Mit Elke an die Nordsee

Todmüde war ich nach der 700KM Fahrt zur Familie und zurück, aber ich hatte es Elke ja versprochen das wir am Sonntag zur Küste fahren.
Eigentlich sollte sie sich einen Ort suchen wo sie hin will …. aber das war natürlich wieder einmal zuviel verlangt.
Somit durfte ich dann auf die Schnelle überlegen wo es hingehen soll.
Mit gerademal zwei Kaffee fiel mir das nicht sonderlich leicht. Eigentlich wollte ich den Tag lieber im Bett verbringen … aber das störte Elke nun wirklich nicht und ich beschloss das wir nach Varel fuhren.

Die Fahrt war nervig. Drei ewig lange Baustellen mit Tempo 60 und kein Arbeiter weit und breit. Ätzend.

Irgendwann kamen wir dann halt mal in Varel an, nachdem ich kurz zuvor einen Halt im Mäcces für was zu essen und ne grosse Cola eingelegt hatte.
Das Personal war extrem schnarchnasig, aber wenigstens freundlich.

In Varel meckerte dann Elke schon los das sie ja eigentlich zu einem Sandstrand wollte um die Füsse in den Sand zu setzen.
Ähhhh … kann man das nicht früher sagen?
Ans Wasser wollte sie und das hat Varel ja nun einmal.
Aber gut. Angepisst und müde wie ich war, versuchte ich den Navi auf Dangast einzustellen … ging nicht … Dangast kennt er nicht … HALLOOOO???
Toller Fisch.
Viel rumgefuhrwerkt und alles mögliche durchprobiert bis er dann wenigstens einen Campingplatz in Dangast im Programm hatte.
Also weiter ging es.
Bis 10KM vor dem Ortskern ein Megastau war. Urlaubszeit, Campingplatz, Dangast, super Wetter … eine ganz miese Mischung um irgendwo in den Touriorten ankommen zu wollen.
Und dazwischen natürlich noch die absoluten Schwachmaten in ihren Dosen.
Die Biker taten mir extrem leid. Ich konnte ja entspannt die Kühlung laufen lassen, aber auf dem Bike gibt es sowas nicht und der Motor ist extrem heiss.
Dazu kommt dann noch dauerndes Schritttempo. Das ist mit dem Auto schon nervig, aber auf dem Bike ist das mega anstrengend. Dazu dann noch die Überhitzung des Körpers unter der Kombi. Das tut nicht gut.
Als Biker wäre ich wohl über den Radweg weiter gefahren. Natürlich langsam, aber wenigstens ohne Stop and Go über den langen Zeitraum.
Ich weiss: Verboten. Aber abfahren konnte man auch nicht und bevor ich körperlichen Schaden erleide, mache ich lieber was ungesetzliches ohne jemanden zu gefährden.

Naja. Irgendwann gab es eine Abfahrt zu einem Restaurant und ich fuhr dort rein, parkte den Wagen und fertig.
Elke wollte aber an die See. Wo ist denn die See? Ist das noch weit?
Boah schob ich nen Hals. Die See war hinter der sichtbaren Düne. Nur der direkte Weg war nicht möglich, so dass wir wohl ne viertel Stunde zu Fuss unterwegs waren bevor Madame an die See mit Sandstrand kam.
Sandstrand den sie natürlich nicht aufgesucht hat.
Ich setzte mich auf eine Düne ins Gras zu anderen die dort ebenfalls sassen und auf das Watt blickten. Es war an der Hafeneinfahrt und niemand hatte etwas dagegen das man dort sass weil es mit Steinen befestigt war. Man hat also nichts beschädigt.

So sassen wir da und ich versuchte etwas runter zu fahren und zu entspannen.
Ging nicht wirklich. Zuviel Leute. Zuviel Elke.
Als denn gingen wir rüber zum Marktplatz (keine 200 Meter) und besuchten den dortigen Kunstmarkt.
Ein Versuch Kaffee und Kuchen zu ergattern scheiterte an einer Menschenschlange die ich das letzte Mal gesehen habe als im zweiten Weltkrieg die Leute beim Bäcker anstanden.
Alter Falter. Was für ein Alptraum.

Auf dem Kunstmarkt erstand ich wenigstens noch nen neuen Kaffeebecher.
Den stelle ich aber erst später mal vor, weil ich noch kein Foto davon gemacht habe.
Nachtrag:

In der Ecke gab es gottseidank noch mehr „Kaffeebuden“ und somit sicherte ich uns einen Sitzplatz an einem Imbiss.
Kaffee und ein alkfreies Weizen habe ich besorgt und konnte endlich mal etwas entspannen.
Danach wurde noch etwas gebummelt und dann wollten wir was essen.
Direkt am Teich steht der Imbisswagen „Fischturm Dangast“ … ich bekam schon das würgen als ich mich der Verkaufstheke näherte. Nein Danke.

Also Rückweg zum. Schliesslich haben wir ja geparkt wo ein Restaurant ausgeschildert war.

Das dortigen „Restaurant“ nennt sich „Fischladen Schrader“.
Restaurant? In diesem Leben aber nicht. Das war ne Fischbude mit Imbiss.
Fischsuppe hatten sie aber auch nicht …. nur „Zeug“.
Naja. Elke bestellte Bratfisch, ich ne Piratenbox. Was auch immer das war.
Rausfinden werde ich es in diesem Leben nicht mehr.
Man bekam eine Nummer die aufgerufen wird wenn das Essen da war.
Was durchaus sehr lange dauerte. Meine Cola war fast leer getrunken als Elkes Gericht aufgerufen wurde. Bratfisch halt, mit einer grossen Portion schwerem Industriekartoffelsalat. Es sah so aus wie es schmeckte. Bääähhh.
Und ich? Ich wartete und wartete und wartete … als der Depp hinter der Theke mich und sone Pappbox abwechselnd anstarrte.
Dann hielt er sie hoch und ich rief (etwas laut) das die Nummer nicht aufgerufen wurde.
Er guckte mich zweifelnd und vollkommen ohne Verstand an. Wobei er sich nicht besonders bemühen musste.
Ich widmete mich wieder meiner Cola und liess ihn blöd wie er nun einmal war, hinter seiner Theke und meiner offensichtlichen Papp-Piratenbox stehen.
Es kam wie es kommen musste. Er näherte sich, fragte ob ich die bestellt hätte … ich fragte nach ob es eine Piratenbox sei … er bejahte es und wollte sie mir hinstellen.
Ähhhh. Neeee. Was soll ich mit dem alten Zeug was vor ner halben Stunde mit ner falschen Nummer aufgerufen wurde? Soll ich das fressen? Im Leben nicht.
Das sagte ich ihm dann auch laut, deutlich und sichtlich angepisst und erweiterte das Ganze mit einer Stonierung meiner Bestellung.
Vorkasse war dort zu leisten (die wissen schon warum) und natürlich musste ich den fünf Euro hinterher laufen, bekam sie dann aber ohne grosse Diskussion und fliegende Zähne.
Und Elkes Bratfisch?
Nun. Stellt euch ne dicke Panade vor in dessen Mitte vorallem eines zu finden ist … Luft … und ein bisschen Fisch mit Gräten.
Zu dem Kartoffelsalat muss ich wohl nichts sagen. Billigster Dreck aus einem Gastronomieplastikeimer. Igitt.
Wenigstens an der Cola konnte sie nichts versauen.
Allerdings haben sie mit der Aktion einige Kunden und deren Bekannten für alle Ewigkeiten verloren (und das ist auch gut so). Solche Läden gehören zu gemacht. Ein für allemal.

Der Abend … und damit der Sonnenuntergang kam dann näher und wir hatten noch zweieinhalb Stunden Rückfahrt vor uns. Also ab ins Auto und los ging es.
Natürlich wieder nur Chaos. Ich wollte eigentlich nicht auf die Autobahn wegen den Baustellen … aber auf Landstrasse hatte das Navi wohl kein Bock,  also fuhr ich doch noch auf die Bahn, nachdem er uns ein paar Mal in die Irre geschickt hatte.
Und siehe da … wir kommen nicht nach, sondern genau zu den Baustellen wieder auf die Bahn. Welch eine Verwunderung nach dem Tag.

Zum Sonnenuntergang … so dachte ich mir …. fahre ich den Dümmer an … und fuhr abermals in die Irre. Was für ein Tag.
Wir kamen noch an … aber 1 Minute zu spät. War irgendwie klar, oder?!
Dennoch konnten noch ein paar Bildchen gemacht werden.

Der Rest der Fahrt war, trotz Streckensperrung mit Umleitung, unspektakulär und wir kamen gegen zehn am Abend bei mir an wo ich Elke weiter nach Hause schickte und mich endlich mal entspannte.

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