Erste ordentliche Ausfahrt mit der grauen Maus

Elke brauchte mich mal wieder bei sich damit ich ihr Drama mit Telekom und Osnatel regeln kann.
Also ging es am Morgen rüber nach Melle.
Natürlich Landstrasse. Schliesslich muss ich alles mögliche noch lernen.
Und Autobahn ist eh nur anstrengend und langweilig.

Derzeit werden allerdings die Felder abgeerntet, sodass man jederzeit mit reichlich rutschigen Verschmutzungen auf den Strassen rechnen muss.
Aber ich muss mir eh einen entspannten Fahrstil aneignen, denn für reines heizen ist die graue Maus nun wirklich nicht gebaut worden.

Somit fuhr ich dann ganz nach Vorschrift und riss nur auf der freien Landstrasse mal den Gashahn auf.
Natürlich macht das mehr Laune als mit dem Roller dahinzuschleichen.
Vorallem aber hat man nicht mehr soviele Spinner im Nacken.

Bei Elke blieb ich auf einen Kaffee, klärte das Kommunikationschaos mit der Hotline und machte mich dann auf den Weg.
Ich hatte heute früh Uli Bescheid gegeben das ich auch dort auf nen Kaffee rumkommen wollte. Allerdings weiß sie noch nichts von Führerschein und Motorrad.

Die Fahrt dorthin war eine Qual. Der Navi kennt Steinfeld bei Oldenburg nicht … und kurz vor dem Dümmer See war die Richtung wegen Strassenarbeiten komplett gesperrt mit sehr schlechter Umgehungsbeschilderung.
Es kam wie es kommen musste, ich kreuzte mal wieder meine eigentliche Richtung hin und her.

Irgendwann kam dann mal ein Schild was mich nach Steinfeld weiter führte. Nur noch 30KM. Das ist mit der grauen Maus kein Problem. Aber mir war schon wieder mächtig heiss geworden. Nur 30, 50, manchmal 70KM/h heizt mich und die Maschine mächtig auf.
Vorteil: Ich habe einen aktiven Kühler an der Maschine (der kaum zum Stillstand kam).
Nachteil: Meine Bekleidung hat das nicht.

Ich kam noch gut in der Zeit bei Uli an.
Sie hörte meine Maschine und wunderte sich zunächst wo ich denn so eine grosse, tolle Fuffi herhabe.
Ich konnte mir das Grinsen überhaupt nicht verkneifen und klärte sie darüber auf das die graue Maus schlappe 600ccm hat.
Das ich nen Lappen dafür gemacht habe wollte sie mir zunächst auch nicht glauben und meinte „Jetzt mal ehrlich, Du fährst doch schwarz, oder hast Du wirklich den Führerschein gemacht?!“.
Yepp. Habe ich tatsächlich gemacht und bestanden (wie ihr wisst) und schwarzfahren kommt mir gar nicht in den Sinn. Wahrscheinlich würde ich sowieso schon bei der ersten Ampel zur Kontrolle rausgewunken.

Von Uli bin ich dann gegen 15 Uhr weg und rüber zum Dümmer See gefahren.
Erstmal was leckeres essen und trinken.

Ich hatte mir Scholle und das alkfreie Weizen bestellt.
Die Scholle war nicht schlecht, aber einerseits ein wenig zu knusprig angebraten und andererseits wusste ich nicht dass das Ding beinahe nur aus Gräten besteht.

Das war ne Menge Fummelei mit den Fingern im Mund, sowie mit Fischmesser und Gabel auf dem Teller.
Einen extra Teller für die Gräten bekam ich aber noch dazu ohne das ich das extra erwähnen musste. Nur ein Erfrischungstuch musste ich dann doch erbitten.
Irgendwie fand ich die Betreiber mit der Arbeit überfordert. Aber ihre Freundlichkeit haben sie bei all dem Stress behalten. Dafür ein grosses Lob.
Während ich so vor mich hin futterte und den tollen Tag genoss, erschien ein weiterer Biker am Nebentisch.
Er fuhr eine uralte Yamaha irgendwas und trug braunes Lederzeug.
Irgendwo um die 35 dürfte er gewesen sein und ich spürte förmlich wie er darauf wartete das ihn irgendwer für sein Bike lobt.
Kam aber niemand. So trank er seine Cola und fuhr dann wieder (irgendwie missmutiger) weiter.
Ich wurde auch von anderen erwartungsvoll angeschaut. Zwei Frauen die dort sassen begutachteten mich schon beim eintreffen.
Ich ignorierte sie. Auch als ich vorbei ging um zu bestellen.
Himmel, ich habe keinen Kopf für irgendnen Smalltalk oder gar eine Beziehungskiste.
Sie zogen dann auch, nach weiteren Blickversuchen in meine Richtung, schnell vondannen.
*Gottseidank

Dann gab es da noch einen Bauarbeiter der sich ebenfalls auf die Terrasse setzte und sich nicht überwinden konnte zu fragen welches denn mein Bike sei.
Er sah zumindest so aus als wolle er das wissen.
Und ein Dauercamper war auch dort mit seiner Töle. Er hätte sich einfach so gerne mal unterhalten. Nicht Mopedbezogen. Einfach mal wieder jemand mit dem man sich austauschen kann. Der Wirt machte auch keine Anstalten ihm länger als 3 Sätze zuhören zu wollen.
Und ich … Neeee, sorry. Ich bin da einfach kein Typ für. Lasst mich einfach in Ruhe und nervt mich nicht mit Lärm dann ist alles Bestens zwischen uns.
Tjo. Der Camper zog also auch wieder ab.
Andere kamen, assen etwas, tranken etwas … ein Bikerpäärchen setzte sich auf die andere Seite des Restaurants und wollte wohl auch keine Zwangsunterhaltung. Sehr sympatisch. ;)

Wenn ich schonmal da war konnte ich auch die paar Meter zum Anleger hoch laufen. In voller Montur kein Vergnügen, aber wat mutt undso.

Das schaut zwar so aus als wäre keine Menschenseele dort, aber ich kann euch versichern das die Biergärten allesamt voll waren.

Nachdem ich ein bisschen meine Dampfe genossen hatte wurde es mir zu warm und ich machte mich auf den Rückweg.

Bis zum Mittellandkanal war alles schick. Auf der Brücke krabbelte dann auf einmal ein Tier am Ohr im Helm herum.
Sehr unpraktisch.
Da gerade nichts hinter mir war, fuhr ich direkt rechts in einen Feldweg ein und entledigte mich, nachdem ich die graue Maus gesichert hatte, schnellstens meines Helmes.

Ein Käfer kam zum Vorschein, der nun ein neues Zuhause im angrenzenden Maisfeld hat.

Ich überlegte kurz ob ich runter zum Kanal laufen sollte um mich dort noch ein paar Minuten zu entspannen, aber ich beliess es bei ein paar Fotos meines Bikes und machte mich auf den Rückweg nach Hause.

Die Rückfahrt war unentspannt.
Ich fuhr weiterhin nach STVO, was einigen so gar nicht passte.
Auf der Kraftfahrstrasse, die auf 70KM/h runter geregelt war zog ein Arschloch mit seiner Sportmaschine an mir vorbei.
Im Gegensatz zu den Dosen die mich ebenfalls überholten (ich fuhr bereits knapp an die 80), zog dieser Lebendorganspender mit geschätzten 220KM/h an mir vorbei und jagte mir einen gehörigen Schrecken ein.
Schade das oben keine Polizei stand. Ich hätte angehalten und mich vor lachen nicht mehr beruhigen können.
Sicher ist aber das er früher oder später in einem PKW/LKW oder an einem Baum klebt. Ist nicht schade drum.

Ab Osnabrückstadt begann dann das grosse Schwitzen wieder. Stau ohne Ende. Baustellen, Umleitungen, Feierabendverkehr … ätzend.
Als ich endlich daheim war, durfte ich meine Wäsche direkt wieder in die Waschwanne legen. Mal schauen ob ich morgen ne Waschmaschine voll bekomme.
Ich brauche dringend Funktionsunterwäsche.

Sooo Kinners,
das war es wieder einmal von mir und der grauen Maus.

Habt ein feines Wochenende.
der Micha

 

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