Das erste Shirt mit Ärmel

Tja, derzeit bekomme ich gar nicht genug von den Maschinen und von dem Schnittmuster, welches ich als Grundlage für meine Shirts verwende.

Heute habe ich dann mal das ganze Schnittmuster verwendet und ein Langarmshirt daraus geschneidert und genäht.
Diesesmal wurde nur mein 2€ Jersey dazu verwendet.

Wie immer beginnt die Arbeit mit dem markieren und zuschneiden der Einzelteile.
Das auflegen des Schnittmusters, das markieren mit Schneiderkreide … das alles geht nun relativ flott von der Hand.
Lediglich mit meiner Schneiderkreide hatte ich zu kämpfen, weil das Gewebe sich nur schlecht markieren liess.

Beim Halsausschnitt nahm ich wieder das Reverslineal zur Hand und verband die beiden Markierungspunkte.
Danach kam dann der saubere Zuschnitt des Gewebes.

Nachdem die Schulternähte mit der Overlock verkettelt wurden, war mal wieder Geduld beim abstecken des Halsbundes gefragt.
Gute Stecknadeln sind übrigens gar nicht überwertet ;)

Das anschliessende anstecken der Ärmel hat mich richtig Nerven gekostet. Zunächst hatte ich es am Tisch versucht, wobei mir allerdings immer das Gewebe verzog. Kaum war ich mit den ersten Nadeln links und rechts fertig, hatte ich einen grossen Versatz zwischen den Seiten.
Also musste mein Mitbewohner wieder herhalten. Dabei kommt zwar die Schwerkraft zum tragen und ich musste erstmal „lernen“ wie man das dann am besten fest bekommt, aber mit etwas Gefummel und sanftem Gefluche ging es dann ganz gut.
Da man in die Schneiderpuppe auch Stecknadeln setzen kann, hat sie mir schon mehr als einmal sehr geholfen. Tolle Teil.

Nach dem abstecken ging es dann ans vernähen.
Ich setzte dafür den Obertransportfuß an der W6 N 6000 ein, da mir die Lagen nicht verrutschen durften. Eine 75er Superstretchnadel hatte ich ja bereits drin.

Die Entscheidung den anderen Nähfuß einzusetzen war genau richtig. Die Arbeit wurde natürlich sehr langsam ausgeführt. Einerseits damit nichts verrutscht und andererseits damit ich mir mit der Stecknadel nicht die Stichplatte schrotte.

Als Nächstes kam der Shirtbund dran. Abstecken und vernähen.
Ich habe dafür eine Unmenge an Nadeln setzen müssen. Dieser Aufwand hat sich gelohnt, weil das vernähen dadurch wirklich einfach wurde.

Die Seitennaht und die Ärmelnaht verkettelte ich dann wieder mit der W6 N 454D Overlock. Beim Übergang in die Armkehle habe ich sehr langsam und vorsichtig gearbeitet, damit mir die Ovi kein Loch reinschneidet (bzw. deren Messer).

Tja … da steht er wieder der „Dressman Micha“ smile (Nachts um 02:00 Uhr)
Mir gefällt es nicht nur sehr gut, sondern ich habe auch die Angst vor dem ansetzen und dem vernähen der Ärmel verloren.

Ich glaube nicht das ich die Tage wieder ein Shirt mache, aber die letzten Tage waren sehr aufschlussreich.
Ich habe viel über Bekleidungsnäherei und meine Overlock gelernt.
Ich kann euch nur ermuntern es auch zu versuchen. Auch dann, wenn ihr keine Overlock besitzt, weil diese Maschine zwar eine tolle Ergänzung ist, aber keine gute Nähmaschine ersetzt.

Beste Grüße aus dem Osnabrücker Land,

der Micha

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