Ein langes Wochende auf Borkum – Teil zwei von drei

Die Nacht war kurz.
Mein Smartywecker hatte ich mir auf sechs Uhr gestellt.
Nicht weil ich so gerne früh aus den Federn komme, sondern weil ich möglichst alleine in der Sammeldusche stehen wollte.

Da ich erst gegen eins ins Bettchen ging, war es doch ein Schock als ich das sanfte Säuseln des Weckers wahrnahm.
Ein Blick aus dem Fenster zeigte mir aber bereits einen beinahe wolkenfreien Himmel. Es wird also wieder schön. So liebe ich das.
Also auf in die Dusche.

Wie ich gestern bereits berichtete, ist die Ausstattung eine Zumutung für Erwachsene.
Ich nahm meine Sachen (frische Wäsche, Hygienezeug und Handtuch) in den Vorraum der Dusche.
Haken? Fehlanzeige. TOLL. sad
Also alles einfach links und rechts über die Seiten gehangen und das Waschzeug in die Duschtasse gestellt.
Ausgezogen habe ich mich mangels Platz vor der Dusche.
Hätte jemand die Türe zum Bad geöffnet, hätte er mich in meiner ganzen übergewichtigen Pracht entdeckt … und jedeR der/die in dem Moment über den Flur gegangen wäre.
Erfreulicherweise waren es allesamt Langschläfer und ich hatte das Bad und damit meine Privatspähre für mich.
Geduscht habe ich dann mit dem kalten Wasser was mir das Ding anbot. Warm wurde es nicht. Jedenfalls nicht bei mir. Man sagt zwar das es gesund sein soll … aber doch nicht wenn der Körper noch angenehme Bettwärme hat. Tzäää.

Nachdem alles erledigt und ich in frischen Klamotten war, ging ich vor die Türe auf dem ehemaligen Exerzierplatz des Geländes rüber zum Kaffeeautomaten.

Das Restaurant hatte noch geschlossen.
Ausser mir war bis auf das Personal niemand zu sehen, so dass ich den ersten Kaffee in Ruhe geniessen konnte. Das der scheiZZe schmeckte erwähne ich nur der Vollständigkeit halber.
Naja. Drei Tage sind schnell rum.

Nach und nach kamen dann die ersten „Insassen“ zum Vorschein und ich wechselte von der Kartbahn zur Restaurant Aussenterrasse, wo mir ein paar Insulaner Gesellschaft leisteten und ihre Flöhe verteilten.

Kaum hatte es geöffnet machte ich mich schnellstens Richtung Kaffeemaschine auf. Der schmeckte wenigstens ein bisschen besser als die Chemiebrühe aus dem Automaten.

Kaum hatte ich es mir wieder draussen gemütlich gemacht zog kurzfristig ein unerklärlicher Nebel auf …

*kicher

Gegen zehn Uhr ging es dann wieder in den Bus und wir fuhren ins Städtchen.
Auf Borkum war heute zwar eigentlich etwas Jazz angesagt, aber es fand der zwölfte Meilenlauf statt.

Kaum am Strand …

… musste man sich erst einmal gegen aufdringliche und übereifrige Ordner wehren.
Letztenendes war mein Lächeln aber entwaffnend und man fand eine Übereinkunft.
Das Maskottchen (ich habe den Namen leider vergessen) liess sich gerne mit Besuchern und Teilnehmern fotografieren.

Nachdem wir die Jugend bei Start und Ziel ausreichend beklatscht hatten ging es erneut entlang der Uferpromenade bummeln.

Einige Häuser sind dort wirklich wunderschön.

Auf eine Kutschfahrt habe ich gerne verzichtet. Die armen Pferde. sad

Die Zeit verrann und man einigte sich darauf mal wieder was zu futtern.
Ein anderes Restaurant hatte es uns angetan und wir versuchten unser Glück.
Für mich gab es einen Chickensalat.

9,90€. Da kannste nicht meckern. Und der Service war zudem noch sehr freundlich und fröhlich.
Als wir gehen wollten bekam eine von uns eine Unterzuckerung.
Ich ging schnell rein und fragte nach etwas Traubenzucker.
Hatten sie leider nicht, gaben sich aber alle Mühe doch noch etwas zu finden.
Der Wirt bot dann ein Glas Zuckerwasser an. Das braucht zwar etwas länger und die Patientin fand es schrecklich, aber 10 Minuten später war sie schon wieder laufbereit und anderthalbstunden später wieder vollends auf den Beinen.
Da die Augen schon flackerten war ich kurz davor sie vom DRK an den Tropf hängen zu lassen. Brauchte es gottseidank nicht.

Ich erkundete dann kurz darauf alleine einen Teil des Städtchens und begab mich Richtung Inselmuseum da dort ein Walgerippe ausgestellt war und ich noch nie eines real gesehen hatte (leider auch noch nie einen lebendigen Wal in freier Wildbahn).

Ein kurzer Besuch der katholischen Kirche Maria Meeresstern …

… in der ich eine Kerze für meine Liebsten anzündete, brachte mich dann wieder auf den Weg bei bestem Sonnenschein.

Im Norden ist halt alles anders. Bei uns im Pott stehen in den Gärten gut verteilt die Gartenzwerge.
Hier stellt man sich halt ne Kuh zu den freilaufenden Hühnern (im Hintergrund).

Supergeil. Sowas liebe ich ja.

Am alten Leuchtturm der geschlossen war, gibt es eine wunderschöne Gedenkstätte mit der ich mich allerdings nicht wirklich anfreunden kann da sie den verschiedenen Walfängern gewidmet ist.

Ich weiß — andere Zeiten undso, aber Borkum rühmt sich auch heute noch der  abgeschlachteten Wale an weiteren Stellen und das kann und will ich einfach nicht gutheissen.
Dennoch kann ich nicht verleugnen das es wunderschön angelegt und bepflanzt ist.

Ein paar Meter weiter findet sich dann das Inselmuseum, von dem ich ein paar Bilder präsentieren möchte.

Ausser den Tieren findet man im Museum auch eine Rekonstruktion eines alten Walfängerbootes

Sand aus beinahe allen Teilen der Welt, Modelle, Stickereien, eine typische Wohnstube der alten Zeit

eine Küche, Geschirr, Bekleidung etc. etc. .
Alles in allem recht umfänglich zusammen getragen und hoch interessant.

Zurück ins Städtle ging ich dann entlang des Zaunes aus Walfisch-Kinnladenknochen. Früher war das wohl üblich. Schliesslich hatte man tausende Wale abgeschlachtet und somit auch viele Knochen über.
An diesem Ort wird dann leider erneut die grosse Fangquote des damaligen Kommandeurs hervorgehoben.

Die Knochen sind bewusst dem Verfall überlassen, aber das macht es in meinen Augen auch nicht besser.

Auf meinem weiteren Weg kam ich dann noch am Appartmenthaus Seestern vorbei, die einen sehr eigenwilligen Vorgarten geschaffen haben.

Langsam bemerkte ich eine Dehydrierung bei mir und machte mich auf etwas zu trinken aufzutreiben.
Dafür ging ich dann Richtung des grossen (neuen) Leuchtturms, den man auch besteigen kann, was ich mir aber schenkte.

Ich ging Vorort in ein Dönerbude und nahm mir eine Flasche Cola.
Preis: schlappe zwei Euro. Dem Türken hätte ich zu gerne die Pulle über den Schädel … aber lassen wir das. Tourigegend halt.

Gegen halb sechs waren wir wieder versammelt in der Jugendherberge.
Nach dem Abendessen (es gab zerkochtes Gulasch mit zerkochten Nudeln) ging ich dann noch mit einem Teilnehmer auf eine kurze Abendrunde an den angrenzenden Hafenteil.

Den Abend liess ich mal wieder, wie davor in „Die Pinte“ ausklingen.

Ich habe seit Ewigkeiten nicht mehr so viel Geld (was ich wirklich nicht übrig habe) in einer Kneipe gelassen, aber egal … ich wollte es einfach mal wieder und im Zimmer früh ins Bett hätte mich auch nicht glücklich gemacht.

Damit ging der zweite Tag dann wieder einmal um ein Uhr Morgens zu Ende.

0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Optionally add an image (JPEG only)