Morgens achtuhrdreissig im OsnabrückerLand

… klingelte der Wecker und brachte mich aus dem Schlaf.
Wird ja selten genutzt, funktioniert aber immer noch.
Der Grund warum ich überhaupt dieses Ding zum klingeln (säuseln) brachte liegt darin das ich heute meine ersten Praxisstunden auf dem Motorrad habe.

Und ich bin ziemlich aufgeregt, weil ich immer vor Augen habe das ich mit relativ hoher Geschwindigkeit ausweichen und Slalomfahren soll.
Das sind nämlich die beiden Dinge vor denen ich Bammel habe.
Vielleicht begründet, vielleicht unbegründet. Ich werde es sehen.

Das Wetter lässt arg zu wünschen übrig.
Es ist drückend warm, hat seit zwei Wochen teilweise in Kübeln geschüttet (was wenigstens den Boden reinigte) und schaut schon wieder nach Regen aus.
Meine Wäscheständer habe ich jedenfalls erst einmal von der Terrasse herein geholt. Der Himmel schaut doch sehr danach aus das es gleich wieder einnässt.

Gleich muss ich, frisch geduscht, in die dicke Motorradkombi einsteigen und in voller Montur, inklusive Motorradstiefel, auf mein 50ccm Möp aufsteigen.
Sieht bestimmt lustig aus.

Ich hoffe sehr das Björn und ich gut miteinander auskommen und meine Fahrstunden minimalistisch bleiben. Ansonsten bekomme ich ein arges Zahlungsproblem (bei dem mir allerdings eine Freundin leihweise unter die Arme greift).

Zuhause wurde sich dann erst einmal angepellt.
Man beachte das GRAUE Shirt.

Was nun an dem grauen Shirt so erwähnenswert wäre?
Die Erklärung folgt gleich.
Aber ersteinmal noch die Jacke drüber.

Puuhhh … das ist jetzt schon warm … und in der Montur muss ich gleich auf die Fuffi. *peinlich
Half aber nichts. Auffie gings.

Wie das so ist komme ich überpünktlich bei meinen „Dates“  an.
Hatte den Vorteil das ich noch einen Zug an der Dampfe nehmen konnte und nicht hopplahopp von 50ccm auf 650ccm umdenken musste.

Björn begrüsste mich und nachdem wir uns auf ein „Du“ geeinigt hatten, ging es an die Planung der kommenden Fahrstunden und der Prüfung.
Theoretisch ist alles kommenden Monat erledigt.

Das Bild hat Björn am Ende der Stunde von mir auf meine Bitte hin aufgenommen.

 

Die Maschine liegt mir, so wie sie ist nicht ganz so gut.
A ist sie etwas zu niedrig und B ist mir der Schalthebel zu nah an der Fussstütze. Das ist ziemliche Akrobatik um mit dem Fuss darunter zu packen.
Eine Alternative wäre eine Duke, aber ich werde es hierbei wohl belassen.
Die Umgewöhnung auf die eigene Maschine wird noch hart genug.

Die ersten beiden Ausbildungsstunden im Überblick:
1 – Maschine kennenlernen /Anzeigen, Schalter, Aufschriften und wo ist was
2 – Erster Gang ohne Gasgeben mit Füsse unten anfahren / bremsen
3 – Mit Füsse unten wenden / Blickrichtung beachten
4 – Stop and Go
5 – Erster Gang Füsse oben, Stop (dann natürlich absetzen) and Go und wenden
6 – Zweiter Gang Kreise fahren / Blickrichtung
Und das war es auch schon für heute.

Folgende Dinge habe ich dabei gelernt:
650ccm ziehen härter an als 50ccm
Die Bremsen packen auch härter
Ich muss darauf achten das meine Gashand nicht auf der Bremse liegen bleibt (alter Rollerfahrerfehler)
Ich muss alles etwas sanfter angehen.
(Hat alles geklappt ohne Wheelie, aber da muss ich schon vorsichtiger sein)
Meine Blickrichtung ist scheisse weil ich die Maschine überhaupt nicht im Griff habe.
Ich muss damit leben das ich alle meine Klamotten durchschwitze.

Und deshalb hier die Erklärung zum ehemals grauen Shirt:

Beeindruckend wieviel Wasser unter so eine Kombi passt.
Aber ich wollte ja eh abnehmen. pardon

Beeindruckend was sich so im Netz an Aussagen findet wenn es darum geht das man mit 50plus noch nen Führerschein fürs Motorrad machen will.
Der Grossteil rät zwar dazu, aber es gibt auch Gegenstimmen bei denen ich dann wohl in meinem Alter schon ziemlich gebrechlich und kaum noch Herr meiner Sinne sein soll.
Schon knuffig wie sich die Einschätzung des Alters im Alter doch eher der Realität angleicht.
Ich war da in jungen Jahren nicht anders. „Du bist schon 50ig? Ohhh.“ Also eigentlich waren 50jährige, als ich um die 20 war doch eher schon scheintod denn am bzw. im Leben.
Einzelne verstörte Blicke beim theoretischen Unterricht durfte ich ja auch ernten und ich hätte damals wohl auch etwas befremdet geschaut wenn da son Opi oder sone Omi rein gekommen wäre um sich aufs Motorrad zu schwingen. *kicher

Ich denke da auch nur gerade drüber nach weil ich über solche seltsamen Aussagen zufällig im Netz gestolpert bin und mich mal wieder hinterfragte.
Ansonsten denke ich natürlich nicht darüber nach.
Ich bin natürlich älter geworden, aber vom altsein noch „ewig“ entfernt.
Vielleicht ist es sogar ein Vorteil bei der praktischen Prüfung, da der Prüfer wohl nicht davon ausgehen braucht das ich auf der Strasse die Sau raus lasse (wie ich es in jungen Jahren tat).

Na mal schauen … in cirka drei Wochen ist der Eintrag hoffentlich in meinem Führerschein und vielleicht darauf schon ein Moped unter meinem Hintern was mich endlich in die Freiheit bringt.
Dienstag (heute ist Samstag) geht es weiter.

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