Der grosse Prüfungstag

Moin ihr Lieben, oder Mahlzeit.
Vor ner Stunde kam ich in etwa wieder zuhause an. Natürlich alles durchgeschwitzt wie immer.
Die Nacht war, wie ihr gelesen habt, bescheiden … aber so ist das bei mir halt immer vor wichtigen Terminen.

Zumindest scheint das Wetter mitzuspielen.



Ich war wieder einmal überpünktlich bei Björn in der Fahrschule um von 50ccm auf 650ccm zu wechseln.
Dieses Mal lies er mich lange zappeln bis es los ging.
War aber nicht schlecht. Somit konnte ich mich da noch etwas entspannen und mir noch einmal die Maschine und die Fahraufgaben ins Bewusstsein setzen … und das ich es ruhig angehen solle und das ich peinlichst auf die Geschwindigkeit achte, und den Abstand zum Vordermann und natürlich auf  Rechts-Vor-Links … und sowieso.
Wer jemals nen Lappen gemacht hat weiß was ich meine und alle anderen lernen es halt in der Fahrschule.

Irgendwann ging es dann mal los und wir, also nur Björn und ich, fuhren zum Gewerbegebiet rüber um noch einmal vorweg die Grundfahraufgaben zu machen.
Das ich meine Aktion-Cam nicht mitnehmen durfte hat mich allerdings sehr geärgert. Eine Prüfungsfahrt macht man in der Regel nur einmal im Leben und ich hätte mir schön im Nachhinein die Fehler ansehen können die ich auf meiner ersten eigenen Fahrt so mache.
Nachdem ich den Ärger über diese Entscheidung runter geschluckt habe, stieg ich dann bedächtlich langsam aufs Krad und dachte mir „Nagut. Dich sehe ich eh nie wieder und mir geht es nun nur darum meinen Schein zu machen.“

Bei der Vorübung fuhr ich dann Stop&Go – kurzer Slalom – Gefahrbremsung …. alles schick und ich wechselte gedanklich langsam von 50ccm Automatikroller auf 650ccm Motorrad mit Schaltung.
Zwanzigjährige werden gar nicht verstehen was daran nun so problematisch ist, aber ich bin 54 und auch wenn ich es selber nie wahr haben wollte fallen einem einige Dinge schwerer ab fünfzig.
Und auch wenn man aus der Sicht eines Heranwachsenden/jungen Erwachsenen nun schon uralt erscheinen mag, kann ich euch versichern das dem nicht der Fall ist, aber das findet auch ihr erst heraus wenn ihr selber dieses Alter erreicht habt.
Hört sich komisch an … ist aber so.  pardon

Danach ging es dann „rüber“ zum TÜV wo wir auf den Prüfer warteten.
Etwas Verwirrung, weil der eigentliche Prüfer heute krank war und der andere Prüfer mich nicht auf dem Plan hatte … aber aller guten Dinge sind drei und ein recht junger Prüfer nahm die Herausforderung an. big_boss

Zunächst einmal vom TÜV Gelände runter und nach links … dann auf die Hauptstrasse …. dann rüber ins Gewerbegebiet und dort dann die Grundfahraufgaben.

Ich war natürlich vorbildlich unterwegs. Langsam, Spiegel UND Schulterblick, vorausschauend, nicht hetzend (Björn meinte ja das ich mir Zeit lasse solle) und nur beim losfahren einmal abgewürgt was ich aber noch beim ausrollen korrigierte.

Erinnert ihr euch noch an die Geschichte bei der theoretischen Prüfung von mir, als einE FahrschülerIn nicht einmal zum verlassen des Geländes kam, weil sie/er einen PKW von rechts übersah?
Genau das ging mir beim durchfahren des Tores durch den Kopf. Verrückt was einen so im Hinterkopf begleitet.

Jedenfalls ging es nun erstmal an die Grundfahraufgaben.
Doch der Start war mehr als dooV, denn die beiden standen mit dem PKW hinter mir und ich wartete und wartete und wartete … aber ich bekam keine Anweisung. Als ich mich gerade ganz herum drehen wollte um zu schauen warum es so lange dauert, knisterte es auf den Kopfhörern und ich hörte einen genervten Björn das ich nun endlich mal mit Stop&Go loslegen solle.
HALLO??? Wenn das Ding nichts sagt, mache ich auch nichts.
Hat er dann auch begriffen, aber der beste Einstieg war das schonmal nicht weil sowas die kommenden Minuten „mitfährt“.

Gut. Stop&Go. Kein Problem. Oben wenden und dann sollte ich eine Gefahrbremsung machen … habe ich gemacht. Immer wieder ein Akt, weil es so brutal ist.
An der Kreuzung wieder wenden und dann den Schrittgeschwindigskeitslalom.
Okay. Das konnte ich schonmal besser, aber alle Kegel stehen noch.
Ich fuhr arg zu schnell an. Richtiger Gang, aber erstmal zu schnell und so gerade eben noch runter fallen lassen.
Oben wieder wenden und den kurzen 30er Slalom (von der „guten“ Seite) … konzentriert und los gings … alles schick.
Dann wieder auf der Kreuzung wenden (da nervte mich der Transporter von Harley Davidson, der mir ein bisschen die Sicht nahm) und dann war ausweichen ohne bremsen angesagt …. dummerweise stand rechts von den Kegeln ein LKW-Anhänger so dass ich der Sicherheit wegen von schräg aussen anfuhr … und etwas zu langsam wegen dem steileren Winkel wurde …. musste ich nochmal machen, aber die Kegel wurden gegenüber aufgebaut.
Besser war das … auf 50 hoch beschleunigen, rechts, links, rechts, Kupplung nicht vergessen und durch war ich. Hatte mir nie Probleme bereitet. (Seltsamerweise)
Dann musste ich nochmal auf der Kreuzung wenden und zurück im Wendehammer wenden um danach ausweichen mit vorherigem abbremsen abzuliefern.
War natürlich kein Ding. Mein kurzer Slalom war ja schon durch und das war das einzige wovor ich richtig Bammel hatte.

Rechts ranfahren und warten.
Es hätte mich gewundert wenn ich durchgefallen wäre.  Natürlich ist da nichts optimal dran, aber alles stand noch … ich und die Maschine auch und besser wird es erst mit mehr Erfahrung (und nem Motorrad unterm Arsch was mir liegt).

Es gab auch keine Ansage … die beiden fuhren langsam wieder hinter mich und führten mich Richtung Hannover auf die Autobahn.
Mit etwas Umweg über den Schotter, was ich ne Frechheit empfand, aber gut. Kann ich.
Also ab auf die Bahn.
Blinken, gucken und erstmal rechts hinter der LKW Kolonne bleiben entschied ich. Und das war wohl gut so.
Langsam wurde alles weit nach hinten hin frei und ich setzte zum überholen an. Natürlich mit blinken UND Schulterblick. Sehr ordentlich von mir. *kicher
Und beim überholen gab ich dann mal Stoff … die Geschwindigkeit war nicht begrenzt und ich trieb sie mal kurz auf 150KM/h.
Puuuh. Das zerrt ganz schön anne Klamotten. Aber alles gut.
Nachdem ich die Kolonne hinter mir hatte ordnete ich mich wieder brav rechts mit 120KM/h ein. Endlich war mal ein wenig Luft unter der Kleidung. Ich war schon wieder klitschepatschnass.

Die nächste wollten sie dann auch schon wieder raus und so fuhr ich von Bissendorf aus über Land wieder Richtung Osnabrück …. ein Umweg.
Denn so wie ich fuhr, war es meine Hausstrecke nach daheim. Das behielt ich aber für mich. Um nach OS zu fahren hätte ich links, statt rechts abbiegen müssen. Aber die wollten das ja so.
Nun. Die Strecke kenne ich ja aus dem FF … nur leider kann ich sie mit meinem Möp nicht so flott fahren, weil es halt die Geschwindigkeit nicht bringt.
Mit 70KM/h da lang zu heizen macht jedenfalls sehr viel mehr Spaß als mit ~50KM/h.
Half aber nichts, denn es dauerte nicht lange bis ich einen PKW mit Anhänger und ungesicherter Ladung vor mir hatte.
Überholen war ausgeschlossen. Zumindest in der Prüfung. Also zuckelten wir hinter dem Penner her, der vor und in jeder Kurve nochmals runterbremste.
Ich kam aus dem Wechseln der Gänge gar nicht mehr raus und lies sie auch mal vollkommen untertourig fahren, bzw. in einer scharfen Links-Rechts-Kombi mit gezogenem Kupplungshebel hinterher gleiten, während die Pfeife im PKW laufend auf die Bremse latschte.

Dummerweise ist bei solchen Bauerntrotteln nie klar ob sie gleich ohne blinken einfach mal stehen bleiben, somit lies ich VIEL Abstand und bremste die Maschine auch mal auf 30KM/h runter. Erlaubt waren 70KM/h.
Naja. Irgendwann hatte wohl der Prüfer ebenfalls genug und schickte mich durch die Waldstrasse nach OS.
War ja sowas von klar. Kenne ich aber auch. Behielt ich aber auch für mich. blum
Dort darf man 70KM/h … kann man auch fahren wenn man sich umbringen will. Die Strecke ist nämlich mächtig verdreckt und selbst mit dem Möp gehe ich dort vom Gas. Die Strasse ist zugepflastert mit Kies, Erde, Kuhkot und weiß der Geier was die vom Kieswerk und aus den umliegenden Höfen noch so alles auf die Strasse bringen. Sehr gefährlich jedenfalls.
Besonders nach Regenschauern. Dann spült es nämlich Erde und Kies die Strasse hinunter und in die Kurven hinein.
Aber wie gesagt kenne ich die Strecke.
Ich fuhr entsprechend langsam und sicher (denn Sicherheit geht ja vor).
Nicht mein Problem und Gemecker bekam ich auch keins.

Also fuhr ich weiter in die Stadt hinein.
30er Zone habe ich beachtet … Fussgängerübergang auch … meine Ampel von gestern war dieses mal schon auf rot. Alles gut, nur viel Verkehr auf der Bahn.
Ich blieb links und fuhr gemütlich Richtung TÜV.
Obwohl ich genau wusste das eine Ampel später so langsam der Hinweis aufs linksabbiegen Richtung TÜV-Gelände gekommen wäre. nutzte ich die mittlerweie frei gewordene rechte Fahrbahn um noch einmal das Rechtsfahrgebot zu beachten …. und bekam promt die Ansage das ich wieder zurückwechseln solle weil wir die zweite Strasse links einfahren „wollen“.
*NäNäNäNäNääääNääää …. hab ich doch toll gemacht. Und auch das rückwechseln mit blinken, Spiegel und Schulterblick. *angeb

Noch ein paar Meter auf der Hauptstrasse geradeaus mit 50KM/h und dann ging es wieder auf das TÜV-Gelände … natürlich auch ordentlich geguckt und geblinkt … und ich durfte die Maschine abstellen.

Dennoch war ich mir unsicher ob es nun gut war oder nicht.
Einer Schuld bewusst war ich mir aber nicht. So harrte ich der Dinge die da kamen.
Björn rief mich dann zur Heckklappe des PKW wo ich Helm, Handschuhe etc. ablegen konnte und sagte mir dann das ich meinen Führerschein rausholen solle und zum Prüfer auf die rechte Seite gehen möchte.
Damit war klar: Bestanden. Denn sonst hätte ich den Lappen stecken lassen können.

Der Prüfer meinte dann das er nun meinen FS einzieht … und ich sagte ihm das dieses ein Augenblick ist wo ich mit der Einziehung meines FS einverstanden bin.  rofl
Ich bekam dann meinen neuen übergeben und alles war im Dösschen.

Tjo, so war mein Tag und meine Prüfung. Kannste nicht meckern.
Nach mir kamen noch zwei weitere Prüflinge dran (die, wie ich in FB sah auch bestanden haben). Ich war der Erste.
Schwein gehabt. Danke lieber Gott.

Nun muss noch ein Motorrad her. Was allerdings ein bisschen dauern kann.
Schauen wir mal was sich wie machen lässt.

Habt ebenfalls einen tollen Tag und falls ihr unterwegs seid eine gute Fahrt … und falls ihr selbst heute oder die Tage vor einer Fahrprüfung steht drücke ich euch ganz fest die Daumen das es klappt.

Alles Liebe,
der Micha

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