Es sommert … und meine Telegabel ist nun dran … zu spät

10:00 Uhr –
Die Waschmaschine hat ihre Wäsche hinter sich, das Bettzeug hängt draussen in der Sonne.

Gerade habe ich mir noch ein paar Bilder der Telegabel ausgedruckt, damit mir halbwegs klar wird, wo was wieso warum sitzt/sitzen sollte.
Laut Anleitung und weil es logisch ist, muss ich das Vorderrad ausbauen.
Vorderrad ausbauen?
Hallo?!
Ich habe die Tage etliche Zeit damit verbringen müssen, die Bremse neu einzustellen. Davor hatte ich, etwas mühselig, das lackierte Schutzblech angebracht.
Der beste Zeitpunkt wäre gewesen (direkt mit Bremsbackenwechsel), es im Winter in der Wohnung zu machen.
Darum steht da oben „zu spät“. smile

Und nun soll ich das Vorderrad ausbauen … was dazu führt das ich die vordere Bremse abbauen muss, ohne gleichzeitig die Bremsbeläge wechseln zu können?
Mache ich das?
Ohh … wie ich es gerade verfluche.

10:30 Uhr –
Ich habe nun noch eine „kürzere“ Anleitung gefunden, wie ich die Gabel regenerieren kann.
Nun gehe ich mal testen.
Natürlich bleibt es dabei, dass das Vorderrad raus muss.

11:45 Uhr –
Nachdem ich zunächst nicht das Standrohr (oben), vom Tauchrohr (unten) getrennt bekam, las ich im Netz erneut nach und fand dort den Hinweis ruhig etwas kräftiger zu ziehen.
Nunja. Es ist zwar Metall, aber ich habe dennoch Bammel es zu schrotten, wenn ich da rohe Kraft walten lasse.

Andererseits ist eine Federung einer Dauerbelastung ausgesetzt und sicherlich wirken da viel stärkere Kräfte als ich aufbringen kann.
Somit zog und zerrte ich an den beiden Enden (zu zweit wäre es einfacher) und mit einem PLOPP rutschte es aus dem Dichtungsgummi.

Nun muss also der Simmerring beim Tauchrohr und der Sprengring am Standrohr heraus.
Das Gummi klebt wie verrückt im Tauchrohr. Mittlerweile habe ich es durch hebeln, ziehen und zerren teilweise zerstört, aber nicht draussen.

Der Sprengring ist nun mein weiteres Problem, denn ich habe keine Sprengringzange.
Was für ein Mist.

Öl war übrigens nur noch tröpfchenweise vorhanden. Nachher kommt dort nicht nur eine verstärkte Feder (3,4 statt 3,2mm) hinein, sondern auch neue Dichtungen und jeweils 40ml Gabelöl (es geht auch Motoren-/Getriebeöl).

12:20 Uhr –
Da mein Nachbar Viktor, gegen 12 Uhr Feierabend machen wollte, schaute ich kurz zur Tür raus und sah meinen anderen Nachbarn, der ebenfalls seit Wochen am schrauben ist.
Allerdings an seinem VW T4. Was aber den Vorteil hat, dass auch er gutes und besonderes Werkzeug hat.
Ich sprach ihn an, aber er verneinte dass er eine Sprengringzange hat.
Okay, sagte ich, muss ich mal auf Viktor warten, ob er sowas hat.
Kaum ausgesprochen ging er mit mir an die allgemeine Werkzeugkiste (Die haben sich da zusammen geschlossen … Russen halt. Die wissen wie man miteinander leben kann/soll.) wühlte ein wenig, hielt die Zange hoch und meinte dann „Die hier?“ Mit einem Grinsen.
Ich bedankte mich sehr und versprach sie nachher wieder rein zu legen.
(Ich bringe meine geliehenen Sachen nämlich immer möglichst schnell zurück!)

Keine 2 Minuten später, war der Sprengring draussen. Alleine ist das ein wenig umständlich, da man die Zange auseinanderziehen muss und gleichzeitig selbige in den Löchern lassen muss, aber wie man sieht klappt es.

Danach ging es dann an die Reste des Simmerringes. Unglaublich wie fest dieses Ding sitzt. Durch hebeln mit einem dicken Schraubendreher bekam ich ihn jedenfalls nicht heraus.
Erst durch das greifen mit der Kombizange und dem äusserst kraftvollen Verdrehen liess sich das Mistding zum rausrutschen bewegen.

14:30 Uhr –
Zeit für eine Mittagspause.
Danach bekam ich allerdings das nächste Problem, da ich nicht mehr wusste ob das Anschlagblech in das Stand- oder in den Tauchrohr musste.

Es muss ins Standrohr. Und danach muss der Sprengring drauf.

Ich mache dann mal weiter …

15:00 Uhr –
Was für ein Gefummel mit dem Sprengring.
Die geliehene Sprengringzange ist für äussere Sprengringe. Sie arbeitet also genau falsch herum. Wenn ich zudrücke, geht sie auf. Der Ring muss aber zusammen gezogen werden, da er ein innerer ist.
Ich behelfe mir damit, den Sprengring zu greifen um dann die Sprengringzange, mit einer Kombizange zusammen zu drücken.
Natürlich rutscht mir das Konstrukt immer wieder auseinander, aber mit entsprechendem Gefummel und versuchter Ruhe, klappte es dann doch.

Nachdem ich den linken Dämpfer wieder zusammen hatte und mühsam einbaute, da ich einerseits die Maschine hochheben muss und andererseits den Dämpfer durchschieben und fixieren muss, war ich ganz schön fertig.

Noch fertiger wurde ich dann, als ich den rechten Dämpfer ausbaute und feststellte, das sich im Standrohr nicht nur eine, sondern zwei Aufnahmen für die Feder befinden.
Das ist mir beim linken nicht aufgefallen, weil die Feder dort nur in der unteren Aufnahme sass.
Nun ist mir auch klar warum mir das fahren so schwammig vorkam.
Aufgrund der Bereifung und der ungewohnten Maschine hatte ich die ganze Zeit gedacht, dass es an mir liegt. Darum auch dieses seltsam schlechte Kurvenfahrverhalten.
Da ich nun den linken Dämpfer sowieso nochmal rausnehme, werde ich auch direkt den vergessenen Faltenbalg anbauen.

Wie man sieht steht die Maschine nun mehr schlecht als recht.
Nach dem Foto, habe ich sie dann auf Steine gelagert.
Nun kann ich an beiden Dämpfern in Ruhe arbeiten und mein Vorderrad muss nicht das Gesamtgewicht abfangen.

Morgen geht es weiter.

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Tag 2 – 12:15 Uhr
Ich habe mich eine weitere Stunde mit Trude beschäftigt und regenerierte
zunächst den rechten und dann nochmals den linken Stossfänger.
Dabei
kämpfte ich erneut mit dem raushebeln des Simmerringes und bekam auch
diesen erst wieder durch Einsatz der Kombizange und viel Gefluche
heraus.

Danach habe ich beide Federbeine teilweise befestigt.
Teilweise nur darum, weil ich in der Kurzanleitung las, das man die Maschine im Nachhinein, bei gelockerten Schrauben, aufschütteln soll, damit sich die Federn richtig setzen und man sich keinen Verzug holt.
Ich bin gespannt.

Aber das muß gerade mal zwei Tassen Kaffee warten, weil mal wieder mein Daumen blutet.
Immer wieder schaffe ich es, mir eine scharfe Kante unterhalb des Nagels oder in diesem Fall seitlich des Nagels reinzuhauen.
Das blutet natürllich wie Sau, was ich aber mit auswaschen und Sprühpflaster hinbekomme.
Ein bisschen Bammel macht mir immer der Gedanke an eine Blutvergiftung, aber da muss man als Schrauber wohl durch.

Zum Mittag hin wurde es noch heisser und noch drückender.
Meine Kopfschmerzen wurden nicht besser, so dass ich mich zur Einnahme meiner Tabletten entschied. Es war die richtige Wahl, denn trotz der Arznei habe ich, nun am Abend, immer noch leichten Druckschmerz.

Draussen habe ich dann die Verschraubung noch locker gelassen und die Federn arg beansprucht, bis sie dann einmal aufschlugen.

Danach schraubte ich alles fest, zog die Faltenbalge über das Tauchrohr und den Staubaufstreifer auf den Faltenbalg,

reparierte noch die 12Volt Dose und drehte die Luftgemischschraube am Vergaser auf fetteren Betrieb.
Dabei habe ich dann festgestellt das die Tachowelle (welche ich noch nicht erneuert hatte), gebrochen ist. Daher kam wohl auch das flattern der Zeiger und nun der Totalausfall der Geschwindigkeitsanzeige.
Also … wieder was zu bestellen. Mittlerweile nehme ich es locker, ärgere mich allerdings darüber das die Abnutzungen unmöglich nach 6Tsd KM auftreten können.
Somit werde ich auch die kommenden Monate nach und nach bestellen und austauschen müssen.

Morgen schaue ich mal wie sich die Maschine fährt.
Für heute reicht es mir.