Was man nicht weiss, kann Zeit kosten

Ich habe mittlerweile die hinteren Blinker und das Bremslicht neu verkabelt und angebracht.
Desweiteren hatte ich den Frontscheinwerfer ab und müsste eigentlich mal testen, ob alles so funktioniert wie es soll.
Leider fehlt mir die Batterie. Der Nachbar und sein Bruder haben die Maschine wohl nur zum verheizen „gefahren“.
Ich dachte schon daran Tuxies Batterie zu nehmen, aber da die Maschine derzeit in der Bucht zum Verkauf steht, lasse ich das mal lieber.

Im Geiste hatte ich mich schon darauf eingerichtet, dass ich es frühestens nächsten Monat, nach der nächsten Ersatzteilbestellung, testen könne … da fiel mir ein, das ich ein geregeltes Netzteil aus dem Modellbau besitze. Das liefert zwar 13,4 Volt, aber die Differenz sollten gute Bauteile aushalten. Beim aufschalten ergeben sich in der Regel viel höhere Ströme, allerdings sind diese auch nicht dauerhaft.

Aber mal ehrlich … was soll passieren?
Wenn mir die Kabel abrauchen, muss ich einen neuen Kabelbaum kaufen. Kostet nicht die Welt, ist aber ne Menge Arbeit. Da die Maschine derzeit im Warmen steht und ich sowieso noch nicht damit fertig bin, wäre eine weitere Verzögerung, maximal „schade“.

Gedacht, gesucht (meine Abstellkammer ist sowas von extrem übervoll), gefunden … und
angeschlossen.

Die Kabel von Plus und Minus angeschlossen … den Zündschalter rein und … das Display leuchtet und zeigt mir den Leerlauf an.

Ob die Blinker gehen?
Taster nach links … mit Verzögerung gehen mit Geklacker des Schaltgebers die linken einwandfrei.
Das selbe nach rechts. Alles bestens.
Hupe hab ich auch. Ob ich mal drauf drücken soll? *drück
HUUUUPPPP
Weia … ist das ein Ding. ;)

Das Standlicht im Frontscheinwerfer leuchtet auch … aber wieso leuchtet die Halogenbirne nicht?
Und Rücklicht leuchtet ebenfalls nicht. Auch kein Bremslicht.
Merde!

Also, vorne und hinten wieder alles aufmachen und abbauen und durchmessen und hoffen das man den Fehler findet. (Soooo fit bin ich ja nun an der Simme noch längst nicht, das ich Fehler diagnostizieren könnte).
Gesagt, getan … und Stunden später, nichts gefunden. (*Mist blöder)

Also muss das gute Internet wieder herhalten und die dazugehörigen Foren.
Ich suchte und suchte, bis ich auf einen Foreneintrag im Oldenburger-Forum traf.
Dort wird beschrieben das Rücklicht und Scheinwerfer nur bei laufendem Motor in Betrieb sind.
Ich hätte mich erstmal setzen müssen, wenn ich nicht sowieso sitzen würde.
Da hatte ich den ganzen Tag mit Fehlersuche und schrauben verbracht, für nichts und wider nichts.
*grmblfx
Ich fragte dann welche Möglichkeit es gäbe, dass ohne laufenden Motor zu testen.
Eine Antwort kam prompt. Dennoch testete ich das erst heute am Tage aus, da dass Licht bei mir unzureichend ist.

Ich habe, (aus meinen RC-Modellbau-Tagen) ein geregeltes 13,4V Netzteil an die benannten Kabel angehangen.
Abgegriffen hatte ich direkt, wie im Forum vorgeschlagen, am Leitungsverbinder.
Bei mir liegt das Rücklicht auf der rechten Seite (grau und schwarz/rot) und der Scheinwerfer (schwarz/weiss) auf der linken Seite.
Stand- und Fernlicht konnte ich dann ganz normal am Griff-Schalter wechseln.

Zunächst einmal testete ich das Rück- und Bremslicht. Alles okay.
Da sowohl Rück-, als auch Frontlicht nur bei laufendem Motor funktionieren, konnte ich es lediglich direkt testen, indem ich die entsprechenden Kabel abzog und auf Plus legte.
Beide Lichter leuchteten hinten auf, wenn ich die Zuileitung wechselte. Somit ist schonmal kein Kabelbruch, oder eine kalte Lötstelle vom Verteiler bis zum Verbraucher vorhanden.
Ob der Bremslichtschalter okay ist, oder ob insgesamt ein Kriechstrom im System ist, kann ich dadurch nicht sagen.

Nach dem Rücklicht, testete ich dann den Halogenscheinwerfer (HS1).
WOW. Das nenn ich mal Beleuchtung. Da macht das fahren in der Nacht endlich mal Laune, weil man nicht 90 Prozent im Blindflug unterwegs ist.

Die Leuchtweite muss ich noch regulieren. Das habe ich im Moment nur Pi mal Daumen eingeschraubt.
Vielleicht lasse ich mir sie auch direkt vom TÜV oder bei der Dekra einmessen. Mal schauen.

Es sind noch etliche Dinge zu machen. Unter anderem auch der Austausch aller Bowdenzüge.
Letztlich steht bereits eine Bestellung von 130 Euro auf dem Zettel.
Wenn ich mir anschaue was noch alles ausgetauscht werden muss/kann/soll, werde ich für die Maschine sicherlich unter 1000 Euro bleiben, habe dann aber mehr oder weniger eine komplett neue Maschine.
Aber das ist Zukunft …
Nun bin ich ersteinmal dabei eine halbwegs vergammelte Simson wieder ins Leben zu bringen.

Und wenn ich mir das so anschaue, dann bin ich zufrieden mit meinem Werk. smile

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4 Antworten auf „Was man nicht weiss, kann Zeit kosten“

    1. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Du ebensoweit kommen würdest.
      Alleine schon die Schraubermöglichkeit, macht einiges her.
      Und wenn man sich zurück entsinnt … früher hat man auch am Fahrrad Reifen gewechselt und vielleicht neue Züge eingesetzt. Soviel anders ist es bei der Simme nicht. Und damals hat man sich auch nicht soviel Kopf darum gemacht.

      Vielleicht geht das auch bei den Chinarollern, aber zu denen finde ich keinen Zugang. Da ist alles ineinanderverwurschtelt und für mich nicht logisch.

  1. Wow,das nenne ich mal ein Licht.:o

    Da ging ich unwissend bei der Simme eher von einem Billux-Gefunzel aus,Respekt.

    Apropos Respekt,Hut ab was du bisher als selbstbetitelter "Nichtschrauber" aus der Simson gemacht hast.

    Das Moped steht optisch, nach den letzten Bildern zu urteilen,nun wirklich klasse da.

    1. Mit soviel Lob kann ich nicht umgehen … Danke Dir smile
      Dadurch das ich hier im warmen schrauben kann und es so einfach ist, überall dran zu kommen, lies mich das schrauben so gut glücken.

      Das die Ersatzteilfrage Dank vieler Händler, Altbestände und Nachbauten so gut ist, macht es ebenfalls recht angenehm. Speziell die SR50 ist bei den Ersatzteilen wohl die günstigste. Somit konnte ich da mit meinen geringen Mitteln, richtig was ausrichten.

      Es kommt hinzu das ich mich bei der Simme traue ans Eingemachte zu gehen, da ich kaum etwas beschädigen kann. Ganz anders bei Tuxie. Bei der müsste ich schon die halbe Verkleidung abbauen, nur um den Vergaser zu wechseln. Und das man dabei die Plastiknasen abbricht, ist sehr wahrscheinlich.

      Nächsten Monat geht es in die Endrunde … ich bin sehr gespannt.

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