst Schuld.
Bis es soweit war musste die Maschine allerdings kräftig zeigen was sie kann. Ebenso war bei mir Durchhaltevermögen, Rückenstrecken und Augenentlastung angesagt.

Das man während der Arbeit in Sekundenschlaf verfallen kann war mir dann auch neu. Jedoch zeigte es mir auch das ich diese Arbeit wirklich meditativ ausführe.
Etwas erschrocken war ich dennoch, denn ich liess die Maschine ohne Fussanlasser laufen und die Finger sind doch arg nah an der flitzenden Nadel.

Hier sieht man nun sehr gut wie sehr sich das Gewebe immer weiter zusammen zog.
Ausgleichen lässt es sich nur indem man die Falten mit viel Druck auseinander hält und dann von der Mitte nach aussen und nach oben Stück für Stück die Falten in den Seitenbereich treibt.
Dennoch beult sich das Gewebe dadurch von Linie zu Linie mehr in sich selbst.
Entspanntes Arbeiten ist das nicht wirklich, aber so ist das halt.
Hätte ich mit Stickrahmen gearbeitet wäre es nicht passiert … Hätte Wenn und Aber … ;)

Diesesmal wollte ich definitiv mehr auf die Farben des Sonnenunterganges setzen und mich etwas mehr an die Vorlage halten.
Ganz geglückt ist es mir schon aufgrund der fehlenden Farben nicht, aber daran lag es nicht nur.
Mir fehlt auch die Erfahrung Farben ineinander verlaufen zu lassen.
Ich lasse mich schnell von einer leeren Fläche die lediglich mit hauchfeinen Stickstrichen gefüllt wird unter Druck setzen und neige dann dazu etwas breitere Striche (durch versetztes Vor- und Zurückschieben des Gewebes) zu setzen.
Das füllt zwar die Fläche, lässt aber die Farben kaum ineinander verlaufen.
Da ist also noch viel Potenzial nach oben, was die Feinheiten betrifft.

Immer wieder ging ich an den Rechner um die Vorlage in Farbe zu sehen um meine paar Farben halbwegs sinnig einzusetzen.

Die Pastelltechnik aus der Vorlage konnte ich nicht umsetzen und musste meine Möglichkeiten nutzen.

Trotz der fortschreitenden Probleme mit dem Gewebe bin ich mit meiner Umsetzung durchaus zufrieden.

Übrigens schaute derweil mein Arbeitsplatz so aus …

Tja … und wie das so ist, funktioniert manchmal die Technik nicht so das ich keine weiteren Arbeitsschritte vom unteren Teil der Arbeit präsentieren kann.

Das Endergebnis präsentiere ich am 27ten und 28ten Februar, wo ich euch dann jeweils die Vorlage und das Stickbild zeigen werde.
Bis dahin mache ich mir noch ein paar Gedanken darum was ich aus dem verbeulten Bild nähen könnte.

Liebste Grüße,
der Micha

PS/ Es ist erst nulluhrdreiundvierzig und ich fürchte mal das die Footballer ohne mich klar kommen müssen. ;)

Eine Freihandstickerei Challenge ist im Gange

Moin,

es ist zwar ruhig bei mir im Blog, aber nicht auf dem Nähtisch.
Viel ist passiert in der letzten Zeit. Tische wurden umgestellt und andere entsorgt. Ich brauchte mehr Bewegungsplatz.

Gleichsam kam mir der Gedanke das ich meine eigene Motivitation vielleicht durch ein gemeinsames Projekt mit einer von mir hoch geschätzten Freihandstickerin erneut anfachen könnte.
So entstand der Gedanke eine gemeinsame Aufgabe mit selbem Motiv und festem „Abgabetermin“ in DIN-A4 zu starten.

Die liebe Christine von „Dalin Sali“ war auch schnell dafür zu begeistern.
Das WasWieWann war auch recht schnell abgesprochen und Stefan von „Zeitblick-Foto“ war so freundlich uns ein Bild zur Verfügung zu stellen.

Christine hat dieses Bild als Vorschlag unterbreitet und ich war sofort Feuer und Flamme dafür.
Allerdings stellt die Umsetzung mich vor eine hohe Herausforderung, die ich im ersten Durchgang nicht erfüllen konnte.

Der Abgabetermin ist für Ende Februar 2016 gesetzt und somit werde ich hier noch keine Gesamtansicht, aber ein paar kleine Ausschnitte des ersten Durchganges präsentieren.

Begonnen habe ich mit einem Ausdruck und der Übertragung der Konturen auf das feste, nicht elastische dunkelbraune Baumwollgewebe.

Danach wurde die „Vorzeichnung“ herausgearbeitet und dann die Flächen gefüllt.

Mitten in der Arbeit gab dann Paulchen² den Geist auf und blockiert seitdem komplett im Gestänge. Die Maschine muss also auf den OP-Tisch von W6 und ich arbeite nun mit einer prozessorgesteuerten weiter, an dessen Arbeitsweise ich mich erst einmal eingewöhnen musste.

Entgegen meiner sonstigen Arbeitsweise Flächen mit ZickZackStich zu füllen entschied ich mich dieses Mal für einen reinen Geradstich. Sehr aufwändig, sehr langwierig, aber als Gesamtwerk  passend zum Motiv.

Hinweis:
Beim Freihandsticken im Geradstich ist zwingend eine Richtung beizubehalten. Entweder insgesamt oder dem Motiv angepasst. Querbeet sticken um Flächen zu füllen macht das Bild sehr unruhig.

Leider habe ich mich zu sehr von meiner Vorstellung des Bildaufbaus verleiten lassen und verlor dabei das Gesamtergebnis aus den Augen, weshalb ich mit dem Ergebniss letztlich nicht zufrieden bin.

Ich habe mir dann gestern vier Meinungen von „Nichtnäherinnen“ eingeholt um zu überprüfen ob meine Kritik auch die der Betrachtenden ist.
Die Idee war gut, die Antworten nur nicht. Oder war es anders herum? ;)
Nun. Ich erhielt natürlich, wie konnte es anders sein, von Zweien ein „Wunderschön, ABER Hier und Da passt es nicht …“ und von den anderen beiden ein „Ohhh wie wunderschön. Genauso ist es richtig.“

Es hätte mir klar sein müssen. Kunst und Betrachter halt.
Kurzum es half mir auch nicht weiter und ich entschied doch selber was damit zu tun ist.
Gestern am späten Abend hatte ich dann das Motiv erneut übertragen und sitze seitdem an der Umsetzung der zweiten Stickerei von Stefans „Nebelwand“ welches am Strandbad-Steg in Friedrichshafen aufgenommen wurde.

Gestickt wird übrigens wie beinahe immer mit Amanns Isacord.
Mein Unterfadenverbrauch beim ersten Bild waren knapp 30 Spulen.
Ein Wahnsinn was dabei an Garn drauf geht.

So schaut der Neubeginn aus:

Sooo und damit verabschiede mich wieder an die Maschine.
Herzlichst,
euer Micha

Erster Nähtreff im Karl-Leissner-Haus in Hilter

Boahhh, so knapp hinter einander sind Nähtreffs Fluch und Segen zugleich.

Die Anfahrt war für mein kleines, gestresstes und vollbeladenes Moped arg mühsam und langwierig, aber es hat tapfer durchgehalten.
Obgleich ich schon angekündigt hatte nicht zu den ersten zu gehören die eintreffen, war ich es dennoch … und leicht verwirrt weil 15vor10 Uhr noch niemand da war und ich nicht wusste ob ich richtig bin.
Mein Navi hatte für die Strasse leider keine Hausnummer parat und ich stellte mich einfach zwischen einer Kirche und einem Kindergarten.
Es war aber alles richtig … und während wir noch rätselten ob wir nun nach links (Kirche) oder geradeaus zum Haus müssten, kam die Gastgeberin und schickte uns nach rechts. War ja klar. smile

Die Örtlichkeit war gut geheizt, die Sonne tat ihr übriges.
Gegen Mittag wurde es denn auch Zeit die Fenster zu kippen.

Wie immer waren wir alle fleissig. Die Mutter unserer Gastgeberin war mit der „Produktion“ von Voodoo-Püppchen beschäftigt.
So einen Schnitt habe ich schon lange hier liegen und wollte ihn immer mal als Geschenk nähen … aber was ich alles so will.
Eigentlich hatte ich vor ein Projekt mit Wachstuch aus dem neuen Heft zu verarbeiten und vielleicht dann noch eine Wildspitz reparieren, aber weiß der Geier warum habe ich meine Tüte mit Wachstuch und der Wildspitz vergessen.
Dumm gelaufen.

Alternativ dachte ich mir dann das ich einen Leseknochen aus dem letzten IKEA Gewebe mache … zum ausarbeiten wäre ein Stickrahmen aber sinnig gewesen … den ich diesesmal auch nicht dabei hatte.
*Merde
Freihandsticken nur per händischem Strammhalten geht jedenfalls gar nicht. Viel zu anstrengend und unsauber.

Also beliess ich das Gewebe wie es ist und werde es die Tage nach und nach mit Stoffmalfarbe bearbeiten.
Damit mir nicht langweilig wird, habe ich den „Knochen“ allerdings schon mal genäht.
Danach schnitt ich dann eine Wildspitz zu, die eigentlich erneut aus Kaffeepadverpackungen gemacht werden sollte, die ich aber ebenfalls nicht dabei hatte.
Oh Mann, was für ein Tag.

Meinen Erstversuch der Kaffeepad-Wildspitz wird übrigens, entgegen meinem Gedanken, doch von mir täglich getragen und genutzt.
Wie ich nicht anders erwartet hatte ist die Kaffepad-Verpackung von Real als Aussenstoff vollkommen ungeeignet.
Der Papierdruck löst sich langsam aber sicher auf, während sich die Verpackung im Innern (auch beim Kleingeld) gar nicht abreibt oder sonstwie beschädigt wird.
Insgesamt also stabiler und hübscher als erwartet.

Aber zurück zum Treffen:
Ich schnitt dann den beschichteten „Holzdruck“ aus Ikea passend zu und war den Rest des Tages mit dem Portemonnaie beschäftigt.
Leider hatte ich direkt zu Beginn den Auslass für den RV falsch geschnitten. Statt einer schmalen Öffnung konnte ich den RV darin in voller Breite versenken. Es konnte noch so eben (wenn auch nicht sehr glatt) gerettet werden.
Da bin ich mal wieder froh das ich es nicht beruflich mache und neu beginnen muss.

Bei dem vernähen des zweiten RVs tue ich mir immer wieder sehr schwer.
Welche Seite muss nun wo und wie herum an welche Seite des RVs?
Ich brauche dafür immer ne halbe Stunde, bis ich fertig um die Ecke gedacht habe und nicht laufend wieder auftrennen muss, was bei dem beschichteten Stoff, bei Wachstuch und Verpackungen sowieso eine Katastrophe ist, da sie durch das vernähen bereits perforiert werden.

Gegen halb vier waren dann leider die ersten Mädels „Fertig“.
Leider war ich heute nicht der einzige der sein Zeug zuhause vergessen hatte.
Gegen 17 Uhr war dann allgemeiner Aufbruch angesagt. Die Mädels hatten keine Lust zu warten und ich musste zusehen das ich meine Plörren (die sich nun einmal nicht so schnell verstauen lassen, als wenn ich mit einem PKW unterwegs wäre) irgendwie auf die Schnelle noch verstaut bekomme, während ich schon vom Staubsauger „gejagt“ wurde.
Fand ich nicht so toll … aber was will ich machen.

Einen eigenen Nähtreff ins Leben rufen ist mir denn doch zu anstrengend, also beuge ich mich dem „Frauenpower“ ;)

Sooo … bis zum nächsten Treffen am siebten November ist noch Zeit.
Allerdings wird der November auch wieder „hektisch“, weil nach dem Nähtreff Stoffmarkt und dann schon der nächste Nähtreff folgt.
Zwei Wochen „FullPull“. Ich werde es geniessen.

Wie ich da hin komme ist allerdings noch eine grosse Frage, da sich meine Sattelkoffer verabschiedet haben.
Die Riemenhalterung ist unrettbar ausgerissen.

Mein Glück war nur, dass sie erst exakt bei der Einfahrt in meine Mopedabstellkammer rissen, sonst wäre ich nicht ohne Weiteres nach Hause gekommen.

Neue Koffer kosten ein Vermögen, da Polo diese Taschen nicht mehr (oder nur sehr selten) vertreibt. Da werde ich mir also was einfallen lassen müssen … vielleicht sollte ich mal meine Jeans zerschnibbeln, oder die IKEA-Taschen ins Auge fassen zur Weiterverarbeitung … *grübel
Alternativ hoffe ich darauf das mich eines der „Nähmädels“ abholen kann, oder ich mir einen PKW meiner Bekannten ausleihen darf.
Mal schauen was und wie ich das regel.

Eine gute Näh-/Zeit wünschend,
der Micha

*Nachtrag:
Da man den Wunsch geäussert hat das ich bestimmte Personen auch nicht verfremdet veröffentliche, gibt es hier nun nur wenige Bilder (weil sie im Nachhinein entfernt wurden) und zukünftig nur noch leere Plätze zu sehen.

Ich respektiere diesen Wunsch absolut, aber es ist fast unmöglich bei einem Gesamtbild den einen oder anderen dabei auszublenden.
Und auf langes Retouschieren habe ich wirklich keine Lust.

Interessant sind ja letztens auch nur die Gegebenheiten und vielleicht das ein oder andere was ich so fabriziere.

Zweiter Nähtreff in Duisburg und ein paar Kissen

Moin ihr Lieben,

die letzten Wochen passierte hier so viel überflüssiger Nachbarsschaftsstreit dass ich kaum noch an den Maschinen sitze.

Nichtsdestotrotz konnte ich zum Nähtreff fahren und genoss die kleine Runde mit Sandra und Elke bei Katja.
Ein Kurzbesuch bei meiner Tochter wurde vorab absolviert, wodurch sich allerdings mein Erscheinen am Nähtreff um eine Stunde nach hinten verschob.
Nicht schön, denn ich achte sehr auf Pünktlichkeit.

Mein Lieblingstochterherz hatte ich vorab noch einen Leseknochen aus Jeans genäht.

Nach dem kleinen aber liebevollen Rüffel von Katja und einem leckeren Stück Rhabarberkuchen mit ner Tasse Kaffee dazu, rauschten wir ins Schneideratelier und bauten die Maschinen auf.
Sandra hatte ein paar Fragen zum Freihandsticken und ich staunte nicht schlecht wie gut sie dieses bereits konnte. Eigentlich fehlte ihr nur der Mut etwas einfach an ihrer Singer auszuprobieren.
Zudem war kein Stickfuss vorhanden, was die Sache erschwerte.

Da sie aber auch noch eine Pfaff besitzt, konnten wir uns an Katjas Pfaff davon überzeugen wie einfach dort der Stickfuss angebracht und mit der Arbeit begonnen werden kann.

In der Kürze der Zeit, blieb aber auch Zeit für private Gespräche und vorallem für ein Miteinander lachen.

Gegen halb sieben war dann leider wieder Aufbruch angesagt und ich fuhr mit zu Elke damit ich ein paar Tage Ruhe vor den lärmenden Hausbewohnern bekomme.

Wenn auch nicht ganz entspannt, nähte ich ihr noch zwei 50x50er Kissen mit Hotelverschluss, für ihre Nichten.

Die Wochen vorher hatte ich noch einen Leseknochen als Geschenk für eine alte Bekannte fertig gestellt den ich dann gestern bei ihr zustellen lassen konnte.
Gefallen tut er ihr … ob sie damit gut klar kommt, wird sich noch rausstellen müssen.

Einen schönen Sonntag wünschend,
der Micha

„Paulchen Zwei“ ist eingezogen

Obgleich ich wunderbar tolle prozessorgestützte Nähmaschinen, Kombis und eine Overlock in meinem Maschinenpark, habe ich es doch immer bereut mein Paulchen abgegeben zu haben.

Endlich ist sie wieder bei mir eingezogen … die beste mechanische Maschine … Ever, Ever uuuunnnnd Ever.
Ein „Paulchen²“ muß sie allerdings erst noch werden.
*Farben und Pinsel such

Die 1235er ist mein Favorit bei den mechanischen Maschinen und meine klare Empfehlung für EinsteigerInnen in dieses wunderbar kreative Hobby, da sie neben ein paar zusätzlichen Zierstichen vorallem einen Regler für die Breitenauswahl besitzt.

Einen passenden Schlafanzug wird sie ebenso wieder erhalten, wie eine neue Personalisierung.

Heute werde ich nichts mehr anfangen, dass Wetter macht mich fertig. Ich kämpfe mit Kopfschmerzen und bin irgendwie neben der Spur, aber ich freue mich schon darauf mit der Maschine wieder arbeiten zu dürfen.

Was die Arbeit betrifft, lasse ich heute die Natur den Frühling einleiten.
Mal schauen ob sich dieses Jahr Frühlingsgefühle bei mir einstellen. Das betrachten der „Blumen und der Bienen“ könnte mich da auf den richtigen Weg führen … vielleicht findet sich ja hier auch eine Micha-kompatible Blume in der Gegend. ;)

Nun fehlt es aber erst einmal noch an ausreichender Wärme und mehr Licht durch dauerhafte Sonne … aber das Jahr ist ja noch jung.

Einen schönen Frühlingsstart wünschend,
der Micha