Besuch der Messe – Nadel und Faden – Osnabrück

Eigentlich wäre ich nun im dritten Jahr Besucher der Messe, aber im letzten Jahr, fiel diese Messe leider aus.
Die Stadthalle wurde umgebaut und die Stadtplanerin war offensichtlich nicht fähig genug, um einerseits den Ausfall derselben frühzeitig anzukündigen und andererseits eine Alternative zu finden.
Ihr merkt schon … es gibt einiges zu bemängeln, was sich dann aber am Ende des Artikels bessert. smile

In der freien Wirtschaft sitzen solche Leute in Massregelungen des Arbeitsamtes … oder wie es heutzutage heissen würde, in Eingliederungsmassnahmen der Massarbeit.
Nun gut. Die Jahre wurden auch ohne intensive und neue Messekontakte überbrückt und heute war es dann endlich wieder soweit.

Der Eintrittspreis an der Tageskasse ist mit 8 Euro für Otto-und-Anna-Normal-BürgerIn akzeptabel.
Man könnte sogar von günstig sprechen.
Eingetragen haben sich 90 Aussteller von nah und fern.
Wer gerne strickt und stickt, muss auf dieser Messe äusserst auf seine Ausgaben achten.
Die Nähfraktion hat es da doch um einiges schwieriger in diesem Jahr gehabt.
Waren vor zwei Jahren noch die holländischen Schnittkonstruktions Lineale, Lutterloh und Vliesline vertreten … suchte man sie in diesem Jahr erfolglos. Sie haben wohl ihre Konsequenzen aus der kurzfristigen Absage gezogen, was ich sehr gut nachvollziehen kann.
Für die Händler (die in diesem Jahr übrigens freundlicher waren), ist eine Messe immer mit langer Vorplanung und hohen Kosten verbunden. Wenn dann keine Ausgleichsmöglichkeit geschaffen wird, ergibt das ein dickes Minus in den Kassen, was sich heutzutage kaum einer mehr leisten kann wer sein Geld ehrlich verdient.

Zunächst einmal geriet auch meine Planung an diesem Tage vollends aus dem Ruder.
Aus einem möglichen Gruppentreffen auf der Messe wurde (frühzeitig angekündigt) ein Micha-geht-alleine.
Das war sehr schade, aber jedeR Einzelne hat es mir frühzeitig abgesagt … und das ist auch okay so, dennoch hätte ich gerne neue Leute kennen gelernt und auch „alte“ Bekannte gerne wieder getroffen. Ein bisschen Bummeln, ein wenig einkaufen, ein wenig staunen (und etwas lästern) … dann noch auf nen Kaffee und was essen … so hätte es sein können …. und so wurde es auch teilweise.

Das Wetter liess uns nicht im Stich. Uns bedeutet dass ich mit einer meiner lieben Exen die Messe besuchte.
Der Durchgang von der Uni auf das Gelände der Stadthalle zeigte schonmal die ersten zufriedenen Gesichter auf dem Rückweg.

Der Durchgang von der Uni auf das Gelände der Stadthalle zeigte schon mal die ersten zufriedenen Gesichter auf dem Rückweg.

Zum Tageskartenschalter standen sehr freundliche (junge und hübsche) Hostessen.
Schnell zwei Tickets bezahlt (Rentner bekommen natürlich KEINEN Nachlass … wie immer und zu 99% überall) und ab in die untere Halle.

Mal bloss gut, dass ich weibliche Begleitung habe … manN kann sich drauf verlassen dass der erste Weg Richtung WC geht und man erst einmal die Lage peilen kann.
Die peilte ich in der Zeit auch, indem ich einen Lageplan zur Hand nahm und versuchte irgendeinen sinnvollen „Rundweg“ zu finden.
Bei dem Versuch blieb es allerdings. So eine chaotische Nummerierung und Aufbauflächen habe ich meinen Lebtag noch nicht erlebt.
Es drängt sich der intensive Verdacht auf, dass auch dort die Stadtplanerin die Finger im Spiel hatte.

Die blauen Striche war der Versuch irgendwas sinnvolles daraus zu machen. Ich habe es nachher dran gegeben, weil es schlichtweg unmöglich ist.
Das ist übrigens ein DIN-A4 Blatt … nicht nur kurmm und schief bedruckt, sondern auch noch einseitig.
Anstatt die Pläne entsprechend vergrössert und mit den Ausstellernamen bestückt, auf jeweils eine Seite zu packen fiel dem/der ErstellerIn wohl nur dieser Bockmist ein. Voll für die Tonne.

Nichtsdestrototz smile es geht mir um die Messe … um Eindrücke vermittelt zu bekommen und um etwas Neues zu entdecken. Kontakte knüpfen ist hier im Norden sowieso schwierig (was mich als Düsseldorfer immer wieder erschreckt).
Während ich Stand für Stand langsam gehend abklapperte und die Werke einiger begnadeter Sticker und auch Stricker musterte, hatte meine Begleitung da schon mehr zu schauen, da sie auch strickte und in jungen Jahren auch die eine oder andere Handstickerei machte.

Wie es so ist, wollte sie dieses und jenes und das auch noch und ohhh wie schön. smile
Ich konnte sie verstehen, aber wenn das Geld nicht schon aus dem Kopfkissen quillt, muss man sich „leider“ mit schauen begnügen.
Sie kaufte dennoch 2 Meter dunkelroter Spitze, für einen luftigen Schal. Der Preis mit 5€/M war akzeptabel und die holländischen Verkäufer (ich muss noch die Firma nachtragen, weil ich kein Kärtchen davon habe), waren trotz fertiger Zuschnitt so freundlich die Ware zurück zu nehmen, da meine Ex den Preis falsch gesehen hatte und sich nunmehr über 5 statt ihrer (eingebildeten) 3€/M wunderte. Ich winkte allerdings ab, denn die Spitze sieht wirklich wunderschön aus und riet zum Kauf.
Meinem Dank für das untypische Verhalten des Verkäufers, die Ware dennoch zurückzunehmen brachte ich ihm mit einer Respektsbezeugung deutlich herüber, worüber er sich auch wiederum freute.
Meine Ex glücklich, ich zufrieden, Verkäufer glücklich. Mehr geht nicht.

Meine gleichzeitige Suche nach Verlaufsgarne für die Nähmaschine blieb allerdings indes und fürderhin erfolglos.
Macht nichts. Zu sehen gibt es dennoch genug.
So, auch eine Modenschau. Die Musik war mir zwar zu laut (ich bin da sehr empfindlich) aber was gezeigt wurde, trug den Namen Modenschau zurecht. Tolle Modelle, tolle Models. Es war eine schöne Abwechslung.
Übrigens, das habe ich noch gar nicht erwähnt, haben wir uns nicht gegenseitig die Füsse platt getreten. Die Messe war gut besucht, aber nicht voll. Was mich sehr freute (die Aussteller wohl weniger).

Auf der oberen Ebene, wo auch die Modenschau war, blieb ich dann einem Stand stehen mit zwei älteren Damen.
Die dortige ausgestellte Bekleidung fiel mir sofort auf. Ein schwarzes Kleid mit Blättermotiv zog mich in den Bann.
Nicht weil ich nun unbedingt Kleider tragen will (obwohl die Mode der Damenwelt um Welten besser ist, als die Herrenmode), sondern weil die Anordnung der Blätter und die Muster unmöglich aus einer Fabrik stammen konnten.
Ich begutachtete das Kleid und den dortig angebrachten Verkaufszettel.
„Mit Blättern entfärbtes Leinengewebe“ steht dort drauf.
Mit Blättern ENTfärbt? Uiiihhh …. Kunst … find ich toll … begeistert mich … wie geht das? smile
Also ab die Verkaufstheke der beiden Frauen aus Neuss (fast meine Heimat) und ganz freundlich gefragt ob ich bitte ein Bild machen dürfe (da machen die auf der Messe sonst immer ein heiden Theater drum).
„Ja, ausnahmsweise“ sagte sie mir im Neusser Slang, worüber ich mich sehr freute und ich wirklich nur ein einziges Bild machte.

Und? Ich finde es toll! *Herzchen in den Augen
Nachdem ich mein Bild machte, mich bedankte und mir den Stand intensiver anschaute kamen wir ins Gespräch.
„Wofür brauchen sie das Bild denn?“ fragte sie mich freundlich.
„Ich blogge und würde es gerne dort vorstellen“.
„Dann vergessen sie aber nicht unseren Namen zu nennen“
(Gottchen ich fand die beiden jetzt schon knuffig)
„Nein, nein. Ich packe da alles mit drauf was ich zu ihnen habe, auch die Webseite“
„Webseite? Haben wir nicht“
„Schade … aber dann wenigstens die Email-Adresse. Versprochen“
„Email? Haben wir auch nicht“
„Ohhh“ … ich suchte nach Möglichkeiten und hoffte auf eine Geschäftsadresse, der beiden Süssen.
„Aber unsere Adresse steht auf den Kärtchen“.
„Na Klasse … dann schreibe ich diese dick darunter“
„Ja, schauen sie mal … hier steht sie drauf und da noch besser und was finden sie eigentlich so toll daran?“
Örks. Zwei grosse Kärtchen annehm.
„Ich fand die Info am Kleid so interessant das es mit Blättern entfärbt wurde und würde das nun gerne den Lesern weiter vermitteln“
„Ja das ist toll … aber sie wissen nicht wie es geht“
„Nein, leider nicht“
„Ich weiß das aber“, sagte die rechte Dame und zog ein verschmitztes Gesicht.
Ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen.
„Ich bin Mitglied in der „Nature-Printing-Society“ und eine der letzten in Deutschland die diese Technik noch beherrschen“.
Uiiihhh … ich hatte (bis gerade) keine Ahnung was das ist, aber das diese Kunst mit ihr aussterben würde, fand ich erschreckend und möchte auch dagegen etwas unternehmen. Aber dazu später mal etwas.
„Aber, sie geben diese Technik doch sicherlich in Kurse weiter?“
„Nein, ich gebe keine Kurse“
Macht sie nicht? Geht ja mal gar nicht!!! Ich MUSS gegen das aussterben dieser Handwerkskunst was machen … und das werde ich auch versuchen (ob sie will oder nicht) ;)

Wir haben uns dann noch ein wenig über unsere Herkunft unterhalten.
Ich durfte mich dann noch ins Buch eintragen, womit ich automatisch Post erhalte wenn es Neuigkeiten gibt.
Eigentlich wollte ich ihr meine Karte geben … aber so sehr ich auch suchte, ich hatte keine dabei. Verwerflich (zumal ich eine echte Sauklaue habe).
Mal schauen ob ich den einen oder anderen Besuch abstatten kann und euch weiterhin damit (vielleicht auch dafür) begeistern darf.
Ich hätte wirklich gerne zwei Stühle dazu geholt und mich mit den beiden, bei einer Tasse Tee, über Gott und Welt, aber vorallem über diese Techniken unterhalten. Doch so leid es mir tat, hatte ich einen Messebesuch auf dem Programm und das hatte Vorrang.

Sooo … und nun … endlich … die Firmenadresse zu dieser ausgiebigen Besprechung.
Helga Wagner
Naturdrucke
Dechant-Heuss-Straße 19
41468 Neuss
Telefon und Telefax unter 02131 35869

Unser Weitergang vorbei an vielen wunderbaren Stickereien, feinsten Wollgeweben (mein Favorit kostete 70€/M und das war kein Schreibfehler), sowie an Ständen mit Knöpfe die mir bei Preisen von 4,50€/Stück mal wieder die Schweissperlen auf die Stirn trieben, wurde nur noch unterbrochen durch eine Pause bei Kaffee und Käsekuchen 4,50€/Person und einem längeren Gespräch mit dem Optiker Ripken aus Osnabrück, der seine speziellen Sticklampen mit Lupe vorstellte.
Tolle Geräte waren das. Mit Warmlicht, mit Tageslicht, mit Arbeitslicht … teilweise umschaltbar.
Auf einem Standfuß, oder zur Befestigung am Tisch oder an der Wand. Transportabel … sogar mit Akku für den Sticktreff … oder bombenfest. Mit Umrandung, oder ohne, oder nur halb. LED oder Energiesparer. Alles möglich.
Meine Güte gibt es da viele Möglichkeiten. Allerdings haben sie auch alle stolze Preise. Ich muss da wohl passen, denn meine Leuchte für den Nähbereich käme mich um die 280€. Puuuhhhh, das gibt meine Minirente wohl eher nicht her, aber ich bin schonmal angefixt … und was mir heute noch nicht leisten kann, kann ich mir vielleicht zum übernächsten Weihnachten leisten. Ich werde es jedenfalls nicht aus den Augen verlieren.

Ihr merkt es schon, ich komme zum Ende (wurde ja auch Zeit) smile
Insgesamt war es ein vierstündiger Gang durch die Stadthalle.
Und auch wenn die Planung der Messe sehr grosses Verbesserungspotenzial beinhaltet, war es den Besuch allemal wert.

Vielleicht treffen wir uns ja mal 2015 dort. Ich würde mich freuen … und dann setzen wir uns mit ausreichend Stühlen und Tee zu Helga Wagner und ihrer Begleitung an den Stand und fachsimpeln einfach mal den lieben, langen Tag über das Bedrucken und entfärben mit Naturmaterialien.

Das Wetter hatte sich dann leider überlegt uns am Ausgang mit warmen Nieselregen zu entlassen, aber das hielt und weder davon ab den Unipark zu besuchen …

… noch konnten wir es lassen in der Innenstadt den „Express-Wok“ aufzusuchen, um uns für kleines Geld ein leckeres Chinagericht zu gönnen.

Mittlerweile ist es viertel nach elf am Abend und nun bin ich ultra-platt und freue mich einfach nur aufs Bett und mein Buch.

Alles Liebe für euch da draussen an den Geräten,
der Micha

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Welch eine Provokation oder das Leid der Anderen

Eine witzige Geschichte las ich heute bei „Dr. Elton kreativ„.
Zusammenfassend blieb die Frage (neben anderen Fragen), ob nur Rentner (also alte Leute) nähen. Elton stellt am Ende des Textes noch weitere Fragen an die Mitlesenden.
Da ich zwar noch nicht alt bin, aber ein Renter der näht, wurde meine Antwort etwas zu persönlich und umfassend als dass ich sie als einfachen Kommentar dort veröffentlichen könnte.

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Erfreulicherweise (oder auch weniger erfreulich) bin ich mit knapp über 50 ja bereits Rentner und wie man weiss nähe ich nur nicht nur, sondern sticke auch.
Komplett ohne das die Wirtschaftlichkeit dabei irgendeine Rolle für mich spielt, weil ich es der Kunst wegen betreibe.
(Passend zum Film Ludwig 2, den ich gerade schaue).

Wenn man also nun die These aufstellt das wohl nur RentnerInnen nähen, so muss man sich auch der Frage stellen warum man mit Scheuklappen und dem dazugehörigen Tunnelblick durch das Leben geht und offensichtlich nicht bereit ist, sich weiter zu bilden und damit auch weiter zu entwickeln.

Um das zu unterstreichen verweise ich auf mal auf die Welt des Cosplay indem bereits die Jüngsten unglaubliche Kreativität durch ihre Kostüme ausdrücken. Weiter geht es über die ganz normale Strassenbekleidung. Meist ab der weiterführenden Schule ausgeführt. Davor nähen die Mütter und Väter (welche um die 30 Jahre jung sind und sicherlich noch nicht berentet) den Kids aus der Kiga ihre Kleidung für die Aufführungen. Noch weiter … die Twenmode … kaufen ist teuer, also wird re- und upcycelt und manchmal auch nur mit BlingBling gepuscht. Die Jungs nähen sich ihre Flicken, Patches auf die Jeans, oder Mopedjacke.
Auf den Fantasytreffen, den Karnevals- und Schützenvereinen, den Mittelaltermärkten, etc. finden sich Abertausende von 3 bis 99, die dieser Kunst mit der Maschine und/oder per Hand nachgehen. Weil es ihnen Freude macht. Weil es ein gutes Gefühl gibt und weil man seine Einzigartigkeit im Universum damit zum Ausdruck bringen kann.

Wie die meisten derer reagieren die keine Ahnung vom Nähen und keinen Zugang zur Kunst finden, ist bei „uns“ Männern sicherlich noch einmal unangenehmer. Obwohl sie alle Kleidung von Designern tragen die in den meisten Fällen männlich sind, passt das so gar nicht in ihr Machotriefendes dummes, kleines Weltbild hinein und wissen sich nicht weiter zu helfen als einen als Homo zu titulieren.
Aber gut. Kein Problem für mich. Ich muss mich mit solchem Volk nicht auf eine Stufe stellen, weil ich es sonst wieder im Kreuz bekäme wenn ich mich so tief herablassen müsste.
Da sie nicht einmal den Arsch in der Hose haben, es einem selbst zu sagen, haben sie von mir auch keinerlei Respekt zu erwarten.
Somit haben wir ein Patt.

Die Handarbeit … und damit meine ich nun wirklich das gesamte Handwerk, vom Nähen bis zum Mauern wird in Deutschland sowieso in keinster Weise wertgeschätzt.
Um beim Nähen zu bleiben kennen die meisten von uns die Nachbarn/Freunde/Bekannte/Kollegen/und Leute von Nebenan die früher oder später auf der Matte stehen, damit man mal eben einen Reissverschluss der Hose wechselt.
Natürlich ist der alte noch drinne, einen neuen haben sie eh nicht dabei („Wieso Du nähst doch … da hast Du keinen da?“ +vorwurfsvoller Blick) und das der alte vorher rausgetrennt werden muss, was eine Scheissarbeit ist, ist sowieso egal.
„(Ach komm, so schwer ist son Reissverschluss ja auch nicht, das machst Du bestimmt in 5 Minuten“ +dummdreist lächelnd)

Nun ich lehne grundsätzlich solche „Aufträge“ ab und verweise auf die Änderungsschneiderei an der Ecke.
(„Jaaa da war ich schon … aber die sind so unverschämt … die wollten 15€ dafür“)
Ja echt? Kann vielleicht daran liegen dass sie Strom, Wasser, Steuern bezahlen müssen und Reissverschlüsse nicht an Bäumen wachsen!
Wie man bei so einem „Lohn“ überleben kann, ist mir persönlich eh schleierhaft.

Somit haben wir also nun festgestellt dass es dumme und dreiste Menschen gibt … und ganz viele schaffen es beides zu sein.
Was mir aber egal ist … weil ich mich nicht mit solchen Leuten abgebe.
Was mir allerdings dann wieder böse Blicke, Getuschel und Beleidungen einbringt, weil sie sich nicht anders zu helfen wissen.

Ich nähe und sticke auch weiterhin solange die Muse mich küsst und ich bin heilfroh dass bereits die Kids in der KiGa daran Freude haben und dieses Handwerk somit weiter leben wird.
Es ist zwar unwahrscheinlich das eines Tages die Welt aus Künstlern und Handwerkern bestehen wird, aber es ist ein schöner Gedanke.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen für die Zukunft, alles Gute.
der Micha

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DIY – Sehr günstiger Maschinennadel- und Stecknadelprüfer

Moin ihr Lieben,

es stand schon lange auf der „Tu-Es-Liste“ meinen Nadelprüfer einmal vorzustellen.
Heute stellte ich dann fest … er ist weg. Ohhhhh *betrübt
Natürlich ist er nicht weg, sondern nur von mir Dösbaddel (übersetzt: ein dümmlicher, tollpatschiger, langsamer Mensch) irgend wohin gut weg gelegt. ;)

Was liegt da näher als nun endlich mal das „Projekt“ abzuhaken und so zu tun, als wäre meine Liste damit kleiner geworden.
Also:

Zunächst einmal haben die Damen mit Kindern einen klaren Vorteil … sie haben bereits alles im Haus.
Die anderen müssen nun leider etwas schnorren (übersetzt: „dauerhaft ausleihen“ *hust).
Wir brauchen:
Einen kleinen Plastikbecher,
einen Feinstrumpf (in dieser Sache kam Anita von dingedings mit dem Tipp, doch einmal in einem Schuhgeschäft freundlich zu fragen, ob man vielleicht eines der Probiersöckchen mitnehmen dürfe),
ein Gummiband
und eine Schere.

Begeben wir uns ans Werk:
Ihr schneidet erst einmal die Fussspitze ab, weil dort in der Regel die Naht verläuft und wir diesen Teil leider so nicht brauchen können.
Das selbe machen wir auch mit dem Stück ab der Ferse. Dort befindet sich meist eine verstärkte Webung. Brauchen wir nicht, schneiden wir auch ab.

Ein Teil des übrigen Restes stülpen wir nun über den Becher.
An dieser Stelle grüsse ich ganz herzlich die „Ossis“, da ich einen Ölmessbecher meines Simson-Mopeds verwendet habe.
IHR dürft gerne einen Hustensaftbecher benutzen (vorher sauber machen).

Nun kommt das Gummiband ins Spiel, mit dem ihr den Feinstrumpf am Becher fixiert.
Es ist darauf zu achten das der Feinstrumpf sehr stramm und gedehnt fixiert werden muss, sonst wird das nichts.
Ausserdem muss das Gummiband sehr fest anliegen, damit sich das Gewebe nicht wegziehen kann.

Ich habe hier eine Nadel benutzt die vollkommen in Ordnung ist.
Ihr testet es, in dem ihr die Nadel einstecht und heraus zieht.
Es darf sich weder eine Laufmasche, noch ein Delle, oder beim herausziehen eine Wölbung ergeben.
Gleitet die Nadel durch, ist sie weder stumpf, noch hat sie eine gebrochene Spitze.

Achtung: Mit einer Ledernadel geht das NICHT, weil eine Ledernadel einen Schnitt durch das Gewebe verursachen würde.

Eine Delle habe ich hier nun nur zu Demonstration gedrückt, indem ich die Nadel umdrehte und mit dem Kolben auf das Testgewebe drücke. Soooo darf es nicht aussehen, wenn ihr eure Nadelspitze eintaucht, oder (als Wölbung) sie herauszieht.

Soooo … hat doch gar nicht weh getan smile
Ich wünsche euch viel Freude an dem Tester.
Noch ein Hinweis an diejenigen welche sich bei den Damen einen Feinstrumpf „ausleihen“ müssen:
BITTE nehmt nicht einfach irgendeinen, sondern fragt freundlich nach, oder fischt einen zerrissenen aus der Tonne. ;)

Alles Gute wünschend,
der Micha

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