Neue Maschine … neues schrauben und frieren

Okay. Wie ich gestern bereits berichtete lief mir der Vergaser über und die Maschine zog im Stand kaum.
Ich war, auch aufgrund der derzeit anliegenden privaten Probleme, in mein grosses dunkles Depressionsloch gefallen und habe früh am Abend den PC ausgemacht und mich mit meinem eBuch ins Bett verzogen.
„Arthur und die vergessenen Bücher“ lese ich derzeit. Band 3.

So vergessen wie die Bücher, aktuell wird nach dem „Buch der Leere“ gesucht, fühlte ich mich auch. Leer und am liebsten würde ich alles vergessen.
Der Schlaf war (wieder einmal) extrem unruhig und entsprechend kurz.
Nichtsdestotrotz war es gut diese Reissleine zu ziehen. Hätte ich mich die Nacht über noch mehr mit Flipper beschäftigt, wäre da nichts sinnvolles bei raus gekommen.

Da heute dann mal am Vormittag die Sonne schien, ging ich am frühen Morgen nach draussen, obwohl ich Flipper eigentlich schon als zweiten Dauerparker in der Garage sehe und packte mein Werkzeug ein.
Ab zur Garage. Türe auf …. boah muffelt das nach Benzin … direkt mal nen Blick auf den Boden werfen … keine Benzinlache. Puuuh, also nur das ausdünsten der Lappen.
Maschine raus rollen und erstmal noch im Schatten, die Maschine hingestellt und viele, viele Tücher und Lappen dazu geholt.
So, gegen 12 wird die Sonne dann auf den Arbeitsplatz scheinen.
Theoretisch (es hat sich zu meinem Lebens-Lieblingswort entwickelt).

Zunächst einmal schaute ich nochmal genauer auf den Vergaser-Motor-Luftfilterbereich, ob da wirklich kein Benzin stand. Stand nicht.
Davon direkt einen Energieschub zum weiter machen bekommen, begann ich die Karre zu zerlegen.
Luftfilter ab. Vario offen legen. Vergaser lösen.

Okay, im Luftfilter befand sich noch ein kleines bisschen Benzin, dass kann aus dem Schlauch nachgeflossen sein, oder neu hinzugekommen. Weiß ich nicht. Kann ich nicht einzuschätzen.
Der Filter ist jedenfalls nur noch an einer Seite etwas nass. Also vielleicht war es dann doch nur noch der Rest von gestern.

Weiter ging es … Keilriemen und Innenleben angeschaut.
Keilriemen ist okay. Nicht besonders abgenutzt und nicht brüchig.
Die Vario liess ich zu. Bloss keine Probleme verursachen wo (noch) keine sind.
Der Deckel ist mit ein wenig Abrieb überzogen, aber ohne Bröckchen eines Keilriemens. Scheinbar alles okay.

Dann kam der Vergaser dran.
Nochmal auf den Schlauch am Überlauf geschaut … der ist beinahe trocken.
Hmmm.

Hilft alles nichts, da muss ich den Vergaser mal genauer anschauen.
Die Vergasermembrane ist deutlich eingeklemmt. Also öffnen und auf Risse prüfen. Am Aussenring etwas beschädigt, aber ohne Risse (gegen das Sonnenlicht geschaut).

Schon mal positiv.

Ich legte erstmal ein sauberes Tuch drüber und prüfte alle Zu- und Abgänge am Vergaser.
Alles ohne Auffälligkeiten. Nichts geknickt, nichts gerissen, nichts Besonderes.
Hmmm.

Laut „Schrauber“ hat er den Vergaser gereinigt und die Maschine laufen lassen … also sollte da doch alles okay sein.
Dennoch scheint es so, dass der Schwimmer nicht funktioniert, also habe ich den Vergaser erstmal auf den Kopf gedreht und die Schwimmerkammer geöffnet.

Man beachte bitte die Schwimmerkammer (besonders oben rechts) …

Ich habe dann mal ein weisses Tuch aufgelegt und schnell gewendet.

Mehr muss ich wohl dazu nicht schreiben.
Die wahrscheinlich erste richtige Fahrt des Lebens, hat wohl Flippers erste Darmreinigung eingebracht.

Der Himmel zog sich mittlerweile denn doch zu und ich begann alles wieder zusammen zu schrauben.

Bevor ich das Helmfach wieder einbau(t)e, habe ich erstmal durchstarten lassen. Ich musste dreimal kurz anlassen, bis der Vergaser wieder Sprit hatte … und dann lief sie, als wäre alles okay.

Ich habe sie dann, aufgrund der sich aufbauenden Regenwolken erst einmal ohne Helmfach/Sitzbank in die Garage gefahren und werde mir nachher anschauen ob noch alles okay ist.

Erst einmal bin ich froh dass ich das Problem entdeckt und durch Reinigung mit Bremsenreiniger, behoben habe.
Was nun den Anzug angeht, muss ich wohl irgendwann mal an die Variogewichte, oder die Kupplung, oder „einfach“ nur an die Düsen des Vergasers. Oder halt an alles.

Zunächst einmal hoffe ich aber dass ich die nächsten Tage kurze Fahrten in den Ort machen kann, ohne das ich liegen bleibe.
Weiter als diese 3KM traue ich mich weissgott nicht.
Mit den Reifen sowieso nur, wenn es trocken ist.

Euch auch alles Gute wünschend,
der Micha

Was wohl neue Bereifung kostet, wenn ich es machen lasse? – und schon muss ich selber schrauben.

Folgende Anfrage habe ich an ATU und an Vergölst gepostet:

Sehr geehrte Damen und Herren,

würden sie mir bitte mitteilen was eine Umrüstung auf:
Heidenau K58 Snowtex 3.50-10 vorne und hinten
inklusive Umbau an einer REX RS 450 Vorort kostet?

Mit freundlichen Grüßen,

Michael Andres

Antwort von ATU – Georgsmarienhütte (also Vorort):

Sehr geehrter Hr. Andres,

    Zwei neue Reifen von Heidenau K58 + montage der Vorder-und Hinterachse  Beträgt 123,78€
    —
    Freundliche Grüße
    i. A. Kooistra

Antwort von Vergölst – Osnabrück

Keine Antwort. Okay, dann halt nicht. Auf unfreundliches Benehmen kann ich nicht.

Macht aber nichts … heute scheint ein bisschen die Sonne durch und ich habe mein Windschild angebaut.
Ausserdem habe ich noch mit dem Sprit aus dem Reservekanister meinen Tank gefüllt.

Zumindest theoretisch, denn praktisch lief mir die Suppe nach einem kurzen Testlauf im Stand, nur so aus dem Überlauf des Vergasers in den Luftfilter und auf den Boden.

Toll … ich bin NULL begeistert. Bis ich überhaupt erstmal den Punkt gefunden habe wo die Suppe herkommt, waren meine Lappen schon Benzingetränkt. Den Rest davon sieht man auf dem Boden.

Natürlich habe ich zunächst auf den Bernzinschlauch getippt, aber wie gesagt war des Überlauf der an diesem Vergaser unterhalb sitzt.
Neuer Vergaser = zwischen 30 und 60€

Nachdem ich das Ding trocken gelegt hatte und einen Schlauch an den Überlauf machte, war auch erstmal alles gut.
Also liess ich Flipper an und fuhr los. Richtig anziehen wollte er nicht (vielleicht Sprit auf dem Antriebsriemen).
Die Fahrt ging bergauf mit 40 und bergab mit 70 … okay. Aus dem Stand heraus will er aber nicht kommen und ich ahne schon dass da demnächst noch was in Sachen Antriebsriemen und neue Gewichte auf mich zukommt.

Aber eines nach dem anderen … VERFLUCHT ich wollte an der Maschine NICHTS schrauben.

Ich fuhr zur Firma Rüschemeyer im Nachbarort.
Zweirad Rüschemeyer
Natruper Straße 32
49170 Hagen
05401 9424

Den Händler kenne ich bereits und sein guter Ruf geht über die Grenzen des OsnabrückerLandes hinweg.
Fahrräder, E-Bikes und Roller aller Art macht er. Bei ner Simme stellt er sich allerdings ein wenig an, aber man kann über alles reden und wenn man mal einen Schraubendreher auf dem Hof braucht, wird da nicht lange lamentiert, sondern einer organisiert.
Ich mag den Laden weil er fair (und nicht billig) ist.

Als ich beim Händler im Nachbarort ankam, machte ich die Maschine aus und wartete, wartete und wartete … keiner hatte Zeit.
Roller ohne Ende standen da zur Winterreparatur. Ausserdem war gerade eine Ladung E-Bikes angekommen und es befanden sich bereits 3 Kunden im Geschäft. Na toll. Das wird wohl noch lange dauern. Schade ums Wetter und der Chance Flipper ein zweites Mal auszuführen.
Okay … fahre ich halt wieder. Dachte ich zumindest. Reine Theorie.
Ich drückte den Anlasser und liess kurbeln, kurbeln und kurbeln. Nichts. Total versoffen.
Man ahnt es schon … Flipper tropfte wieder aus dem Luffi.
Ich war ja sowas von begeistert.

Natürlich hatte ich mein Werkzeug nicht eingepackt … ich wollte ja eigentlich nur den Preis für das auswechseln der Reifen wissen und dann ein wenig Spaß am fahren haben.
Ich frug nach einem Kreuzschlitz (mit dem Hinweis dass ich gerade den Vorplatz mit Benzin einsaue), bekam den auch sofort aus der Tasche eines der Schrauber und legte los.
Mein Schlauch den ich am Überlauf nach oben befestigt hatte, stand beinahe bis zur Oberkante des Vergasers, voll mit Benzin.
Logisch dass es damit nicht weiter gehen kann.
Also Luffi auf (wo mir ein halber Liter entgegenkam, den ich gottseidank mit meinen mitgebrachten alten Stoffresten aufsaugen konnte) und dann den Vergaser leer laufen lassen.
Drei, viermal drehen lassen und die Maschine lief wieder an. Der Sprit war also überall.

Ich liess sie laufen (wofür ich böse Blicke neu eintreffender Kunden erntete), schraubte alles wieder zusammen, gab den Schraubendreher zurück, bedankte mich und fuhr wieder nach Hause.
Achja, der Preis für die Reifen mit aufziehen auswuchten etc. kommt auf 130€. Na toll.
Da ist wohl ganz klar selber schrauben angesagt.

Helm drauf … die Maschine lief noch … und los ging es.
Sie fuhr nun noch schlechter an, brachte mich aber wieder zurück.

Voraussichtliche Kosten: 50€ für einen Vergaser. 80€ für neue Reifen.
Bisher weiß ich zumindest das es wahrscheinlich am Schwimmer im Vergaser liegt … es könnte aber auch das Unterdruckventil am Tank sein … bei meinem Glück bestimmt beides und noch ein Weiteres.

Ich bin den Tränen extrem nahe. So habe ich mir das gar nicht vorgestellt.
Nach einer ~70KM Fahrt, bereits einen Defekt.
Nun gut … hilft nichts … ich muss da irgendwie durch. Das werden wieder und wieder und wieder harte Monate bis ich die Gelder zusammen habe.

Grössere Ausfahrten? Nein ich denke nicht, dass ich das nochmal machen werde. Wie soll sich auch Vertrauen aufbauen wenn ich jahrelang nur mit Problemen zu kämpfen habe.

VERFLUCHT NOCHMAL. *aufreg und traurig sein

Ende oder weiter reinbuttern

Stand der Dinge war, das mir die Karre in der Fahrt ausging und ich mit viel Glück und himmlischem Beistand die letzten 10KM nicht schieben musste, weil sie noch einmal ansprang.

Seitdem steht sie in der Abstellkammer (mehr ist das bei mir nicht) und bekam den Vergaser gereinigt, den Benzinhahn gereinigt und neu abgedichtet.

Sie startet dennoch nicht. Der Zündfunke über (verschiedene) Zündkerzen ist schwach und unregelmässig. Zündkabel und Stecker sind neu und mehrfach geprüft.
Da die Maschine eine PVL-Zündanlage hat, ist es finanziell nicht mal eben möglich, die Grundplatte oder die Zündspule zu wechseln, da die Einzelpreise bei je ~70€ liegen.
Ich kenne die Fehlerquelle nicht (ausser das es ein Fehler war diese Karre anzunehmen und aufzubauen) und müsste nun beides auf gut Glück kaufen.

Im Moment sind 850€ ausgegeben, wobei dort sicherlich für mindestens 200€ Teile drin sind, die ich noch nicht verbaut habe / nicht verbauen brauchte.
Nun kämen also die nächsten ~140€ … aufgerundet 150€ zu den 850€ macht es dann eine Karre mit Ersatzteilen von 1000€.
Im Moment bin ich pleite. Ich habe nichts mehr in der Sparbüchse und für diesen Monat ist mein Budget weg. Bei 150€ ist das absolute Maximum erreicht was ich im Monat für andere Dinge als Essen/Trinken/Bekleidung ausgeben könnte.
Es wäre also machbar …

ABER … ist es das wirklich wert?
Mal angenommen sie liefe nach dem Austausch. Als nächstes muss ich an die Bremsen ran (okay, das ist machbar) und wegen der Cockpitbeleuchtung brauche ich mal einen Fachmann.
Sagen wir mal, das die nächste Runde dann 100€ kostet.
Was aber ist mit dem Motor, dessen Vibrationen ja nun alles andere als normal sind.
Den Motor zerlegen, damit ich Kolben, Zylinder, Welle und weiteres ersetzen kann, fällt mangels Möglichkeit und Wissen flach.
Wie lange überlebt der Kolben noch?
Auf meinem Tacho liegen knappe 10Tsd KM an. Davon glaube ich nichts!
So sehr wie die Karre von den Brüdern zu Schund gefahren wurde, fehlen da sicherlich 50000KM. Mit angeblichen 6000KM fährt man keine Reifen runter bis das man selbst in der Manteldecke Löcher hat.

Geld für eine neue Maschine habe ich nicht …. auf eine Gebrauchte habe ich Null Bock.
Je länger ich warte umso mehr Geld fliesst in die Karre und umso länger dauert es, bis ich mal die 700€ für eine neue zusammen habe.
Immer wieder ein bisschen reinstecken, ist da der einfachere Weg (der sich nach 3000€ sicherlich auch mal bezahlt macht … also in 5 Jahren oderso).

Im Moment bin ich erst einmal am frusten und weiß nicht ob ich sie verkaufen soll (in Einzelteile zerlegen geht nicht, wegen Platz), oder ob ich noch mehr Geld reinbutter.

Danke fürs mitlesen.

Allzeit gute Fahrt wünschend,
der Micha

Arbeit am Vergaser, dem Benzinhahn und dem Tachometer

Bei der letzten Bestandsaufnahme hatte ich keine Bilder gemacht, darum vermengen sich in diesem Post die drei bereits ausgeführten Arbeiten.

Wie bereits erwähnt, hielt ich zunächst Benzinsieb und Vergaser für die Ursache des Motoraussetzers (der noch keinen Mucks von sich gibt).
Die Reinigung des Vergasers verlief zwar erfolgreich, war aber nicht notwendig.

Dennoch habe ich nun auch gelernt wie ich das Teil zerlege und reinige.
(Und wieder einmal wäre es von Vorteil gewesen wenn ich einen guten Kompressor hätte … … … eines Tages wird ein „Güde“ bei mir sicherlich einziehen. Wo auch immer ich dann wohnen werde.)

Nachdem ich den Benzinhahn gereinigt und wieder anmontiert hatte, habe ich die Dichtung zum Tank wohl diesesmal richtig (und fest) angeschraubt, so dass ich nicht mehr eine grössere Benzinpfütze auf dem Motor habe.

Ich hoffe das bleibt auch so trocken.
Das Benzin fliesst jedenfalls einwandfrei in und durch den Vergaser.

Da der Zündfunke ausbleibt und ich keinen Polradabzieher habe, begab ich mich an die Arbeit im Cockpit.
Die Tachonadel hat sich hinter den Anschlag geschoben, die Anzeige für Fernlicht und Leerlauf bleibt dunkel. Dadurch brennt mir wohl auch dauernd der Glühfaden im Halogenscheinwerfer durch. Also wurde es Zeit diese Arbeit zu erledigen (mangels Garage, leider nicht im Winter).

Zunächst einmal markierte ich mir die Kabel und Steckplätze.

Danach wechselte ich dann alle Kontaktfahnen und Lampeneinsätze gegen neue.
Die bisherigen sind total krumm und schief und verbogen … keine Ahnung was damit gemacht wurde. Da hatte wohl jemand zuviel Vodka als er versuchte eine Lampe zu wechseln.
und natürlich kam auch wieder etwas neues Unerwartetes dazu.
Wie konnte es auch anders sein? sad
Die Halterung war oben heraus gebrochen und die Dichtung  war ebenfalls gebrochen, weil sie alt und knochenhart ist. Eine neue Dichtung habe ich nicht da. Das muss so gehen.

Da ich die Ersatzteile schon lange hier liegen hatte, konnte ich die Zeit also gut nutzen. Sieht zumindest optisch wenigstens gut aus.
Glücklicherweise hatte ich die 2Watt Glühbirnen „leider“ doppelt bestellt hier liegen.
Wie sich heraus stellte, ist eine Bestellung falsch und nun habe ich ein paar, etwas breitere (nirgendwo passende) 2Watt Leuchtmittel hier liegen.
Für das Cockpit reicht der Vorrat gerade noch. Eine habe ich nun noch in Reserve. Also keine Experimente. ;)

Nachdem das erledigt war, ging ich an den Tacho.
Der war leichter zu entfernen als gedacht.
Vier Schrauben und das Ding war los (im Tachoglas liegen die alten Kontakteinsätze).

Wie sich herausstellte war die Nadel nicht nur verbogen und dahinter gerutscht, sondern hatte auch keine Spannung mehr. Ich musste sie wieder „nachspannen“, welches über zwei volle Umdrehungen an der Wellenaufnahme geschah.

Danach erhitzte ich die Tachonadel und bog sie halbwegs gerade.
Ich hätte gerne einen Ersatz aus Metall, wüsste aber nicht wie ich die Nadel selber wechseln könnte. Das wäre dann ein Fall für einen Uhrmacher, denke ich mir.

Damit ist die Arbeit am Cockpit, dem Vergaser und dem Benzinhahn bis auf Weiteres erst einmal „erledigt“.

Da es keinen Zündfunken gibt, muss ich nun auf die Lieferung des Polradabziehers warten und lasse die Karre mit offener Seite erstmal in der Garage zurück.
Und da ich die rechte Seite offen hatte, habe ich auch gleich den Einsatz der Tachowelle getauscht.

Begeisterung für diese Maschine kommt so immer noch nicht auf.
Ob ich mit ihr jemals eine Tour fahren werde? Ich weiss es nicht.

Wie steht es um Trude?

Da ich gerade einem lieben Bikerkollegen ein Update mailte, poste ich den Inhalt nun auszugsweise für die Interessierten.
Es sind aufgrund eines kompletten Plattencrashs alle Aufzeichnungen vernichtet, da es zu dem Zeitpunkt kein Backup gab.
Es sollte wohl so sein.
Ich verlor nicht nur 30 Jahre Aufzeichnungen aus meinem Leben und den Kinderbildern meiner Tochter, sondern auch alle Adressdaten etc..
Das ich ein Update an Andreas senden konnte, lag nur daran dass er mich kurz vorher anschrieb und die Mail noch auf dem GMX-Server lag.

Also, hier das Update:

Leider läuft die Simson nicht mehr.
Sie lief über das Jahr hinweg eher schlecht als recht und ich kam von
einem Ersatzteil zum nächsten. Eine scheinbar unendliche Geschichte, die
sich nach Tuxie nun in Trude fortsetzt.


Zuletzt hatte ich wohl göttlichen Beistand, denn ich blieb ca. 10KM von
zuhause liegen. Bergab ging sie mir aus … und nicht mehr an.
Ohne vorheriges zuckeln oder sonstwas. Allerdings startete sie immer
wieder schlechter, was ich auf den Vergaser schob. Da sie nach dem
vierten, fünften Kick lief, habe ich mir da weniger Gedanken drum
gemacht, zumal ich eh keine Lust mehr zum schrauben hatte.
Als ich liegen blieb, schob ich sie 3KM nach Hause als ich gegenüber eines Jesuskreuzes eine kurze Rast einlegte. Bei mir ist es recht hügelig.
Ich bat dann darum das er mich doch bitte noch nach Hause fahren lasse möge und versuchte mein Glück nochmal mit dem Kickstarter … aber leider nichts.
Noch ein wenig bergauf, dann ging es wieder ein lange Strecke ins Tal hinab (Teutoburger Wald …. für Alpenländer sind es beinahe Geraden, für Norddeutsche beinahe schon die Alpen smile ).
Ich nahm Schwung und setzte mich auf die Karre und liess mich bergab rollen … legte den zweiten Gang ein, und liess sie kommen …. leider ohne Erfolg … kurz vor der Senke, noch ein Versuch und sie lief an …. *puuuuhhhh
Im zweiten Gang und mit Vollgas liess ich sie auf dem Radweg bergauf kreischen … mir war egal was die Anwohner oder gar die Polizei dazu zu sagen hatten … ich wollte nur nach Hause und nicht die 10KM bergauf, bergab schieben.
Als ich den „Berg“ rauf war, liess ich sie auskuppeln (mit der Hand am Gas), bockte sie auf und zog mir den Helm wieder an … dabei musste ich einmal die Hand vom Gas nehmen und sie wäre mir beinahe ausgegangen. Ich hielt sie am laufen und fuhr nach Hause.
Sie hielt bis in die Garage durch und ich liess noch ein Dankgebet los.
Eine Woche später wollte ich sie starten … aber da ging nichts mehr.
Umso dankbarer war ich, dass ich noch nach Hause kam.
(Das einzige was ich auch bei Tuxie sagen kann … sie liess mich nie in der Pampa restlos liegen. Nur einmal  … aber da kam eine Werkstatt zu Hilfe.)

Aufgrund der Unzuverlässigkeit blieb sie immer wieder 2,3,4 Wochen
stehen, bevor ich sie dann „notgedrungen“ wieder in Betrieb setzte.
Wie man raushört habe ich nicht wirklich Spaß an und mit ihr. Was nach
über 800€ an Ersatzteilen und einem Schrauberjahr aber auch kein Wunder
ist.

Nunja … nun ist es derzeit warm und meine Hände sind wiedereinmal
total schwarz und ölgetränkt.
Das sie aus und nicht mehr anging habe ich auf Vergaser und oder
Benzinhahn geschoben. Beides abmontiert, beides gereinigt …. an beidem
liegt es nicht. 
Ich habe heute Vergaser und Benzinhahn wieder montiert und angekickt.
Nichts. Kein Zündfunke. Kann also nicht laufen.
Dennoch hat sich die Schrauberei gelohnt, da ich einen tropfenden
Tankanschluss hatte (was ich nun hoffentlich behoben habe) und beim
Ausbau feststellen konnte, das der Tank innen seine Farbe verliert. Am
Sieb waren die ersten Farbpartikel. Das bedeutet er rostet von innen und
ich müsste ihn ausbauen, ausstrahlen und neu versiegeln. 
Nein, das mache ich nicht. Es scheint sich um die Anfänge zu handeln und
wenn ich nicht deutlich mehr Abplatzungen habe, werde ich kein Geld
darein stecken.
Der Vergaser war jedenfalls sauber. Ich hatte auf eine verstopfte Düse
getippt.
Beim Zündfunken kommen nun viele Möglichkeiten in Betracht.
Morgen werde ich mir erstmal die Kontakte an der Zündspule vornehmen.
Vorausgesetzt das mein Nachbar einen Polradabzieher hat.
Ansonsten müssen die weiteren Arbeiten warten.

Womit ich mir heute vor allem die Hände schwarz gemacht habe, war der
Auspuff. Explizit der Krümmer. 
Seitdem Viktor mir den angeschraubt hat, wackelte der Krümmer stark am
Motoransatz. Trotz Kupferscheibe und doppelter Sicherung. 
Er saß einfach nicht dicht und man sah das eine Hälfte der Abgase nach
unten und die andere Hälfte durchs Rohr nach hinten abging.
Das fand ich nie richtig. Viktor meinte immer das muss so — es musste
natürlich nicht so, wie ich heute nach achtmaligem An- und Abschrauben
feststellte. 
Um den fest (beinahe starr) anzubrigen muss am Krümmer erst eine
Kupferdichtung, dann die Mutter, dann die Mutternsicherungsschelle dran.
Zwischen Motorblock und Krümmer muss noch eine weitere Kupferdichtung
und dann ist das Ding dicht. 
Allerdings musste ich erstmal das Gewinde nachfeilen, weil er mir die
unteren beiden Ringe auf einer Seite bereits heraus gebrochen hatte. 

Also derzeit ist an der Maschine zu machen:
Die Elektrik im Tachobereich. Dort scheint es ein Masseproblem zu geben.
Alle Lampenfassungen und Kontaktfahnen habe ich neu hier liegen.
Ich hoffe das es daran liegt.

Das Frontlicht-Halogen muss ich auch neu kaufen … allerdings werde ich
erst mit den alten Lampen testen, wenn ich die Kontaktfahnen neu
angebracht habe. 

Den Tacho muss ich öffnen, weil sich die Tachonadel verbogen hat und
sich hinter dem Begrenzer verklemmt hat.
Wie ich den aufbekomme …. keine Ahnung.

Die Tachowelle muss ich mir auch noch mal genauer anschauen. Nicht, dass
sie sich mittlerweile wegen dem Fehler auch schon wieder abgedreht hat. 

Die Vorderradbremse quitscht erstmal wie Sau. Ich muss immer erst
einbremsen. Das muss ich auf jeden Fall machen, da auch die Bremswirkung
nicht mehr gut ist. Hinten quietscht es nicht so viel, aber auch dort
nicht genug Bremswirkung und … ich hatte eine Notbremsung, bei der ich
mich beinahe abgelegt hätte, weil die Karre hinten nach links ausbrach.
Das Rad ist nicht zentriert (das lasse ich dann in der Werkstatt
machen). Neue Bremsbacken habe ich hier schon liegen. Das mache ich also
vor der Zentrierung.

Der Kettenschutzkasten muss erneuert werden (das Ersatzteil habe ich
noch nicht).

Soviel also zu Trude, die eine Fehlinvestition war.