Die graue Maus auf grosser Tour – 2461KM

Lange Zeit liefen die Vorbereitungen zur Fahrt nach Bayern, damit ich Kerstin und die Katzis wiedersehen kann. Kerstin hat bald eine Betriebsschulung und ich darf dann die Katzis wieder versorgen.

Am Vorabend gönnte ich mir noch eine ausgedehnte Mahlzeit vom Griechen.

Am heutigen Donnerstag wollte ich ausgeschlafen losfahren, doch es kam wie es kommen musste. In der Nacht randalierten wieder die Deppen vom Güterverkehr und liessen die Triebwagen wieder einmal fröhlich vor sich hin hupen.

Insgesamt kam ich auf knappe viereinhalb Stunden unruhigen und immer wieder unterbrochenen Schlaf. Viel zu wenig für mich, aber ich rechnete damit das mir die Kälte auf dem Bike entsprechend Überlebensenergie einbringt und mich wachhalten wird.

Nachdem ich mich um fünf aus dem Kissen gewunden, erstmal Kaffee getrunken und dann geduscht hatte, war es viertel vor sieben geworden.

Die Bude abgeschlossen, den Tankrucksack im Dunkeln aufs Bike gebracht und rumgefummelt bis der Reissverschluss von selbigen griff, ging es dann cirka viertel nach sieben auf die Tour.

Das auf- und absteigen über die Fussrasten hatte ich zwar schon mal gemacht, fiel mir aber dennoch schwer weil es auf dem Seitenständer doch sehr kippelig ist. Das wurde bei jeder Pause und bei jedem tanken noch eine Zitterpartie ging aber gottseidank immer gut.

Ich hatte eigentlich vorgehabt die Actioncam im Dashcammodus mitlaufen zu lassen, aber da ich sie oberhalb am Helm trage reisst der Wind da schon sehr dran. Das wollte ich mir die kommenden 10 Stunden wirklich nicht antun.

Bis ich endlich mal sinnvoll auf der Autobahn fahren konnte vergingen allerdings erst einmal anderthalb Stunden. Solange brauchte ich um die gesperrte Autobahn in Bielefeld zu umfahren. Hätte ich es vorher gewusst, wäre ich entspannter auf der Landstrasse unterwegs gewesen, denn leider mussten auch alle Dosen dieser Umleitung folgen, inklusive der LKWs. Game over. Stau ohne Ende … an dem ich mich von Ampel zu Ampel vorbei mogelte.
Möge die Staatsanwaltschaft mir verzeihen.

Nachdem ich endlich wieder auf der Bahn war, ging es mit hundert bis hundertzwanzig entspannt Richtung Straubing.

Erwartet hatte ich bibbernde Kälte, aber mit Thermowäsche und Heizgriffe blieb es ganz entspannt.

Nur das ab- und aufsteigen brachte mich jedesmal aus dem Konzept. Es kippelte doch arg und ich bewegte mich jedesmal ganz vorsichtig. Umkippen war so ziemlich das letzte was ich wollte.

Beim ersten Tankstop grüsste mich ein Strassenarbeiter freundlich und fragte mich ob es nicht zu kalt wäre. Sicherlich ein Biker.
Sein Kollege konnte mir und dem Unterfangen nichts abgewinnen und verstand weder mich noch seinen Kollegen. Man sah es förmlich in seinem Gesicht stehen.

Am nächszen Tankstop fuhr ich an einer Gruppe Mädels (Kegelausflug?) vorbei die sehr anerkennend grüssten.

Der letzte Tank- und Futterstop zeichnet sich doch irgendwie im Gesicht ab, aber die Freude überwiegt einwandfrei.

Dabei war mir gar nicht schweinekalt. Mir war warm und ich war entspannt. Zumindest bis Regensburg denn ab da erwischte mich der Nieselregen. Ätzend, aber auch die letzten fünfzig Kilometer spulte ich ab, bevor ich endlich Kerstin und Katzis drücken konnte.

Die Gepäckrolle fest zu schnallen war nicht die beste Idee.
Ich habe doch einige Male nachgespannt und die zu langen Bänder musste ich auch immer wieder neu umwickeln.

Der Po machte die Fahrt, dank meines Luftkissens gut mit.
Ich musste zwar immer wieder neu aufpusten, aber ohne dem wäre ich keine 300KM weit gekommen.

Und die Maus lief und lief.

 

 

 

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