Eine Ausfahrt mehr = eine Rücklichtbirne weniger

Ich kam nicht umhin, erneut eine Fahrt ins 63KM entfernte Steinfeld zu unternehmen.
Die Maschine läuft zwar nicht schlecht, aber man spürt das sie unter Volllast, nach geraumer Fahrtzeit, nicht mehr genug Sprit oder Luft bekommt.

Auf der Hinfahrt hatte mein Navi wohl einen Demenzanfall, denn es schickte mich eine Stunde lang durch die unmöglichsten Gegenden. Zunächst dachte ich mir, dass ich ihr Routenprofil geändert habe, aber damit war alles wie immer.
Nunja. So machte ich zwar einen riesen Bogen um den Dümmer See, fuhr dabei aber auch entlang eines grossen Torfabbaugebietes.

Leider ist das Bild nicht gut belichtet, sodas man die riesige Menge Torf auf diesem Feld nicht richtig erkennen kann.

Ich fuhr zwar mit der Helmcam und die Videos waren auch nicht schlecht, aber leider haben sie extrem viele Wackler, da der Kopf halt hin und her geht.
Darum habe ich die Videos wieder gelöscht und werde, wenn ich endlich diese Elektrik im Griff habe, über eine neue vibrationsfreie Aufhängung an der Maschine nachdenken.Das wird wohl das geringste Problem.

Auf meiner Rückfahrt, machte ich einen Kurzstop am Dümmer See.
Das Wetter war prächtig und ich kam sowieso daran vorbei.

Obwohl die Sommerferien beinahe überall vorbei sind, war es dort brechend voll.
Kinder, Eltern, Rentner … und eine offensichtlich zusammenhängende Ausflugsgruppe, die eine Ausfahrt mit dem Schiff gemacht hatte. So brechend voll, habe ich den Kahn noch nie gesehen. Als ich ankam, begann gerade der Ausstieg … und wollte nicht enden.
Die ganze Gruppe ging dann geschlossen zum angrenzenden Restaurant, welches damit wohl seine gesamten Sitzplätze innen belegt hatte.

Warum die nicht auf die Aussenterrasse sind, hat sich mir verschlossen.

Leider hatte ich nicht lange Ruhe.
Ein Päärchen machte sich neben mir auf der Bank breit, blubberte mich voll und freute sich dann das ich Reissaus nahm.

Und falls ihr euch wundert, dass ich von unglaublich vielen Besuchern schreibe, aber niemand zu sehen ist … das ist von mir so gewollt, denn eigentlich müsste ich ansonsten jeden Einzelnen unkenntlich machen.
Bevor ich hier stundenlang an der Nachbearbeitung hänge, warte ich lieber ab drücke auf den Knipsie wenn kaum jemand da ist.

Ich ging also wieder zum Parkplatz, bestaunte auf dem Weg dahin noch eine alte BMW die bestens gepflegt war und machte mich reisefertig.
Als ich Trude anliess, war das Rücklicht bereits wieder durchgebrannt.
Natürlich wechselte ich es nicht, sondern fuhr damit so flott es ging nach Hause.

Die nächsten Tage werde ich dann mal wieder schrauben und Fehler suchen.

Liebe Grüße,
der Micha

Ein erster Trip nach „dat Uli“

Nun habe ich mit Trude eine Fahrt zu „dat Uli“ gewagt. Und leider
keine Bilder geschossen, obgleich ich genug zum aufnehmen hatte.
In
dem Zusammenhang fällt mir ein, das ich noch die Kamera auf Trude
stecken habe. Da muss ich nun nochmal in die Garage, bevor sie sich tief
entlädt … *aufspring.

Oh Mann was für ein Tag. Die Keycam habe ich gerade von Trude genommen. Mit grossem Überraschungseffekt.
Aber der Reihe nach.

Zur Mittagszeit machte ich mich heute auf, um zu schauen, wie Trude mit den neuen Federn läuft.
Da ich mir von Polo den Kompressionsmesser kaufen wollte fuhr ich zunächst in die Stadt.
Leider war er nicht vorrätig (ich habe nichts anderes erwartet), wurde aber bestellt und ich erhalte eine email wenn er da ist.
Da
ich der Meinung war das auf der selben Strasse ein MZ-Händler war, fuhr
ich sie einmal auf und ab. Es ist eine Strasse im Gewerbegebiet, etwas
ausserhalb von Osnabrück, aber stark befahren.
Beim Harley Davidson
Laden hielt ich dann an und parkte meine 2 Takt Trude, brav neben dem
Chromgedöns der Harleys. Man schaut zwar immer wenn ich sowas mache,
aber niemand meckert. (obwohl ich immer damit rechne, das jemand meinen
Roller anzündet). smile
Wie auch immer … hinein in den Laden
… brav gewartet bis man von dem wartenden Kunden die Rechung
unterschrieben bekam (Stundenlohn 89€) und kurz mal nach nem MZ-Laden
gefragt.
„Noe, gibt es hier nirgends.“ Sagte einstimmig Chef und Mechaniker.
Hmmm.
Da hatte ich wohl irgendwas anderes im Kopf. Nunja, ich bedankte mich,
wünschte noch einen schönen Tag und nahm die grummeligen Gesichter der
beiden anderen Kunden in Kauf, bei denen ich mich zwischen gedrängelt
hatte. Ging ja schnell. :P

Tja … und nun? Die Sonne brennt mit 33 Grad … mein Shirt ist eh schon klitschnass unter der Mopedjacke und meine Handschuhe sind ein wares Badeparadies.
Wenn
ich nun zurück fahre, komme ich wenigstens unter die Dusche und raus
aus den Sachen, aber damit weiss ich immer noch nicht wie Trude fährt.
Also, ab zum Dümmer. Knappe 60KM Landstrasse.

Kurz nach Belm, einen der letzten Vororte, fuhr ich auf einen Rastplatz um die Keycam anzubringen.
Dazu kam ich aber nicht mehr.
Eine gelbe Simson S53 (?) stand da auf dem Parkplatz und ich musste grinsen.
Wie gross ist wohl die Wahrscheinlichkeit das ich ausgerechnet dort und jetzt auf eine weitere Simme treffe? Sehr gering.
Der Simme gings aber gar nicht gut.
Der
Fahrer … um die 35 … hatte dort eine kurze Rast eingelegt und
danach ging gar nichts mehr. Das heisst, sie machte noch eine
Fehlzünding und war danach „gestorben“.
Zündfunke hat sie. Sprit und eine frische Zündkerze auch.
Leider hatte ich kaum Werkzeug dabei und so fit bin ich in der Technik noch nicht.
Aber als er versuchte anzukicken, hörte ich es blubbern. Der Motor war voll mit Benzin. Da springt nichts mehr an.
Leider
hatte der Fahrer den Krümmer, samt Auspuff sehr hoch gezogen, so dass
sich überschüssiges Benzin und Wasser in der Krümmermitte sammeln
konnte.

Ich riet ihm, zunächst einmal, mit geschlossenem
Benzinhahn und ohne Zündkerze, die Maschine im zweiten Gang über den
Parkplatz zu schieben, damit die Suppe rausgedrückt würde. Das brachte
leider nicht den erhofften Erfolg und da ich keine Zange dabei hatte,
konnte man den Krümmer auch nicht entfernen.

Ein paar Minuten später, fuhr eine 70(?)er Herkules auf den Platz.
Der Fahrer wollte zunächst weiter fahren, als er uns sah, aber ich bat ihn zu halten und wir hofften auf eine Zange.
Eine Zange hatte er nicht, aber wenigstens etwas Schrauberwissen.
Er riet dann die Maschine im ERSTEN Gang zu schieben, damit die Suppe raus kommt.

Okay,
der erste Gang war besser, als mein vorgeschlagener zweiter und etwas
kam heraus, aber sie blubberte immer noch wenn man sie kickte.

Kurz darauf kam ein Transporter auf den Platz. Der Fahrer hatte eine Rohrzange dabei und der Krümmer konnte ab.
Was dann da rausgeflossen kam, waren locker anderthalb Liter schwarze Benzingülle.
Die
Karre war buchstäblich ertrunken und der Fahrer konnte von Glück reden
das sich das Gemisch nicht entzündet hat. Das hätte böse enden können.

Auch
wenn es ein gutes Bild geworden wäre, wollte ich aufgrund der Personen
keines machen und liess die Kamera wo sie war. Leider vergass ich bei
allem auch die Keycam anzubringen.

Er machte noch alles sauber
und ich gehe mal davon aus, dass er danach gut weiterfuhr und zuhause
den Auspuff zurückbaute, damit ihm das zukünftig erspart bleibt.
Der Herkulesfahrer und der Transporter blieben noch bei ihm, während ich mich wieder auf die Fahrt machte.

Die
weitere Fahrt ging dann direkt durch bis zu „dat Uli“, wo ich mir zwei
Kaffee trinken, und ein wenig plaudern konnte bis ich mich kurz darauf
wieder auf den Rückweg machte.
Allerdings nicht ohne auf der Tour eine Neuigkeit von Trude zu erleben.
Irgendwann auf der Landstrasse (mein Navi zeigte ~55KM/h an), wunderte ich mich das der Schlüssel am Band hing.
„Ohhh … wie kann das denn sein, dass der Schlüssel aus dem Schloß rutscht?“ , dachte ich mir und schob es auf die Vibrationen.
Mit
den Vibrationen lag ich schon ganz richtig, wie mir ein paar Minuten
später auffiel, denn am Band baumelte nicht nur der Schlüssel, sondern
an diesem wiederum der Schliesszylinder des Zündschlosses.
„Was??? Da kann garnicht sein! Oder doch?“
Doch
es konnte und kann sein.

Der Zylinder wird, wie ich bei Uli
feststellte, von einer kleinen Schraube im Zündschloss gehalten. Diese
Schraube hat sich wohl verabschiedet und somit konnte das Zündschloss
raus. Da die Maschine ja schon auf „On“ geschaltet war, blieb sie an,
liess sich allerdings nicht mehr so einfach ausschalten.

Als ich
Trude abstellte, musste ich zunächst einmal den Zylinder wieder
einführen und dann den Punkt suchen, wo die Schalter betätigt werden. Es
ging relativ zügig und ist der ultimative Diebstahlschutz, aber so kann
das nicht bleiben, denn in der Garage ist das nicht so prickelnd wenn
der Motor noch lange läuft.

Im OsnabrückerLand fuhr ich einen kleinen Bogen, weil ich nicht durch die Stadt wollte.
Irgendwo
auf dem Land, neben einem Bauernhof, hielt ich an und steckte die
Keycam aufs Schutzblech um zu sehen, ob die Federn vielleicht den Lauf
ruhiger machen.
Obwohl ich mir sicher bin das dem nicht so ist, weil
ja das Schloss rausvibrierte und meine Spiegel ab 50 auch nur noch
vibrierende Etwasse hinter mir anzeigen.

Aber ich wollte es halt nochmal probieren, zumal die Gegend auch nett zu fahren ist.
Es
ging also mit Videocam weiter und ich fuhr, mit einem Tankstop und
einem erneuten Gefummel mit dem Zündschlosszylinder, nach Hause.

Als ich dann vorhin die Keycam nachträglich von Trude holte, fand ich sie so vor.

Normal ist das nicht!
Ich gehe nicht davon aus, dass das Video brauchbar ist. Allerdings bin ich froh, dass ich sie an eine Leine mit zweitem Klettband anbrachte. So schlackerte sie wohl „nur“ am Schutzblech entlang und ging mir nicht verloren.
Vielleicht sollte ich die ganze Trude mit Klettband einwickeln? ;)

Ich muss diesen Vibrationen auf den Grund kommen!
Wahrscheinlich ist mein Hauptproblem die Kurbelwelle, der Kupplungskorb, oder etwas in dieser Richtung.
Ich werde noch dahinter kommen und hoffe darauf das mich Trude unterwegs nicht einfach stehen lässt.

Nun schaue ich mir mal das Video an … oder was davon übrig ist.
Sollte etwas verwertbares dabei sein, stelle ich es online.

Tja …. soweit die Theorie. In der Praxis finde ich keine SD-Karte mehr in der Cam.
Habe ich vergessen eine rein zu tun?
Dann müsste sie aber noch auf dem Arbeitsplatz sein.
Oder ich habe sie auch verloren.
Morgen suche ich mal nach der Karte. Ich kann mir vorstellen das ich sie hier finde.

Naja … war trotzdem ein schöner Sonnentag. smile

Irgendwann musste es ja so kommen

Vorgestern bekam ich einen Anruf das eine meiner Exen ins Krankenhaus nach Lohne kam. Bakterielle Lungenentzündung war angesagt.
Wie das so ist, fehlt einem Dies und Das an Klamotten, Geld und Technikkram.
Von mir bis nach Lohne sind es um die 75KM, also eine „normale“ schöne
Tour, da sie mich am Dümmer-See vorbei führt (welchen ich mit dem Rollerkollegen „Sani“ bereits umrundete).
Eine Rufnummer fürs Zimmer hatte ich erhalten und somit kündigte ich
meinen Besuch für gestern an. Einen Gang zur Bank müsste ich machen und
ganz wichtig ein Handyladegerät aus einem Technikladen kaufen.

Ich fuhr dann gestern gegen 11:00 Uhr los und gedachte zum Kaffee in
Lohne zu sein. Mit den Besorgungen passt es dann in der Zeit um sich ein
Kuchen zu holen und die Rückfahrt gemütlich anzugehen.

Bis kurz vor Diepholz kam ich als der Vortrieb ausfiel und sich
stattdessen ein schabendes Geräusch bemerkbar machte. Mitten auf der
B51.
Der erste Griff ging zum Schlüssel um den Motor abzuschalten, erst
danach bremste ich ab und lies die Maschine auf den Fussgängerweg
einrollen.
Um mich herum die endlose Weite der norddeutschen Tiefebene und ein paar Bauernhöfe.
15 Meter vor mir war der Nächste und es stand ein PKW davor. Die
Stalltüren waren ebenfalls offen und da es ganz leicht nieselte schob
ich die Maschine zunächst einmal zwischen zwei grosse Bäume auf deren
Hof und hoffte darauf das mich nicht gleich zwei grosse Hunde
zerfleischen. Erfreulicherweise kam kein Hund zu mir und ich richtete
mich erst einmal ein.

Jacke aus. Topcase auf. Werkzeugkoffer geschnappt. Varioabdeckung auf … theoretisch.
Praktisch zog ich zunächst mal meine Lederhandschuhe wieder an, denn ohne konnte ich die Vario nicht anfassen.
Schraube hier und da … und der Deckel lies sich abnehmen.

Das Gewusel darin sind keine Schwalbennester sondern die Reste des Keilriemens.



Hier die weiteren Reste in der Abdeckung

und hier der gesamte „Keilriemen“ in handlich luftiger Form.

Tja … Keilriemen … ich habe zwei Stück zuhause … und den Schlagschrauber und den Drehmomentschlüssel.
Das Varioblockiertool habe ich ja auch nicht passend.

Zunächst einmal die aufkommende Panik unterdrücken und überlegen wen man denn eigentlich anrufen kann.
Viele Leute kommen nicht in Frage, da meine Freunde im Bereich
Düsseldorf leben. Die meisten derer die im Osnabrückerbereich Ansässigen
haben eh kein Fahrzeug … einen Hänger oder Transporter besitzt
niemand … viele sind arbeiten und im ADAC bin ich mangels Kohle nicht.

Mal eben den ADAC zu Hilfe rufen kann ich mir finanziell auch nicht leisten.

Was blieb war der Bauernhof und die Hoffnung auf einen Mopedladen in der Nähe.
Ich überwand mich und klingelte an der Türe. Eine ältere Frau machte
auf, ich schilderte mein Problem und das ich hier gestrandet wäre und ob
es einen Motorradhandel in der Nähe gäbe.
Moment sagte sie und rief ihren Sohn.
Selbiger kam, hörte sich alles an und half.
*wow

Er stellte fest das es ein Roller ist und ich sicherlich eher einen
Rollerhandel bräuchte, da ein Keilriemen dort wohl eher die richtigen
Masse hat.
Yepp, dem stimmte ich zu und merkte mir das schonmal für die Zukunft.
Er brauchte noch eine halbe Stunde, fuhr aber dann mit mir zurück an den
Dümmer zu einem Vespahändler. Gute Idee weil es eine alteingesessene
Firma war, aber leider hatten sie keinen Keiler in der gewünschten
Grösse (mal gut das ich die im Kopf habe, denn das Handbuch schweigt
sich ja aus).
Sie hatten zwar nicht das Ersatzteil aber einen Tipp mit einem weiteren
Händler, der allerdings in Diepholz sitzt. Vorher wurde dort noch von
meinem Fahrer angerufen und gefragt ob er einen Keiler da hat. „Ja hat
er“ und schon ging es wieder los auf die B51 … wieder zurück … an
Haus und Tuxie vorbei und ab nach Diepholz.

Keine 30 Minuten später und eine erste Buchung von 17 Euro auf meiner EC Karte weiter, sass ich mit Keiler an Tuxie.
Eine 17er Nuss und ein Kreuz konnte man mir am Haus ebenfalls zur Verfügung stellen. Da mir das Blockiertool fehlte, musste es heute mal mittels Blockierung durch einen Gabelschlüssel gehen.
Theoretisch kein Problem, allerdings leiden die Zahnräder dabei. Hier
ging es aber nur um eine Notreparatur. Es musste halten um wieder nach
Hause zu kommen.

Ich drückte, zerrte und machte, aber die Mutter bekam ich nicht auf. Keine Chance.
Mein Fahrer, der dabei blieb, schlug dann vor mich vom Diepholzer Händler abholen zu lassen.
Abholen?! Eine gute Idee … wenn mein Konto denn mindestens 200 Euro im Plus wäre.
Ich gab meine Bedenken zum Ausdruck, er meinte aber das es nicht so teuer würde und ich mich da sicherlich einigen könnte.
Nunja … die grosse Auswahl an Möglichkeiten hatte ich nicht. Den neuen
Keilriemen bekam ich so nicht aufgesetzt und die Variomatik muss
sicherlich auch noch von Resten des zerfetzten Keilers befreit werden.
(„Das ich sie allerdings nicht hin und herschieben kann, wundert mich
schon etwas … aber wahrscheinlich liegt nur eine Variorolle quer“)

Mein Fahrer rief also den Händler erneut an und sagte mir das dieser eine Stunde später erscheinen würde.
Alles Bestens.
Damit musste er sich dann auch mal verabschieden, bot mir aber vorher
noch etwas zu trinken an, was ich nicht auch noch in Anspruch nehmen
musste, da ich einen Saft dabei hatte.
Meine Bitte auf kleine Entschädigung in Form einer kleinen Tankfüllung lehnte er (gottseidank) ab.
Er war selber Biker und fuhr einen 800er Kawa Chopper. Schick.
Somit war bei dem ganzen Unglück, das Glück mir dennoch hold.

Um kurz nach zwei kam dann auch der Schrauber mit Transporter und wir fuhren nach Diepholz zur Werkstatt.
Er nahm den Druckluftschrauber … öffnete die Variomutter … entnahm
die Variomatik … schaute und staunte und zeigte mir das Gebilde

Die Variohülse hat sich abgedreht und dadurch den Keilriemen zerlegt.
Durch die nicht mehr eingepasste Hülse hatten sich die Gewichte zerlegt.
Der Anlasser (Freilauf) hat ebenfalls Schaden genommen. Ohne Freilauf könnte ich nicht weiter fahren.

Variomatik und Gewichte hat man im Laden, aber der Anlasser ist speziell und nicht vorhanden.
Stehen lassen wollte man mich aber auch nicht, somit dengelte der
Mechaniker den Anlasser wieder funktionstüchtig (ich war mehr als nur
beeindruckt).
Bevor ich gross arbeiten lies, sprach ich mit dem Chef das meine
EC-Karte wohl bei spätestens 50 Euro Ende sagt, ich aber definitv den
Restbetrag anweisen lasse.
Natürlich ist man nicht begeistert, aber als Chef mit Herz weiss man um die Notlage und hofft darauf das alles gut gehen wird.

Er berechnete mir … unter Abzug des Datums, meiner Ehrlichkeit, seines
grossen Herzens, meiner Notlage und der allgemeinen Grosswetterlage 45€
für Abholen, Mechanikerstunde, Variomatik, Gewichte, dengeln und
Rundumblick.
Damit lies er, ganz bewusst, 5 Euro auf meiner EC Karte damit ich wenigstens noch tanken kann. (Ich war den Tränen nahe …)

Und kurz vor dem Heulen war ich dann als die Karte die Zahlung
verweigerte … also 40 statt 45 … keine Chance … also 30 statt 40
… ich lief vor Scham sicherlich hochrot an, aber die Zahlung wurde
akzeptiert.
Er wollte mich schon verabschieden, als ich um die Daten bat damit ich
den Restbetrag zahlen kann. (Er hätte es wohl dabei belassen … ).
Er machte mir die Rechnung fertig und ich werde die Tage überweisen.

Da ich kurz vor dem Krankenhaus war (20 Minuten entfernt), fuhr ich dann
doch noch zu meiner Ex und konnte ihr noch mit Ladegerät und einem Gang
zur Bank weiter helfen.
Tuxie hört sich seltsam an, scheint nun statt im zweiten im ersten Gang
zu laufen und nicht mehr in den zweiten zu schalten. Endgeschwindigkeit
reine 45KM/h. Aber sie läuft!
Der Rückweg wurde dann anders.
Auf dem Weg durch die Dammer Berge (das sind schon kräftige lange
Steigungen) zuckte Tuxie als ob der Riemen rutschen würde. Die
Endgeschwindigkeit blieb zwar, aber ein Anfahren an einer Steigung war
beinahe unmöglich.

Das Gezucke, das nicht anfahren und das Tuxie auch bei der Abfahrt kaum
Geschwindigkeit aufnahm lies mich schon daran glauben das ich sie im
Wald entsorgen muss und sprach streichelnd und flehend auf sie ein. „Bis
nach Hause bitte!“
Und sie brachte mich nach Hause. Meckernd, Zuckend. Ohne Anzug … aber
ich bin angekommen und nun muss ich das erst einmal verdauen.

VIELEN, VIELEN DANK meinem Retter in der Not (Graftlage 30, 49356 Diepholz).
Natürlich auch der Firma KM-Moto aus Diepholz für die Hilfe in der Not.