Offener Nähtreff für Raum Osnabrück im Mai

Am letzten Donnerstag war es wieder so weit. Das letzte Treffen liegt bereits einen Monat zurück und ich war in der Zeit so gar nicht kreativ.
Kreativität ist seit längerem ein Thema bei mir. Nicht die übermässig vorhandene, sondern vielmehr die abhanden gekommene.
Das ist auch der Grund warum ich beim Nähtreff so intensiv zuschaue und ganz unbedarft meine Anfängerfragen stelle.
Letztenendes erhoffe ich mir die Rückkehr meiner Kreativität durch eure Projekte.

Das man sich beim Nähtreff „gegenüber“ sitzt und sich real zeigen lassen kann wie man es besser machen kann, ist etwas was man innerhalb eines Forums nur bedingt umsetzen kann

Zurück zum Treffen, welchem ich beinahe ferngeblieben wäre, da ich nicht so wirklich Lust & Laune hatte.
Ich hätte etwas verspasst, denn es wurde eine sehr gemütliche Runde.

Stefanie erschien mit ihrer NäMa und brachte auch eine Freundin mit (Diane? … ich kann mir Namen einfach nicht merken), welche ebenfalls bewaffnet mit ihrer NäMa erschien. Ausserdem hatten sie noch ein Bügeleisen dabei, damit die Tasche ordentlich werden kann, an welche „Diane“ sich übte.
Stefanie hatte ausserdem ihren Rollenschneider und ihre Schneidunterlage dabei, welche nicht nur eine sehr gute Einteilung hatte, sondern zudem auch eine drehbare Schnittfläche hat, so das man den Stoff nicht drehen muss. Ich habe es als sehr praktisches Zubehör bereits auf meine „Will-ich-auch-haben“-Liste smile

Stefanie war dann allerdings auch Jenige die meckerte das ich schon wieder ohne Maschine zum Treff kam. Wo sie Recht hat sie Recht.
Ausserdem … und das ist ein ganz besonderes Thema, scheint man wohl ein Problem damit zu haben, Männern zu glauben das diese nähen (Obwohl niemand auf die Idee käme dem „Änderungsschneider um die Ecke“ oder dem „Herrenausstatter“ das Schneiderhandwerk abzusprechen und/oder ihm gleich Homosexualität zu unterstellen).
Beim Nähtreff und in einem Privatdialog wurde bereits unterschwellig angedeutet das es genauso gut sein kann, das ich nur zum Nähtreff erscheine um mir ein „Weibchen“ zu besorgen, darum mache ich das nun Hier und Jetzt EINMAL klar:
Meine Kreativität ist mir leider abhanden gekommen. Das Schneidern/Nähen ist für mich ein kreativer Prozess der mir die Kreativität wieder zurückbringen kann.
Das ich mich beim Treffen mit netten Menschen unterhalten kann ist ein schöner Nebeneffekt.
Allerdings interessiert es mich nicht im Geringsten ob mein Gegenüber nun eine Mumu oder einen Pipimann hat. Mich interessiert vorangig ein geselliges Beisammensein und wie man mit Nadel und Faden vernüftig umgeht (ohne sich und die Maschine zu schrotten).
Also … bleibt entspannt. Das gilt ebenso für die Anwesenden als auch für deren PartnerInnen.

Da ihre Bekannte („Diane“) bereits verwundert zur Kenntnis nahm das ich angab als Anfänger auch zu nähen, holte ich die Maschine.
Damit es schneller ging, bot mir Irinas Mann an mit mir eben rüber zu fahren (ich wohne nur ein paar Strassen weiter). Nach kurzem Zögern nahm ich das Angebot an und packte auf die Schnelle Maschine, Zubehör, Bücher und eine „Charlotte“ (Tasche) ein, bei der mir die Reissverschlussnaht aufging, da ich die Kante nicht versäubert hatte. Ich sag ja das ich Anfänger bin. (Man kann soooo viel falsch machen … und sich so sehr selbst im Wege stehen wenn man „um-die-Ecke-denkt“.
Als wir zurück kamen hatte unsere Runde Zuwachs bekommen. „Anja?“ Sie war jedenfalls schon einmal dabei und musste beim vorletzten Male wegen ihrem Kind frühzeitig zurück. Sehr schade.
An diesem Treffen blieb gottseidank alles ruhig und sie konnte den Abend hoffentlich geniessen. Viel unterhalten hatte ich mich mit ihr nicht, weil ich am weitesten davon ab sass und „Diana?“ beim bügeln und nähen ihrer Tasche „verfolgte“. Schliesslich konnte ich von den Tipps die sie von Stefanie erhielt reichlich dazu lernen.

Soweit ich das erkennen konnte, hat mein „Paulchen“ (meine Maschine) dann dem harten Urteil der Anwesenden standgehalten.
Stefanie schaute sie sich genauer an und fand wohl auch das es die 140 Euro wert ist. Der Name W6 ist wohl unglücklich gewählt. „Janome“ „Bernina“ geben dem Ganzen einen Klang, während W6 sich mehr nach einer Formel denn nach einer guten NäMa anhört.

Während des Abends vernähte ich dann den Reissverschluss an „Charlotte“.
Das heisst … ich wollte vernähen.
Füsschen hoch … das Tässchen bereit gelegt … auf den Anlasser gedrückt … und … „KLONG“. Autsch. Was war das denn?
Bin ich auf dem Reissverschluss? Hmmm. Nein. Seltsam. Fuss hoch. Tasche raus. Faden abschneiden.
Per Hand einen Stich in der Luft machen. Alles dreht und bewegt sich ordnungsgemäss. *grübel
Neuer Versuch.
Tasche drunter und ausrichten … Fuss runter … Anlasser treten … „KLONG“. (Merde)
Alles angeschaut. Tasche liegt okay. Faden ist da. Nadel ist da. Nichts sieht quer/schräg/defekt aus. Warum gehts nicht?
Fuss hoch. Tasche raus. Faden abgeschnitten. Alles angeschaut.
Die Stichplatte ist okay. Beim drehen am Handrad passiert nichts. Wo also ist das Problem?
Tasche wieder drunter … Fuss wieder runter … mal per Hand versuchen … Nadel geht tiefer … tiefer … trifft auf den Stoff … und geht nicht weiter.
Wie jetzt? Warum sticht sie nicht durch?
Also Fuss hoch, Tasche raus und Nadel begutachtet. Aua … kein Wunder das es nicht weiter geht.

(Die Nadel habe ich fürs Foto an die Stichplatte geklemmt. Die Krümmung ist am Nadelende und wie man sieht fehlt die Spitze.)

Wahrscheinlich habe ich sie mir beim Transport krumm gedrückt. Vielleicht geschah es auch beim Nähen. Doch warum auch immer. Es ist gut das sie mir nicht entzwei brach und das ich nicht so rabiat mit meiner Maschine umgehe das Stichplatte oder „Gestänge?“ etwas abbekommen haben.
Nachdem ich die Nadel gewechselt habe ging alles wie gewohnt und ich vernähte das Stück am RV neu.
Beim einsetzen der Nadel mussten mir die Damen nochmals behilflich sein, da ich nicht wusste ob die flache Seite nun nach hinten oder vorne eingesetzt werden muss. Stefanie reagierte als erste und gab mir den Tipp das die Nadel sowieso nur in eine Richtung hineinpasst.
Ausprobiert und für gut & richtig befunden, hatte ich wieder einmal etwas dazu gelernt.

Das Treffen, geplant von 19 bis 22 Uhr, dehnte sich heute einmal aus.
Gegen 22 Uhr wurde noch niemand nervös genug um nach Hause zu wollen, so gingen erst gegen 23 Uhr die Lichter aus.

Und damit endet auch mein kurzer Bericht smile
Viel Spass bei euren Nähprojekten wünschend,
der Micha

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