Piraten – Loop – 001

Moin ihr Lieben.

Ewig ist es her das ich hier schrieb und das ich was sinnvolles an der Maschine gearbeitet habe. Beinahe ein Jahr verging damit eine Facebook-Gruppe zu führen und soweit vorzuarbeiten das sich die beinahe 6000 Mitglieder nun untereinander bei den ersten WehWehchen mit ihren Maschinen selber helfen können.

Ich habe mich dann Mitte des Monats aus der Gruppe herausgezogen und eine neue Gruppe zur reinen „Selbsthilfe“ eröffnet.
Somit bleibe ich als Ansprechpartner erhalten, kann aber nun endlich wieder an meine Maschinen und meine Stoffberge abbauen (der nächste Stoffmarkt ist schon wieder in Sicht). ;)

Zum Wiedereinstieg habe ich mir zuerst einen Loop vorgenommen, den ich aus meinem Tedox-Gewebe (100% Baumwolle) nähen will.

Zunächst einmal schnitt ich mir zwei Bahnen zu je 32cm Breite (inklusive 2cm Nahtzugabe) in voller Länge von 160cm ab. Der letzte Loop war mir zu eng am Hals. Ich bin da sehr empfindlich.
Möglicherweise ist die Länge nun zu lang, oder die Breite zu weit … ich werde es nach Fertigstellung sehen.

Die beiden Stoffbahnen werden rechts auf rechts gelegt und auf beiden Seiten mit einem einfachen oder dreifachfach-Geradestich vernäht, welcher an den Enden jeweils gesichert wird. Am Bahnbeginn und an Bahnende, bleibt jeweils 5cm Platz.

 

Da man eine Wendemöglichkeit braucht, kann man diese entweder auf einer Seite
der Bahn offen lassen, oder nachher beim „rundnähen eine Seitennaht nicht schliessen. Ich habe mich dafür entschieden es wieder an einer Seite offen zu lassen und nehme für die ausparten Nahtbereich, meine Handfläche als Maß.
 

Beim ersten Loop war ich sehr sparsam mit der Öffnung, weil mir das Handnähen schwer fällt und die „Zaubernaht“ dadurch nur ein paar Stiche braucht. Allerdings war es ein fürchterliches Gefummel den Schal auf rechts zu drehen.

Da ich den Piratenstoff mit einer Piratenstickerei aufpeppen möchte, suchte ich mir erstmal eine kostenfreie Stickdatei aus und liess sie auf einem Baumwollstück zur Probe sticken.


In der Regel wird bei Stickereien die Oberfadenspannung gesenkt. Da dieses aber von der Gewebe-Nadel-„gute Stimmung“ abhängig ist, macht es immer Sinn, vorab einen Test zu fahren. Die letzten Monate habe ich nur Teststickereien gemacht, bei denen es egal war wenn sie nicht hinhauten. Den Piratenstoff wollte ich mir aber nicht versauen und bin heilfroh das ich einen Test machte.
Der erste ging nämlich fürchterlich daneben.
Ich liess die Maschine zunächst mit voller Geschwindigkeit und leicht reduzierter Oberfadenspannung arbeiten, was zu einem bösen Fadennest führte. Zur Entfernung des Fadennestes brauchte ich eine Weile, da ich die Stichplatte direkt mit abnehmen musste.

An dieser Stelle dann direkt der Rat für die BesitzerInnen der computergestützten W6 – Maschinen, dass ihr zum lösen der Stichplatte den mitgelieferten Vollmetallschraubendreher (oben links am Gewebe) benutzt.

Nachdem ich das Ganze herausgewurschtelt und die Maschine ausgefegt und abgesaugt hatte, liess ich die Stickerei erneut sticken und stellte nun die Oberfadenspannung zurück auf Standard. Die Geschwindigekeit reduzierte ich auf die Hälfte. Dennoch gab es erneut Fadenchaos.
Ich schnitt diesesmal das Fadennest von der Unterseite, vorsichtig und so niedrig es ging, ab und stellte die Fadenspannung um zwei Stufen herauf.
Auch das war der falsche Weg, sie begann erneut bei den Stichen zu „schlagen“ und ich hörte schon das untere Fadennest. Also erneut gestoppt, die Maschine auf minimale Geschwindigkeit reduziert und die Oberfadenspannung um nur noch einen Punkt höher angesetzt.
Und siehe da, es funktionierte.

Die Stiche sind einfach zu engmaschig gesetzt und meine eingesetzte Nadel nicht die richtige.

Jedenfalls kam nun mein Gewebe dran.
Ich hatte zunächst nur die eine Stoffbahnseite miteinander verbunden, damit ich die Stickerei noch ausführen kann.
Die Einstellungen beliess ich so, wechselte allerdings die Testnadel gegen eine Titan, welche ihre Arbeit klaglos vollendete. Laut Rückseite hätte ich die Oberfadenspannung erhöhen können, aber wie ich im Test sah, will das nicht funktionieren. So herum ist es mir jedenfalls lieber als wenn ich den Unterfaden oben habe.

Danach ging es an das mühselige abfizzeln des Klebevlieses. Im Schal würde sich so eine Verstärkung nicht gut machen.
 

Mit einer Kanne W6-Beruhigungs- und Entspannungstee (den es leider trotz mehrfacher Nachfrage meinerseits, nicht gibt) und einem Hörbuch wurde der grossteil des Klebevlieses entfernt und ich konnte mich an das entgültige vernähen des Loops machen.

Zunächst einmal wurde die zweite Seite vernäht und dann (bis auf den Bereich der Nahtöffnung) eine zweite Sicherheitsnaht gesetzt.
Mit der Zackenschere wurde dann die Nahtzugabe abgeschnitten.

Nun wird das Ganze auf rechts gedreht und die beiden aneinander liegenden Enden abgesteckt und miteinander vernäht.

Danach bitte durch die Wendeöffnung auf links drehen und auch dort die beiden aneinander liegenden Enden miteinander vernähen.

  

Wie man sieht stecke ich die Stecknadeln schräg, statt auf der Naht mitlaufend.
Ich mache das, damit ich nicht mit der Nadel aufschlage. Vielleicht ist das aber auch falsch und man „muss“ manche Nähte so und andere Nähte (oder Gewebe) anders abstecken.
Wer da einen Rat oder Link hat … ich würde mich freuen.

Auch hier schneide ich, nach dem vernähen, die Nahtzugabe mit der Zackenschere zurück.

Als letztes wird nun der Loop auf rechts gewendet und die Wendeöffnung geschlossen.

Ich glaube meinem Mitbewohner gefällt es schon ganz gut.
Ein Stretchgewebe wäre sicherlich die bessere Wahl, da sich der Schal dann mehr anschmiegt und sich beim „über den Kopf ziehen“ entsprechend dehnen kann.
Mein Loop fühlt sich zwar gut an, ist aber starr.

Das Projekt hat mir mal wieder richtig Laune gemacht, weil es nicht nur eine Teststickerei war, sondern diesesmal etwas nützliches geschaffen wurde und ich mich wieder in Ruhe diesem tollen Hobby hingeben konnte.

Auf zum nächsten Projekt.

Liebe Grüße,
der Micha