Meine NäMa wurde personalisiert

Ich habe meine NäMa ja Paulchen genannt weil ich eben jenen bekannten Panther als Figur besitze.

Die Figur ansich kann ich nicht an die Maschine anbringen, somit entschied ich mich dafür die Rückseite zu verzieren.
Gemalt wurde mit Modellbau-Lack aus der Spielzeugabteilung.

Damit ist nun mein „Paulchen“ unverwechselbar.
Allerdings werde ich sie so nun auch nicht mehr gegen eine 3300er eintauschen können.

Nachtrag:
Am 21.Juli 2012 habe ich der Front auch ein Paulchen spendiert.

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Freihand sticken? Find ich gut!

Angeregt durch die gut verlaufenden ersten Versuche im Freihandsticken und den noch ungenutzten Stickfuss zwang ich mich heute zu etwas mehr Kreativität.
Etwas Leinen habe ich noch zum üben und die Textilfarbe möchte auch mal zum Einsatz kommen.

Leinen abgeschnitten, Stickrahmen bestückt und dann locker ran Pinsel und Farben.

Die Malerei ist als farbiger Hintergrund gedacht.
Ich möchte nicht alles im Bild sticken.

Leider habe ich nicht ausreichend Garn in verschiedenen Farben zur Verfügung.
Die ersten Striche habe ich dennoch mit Nähgarn setzen können.

Das braun in den Bäumen werde ich wohl auch schon einmal setzen können. Danach muss ich mich erst einmal um ausreichend Garn kümmern.

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Nachtrag: 25.Juni 2012

Heute war ich noch ein wenig grünes Garn kaufen und habe ein wenig weiter am Bild gearbeitet.
Während des stickens störte mich der Stickfuss jedoch zu sehr, so das ich ihn abnahm und ohne Fuss weiter arbeitete.
Nicht das es falsch verstanden wird: Der Stickfuss als solches ist schon okay und macht auch Sinn, aber er nimmt mir im wahrsten Sinne das freie Arbeiten. Ich werde ihn jedoch jederzeit bei „Ranken“ und „Schriften“ (im weitesten Sinne) einsetzen.

Nachträglicher Hinweis: Es macht schon Sinn den Stickfuss zu benutzen, da er das anheben des Gewebes verhindert und somit der Schlaufenbildung entgegen wirkt.

Das Bild ist noch in Arbeit

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Nachtrag: 28. Juni 2012

Heute brachte ich mir zweimal neues Garn mit und „beendete“ das Bild.
Fertig? Nicht fertig?
Man könnte hier und da noch was machen, aber dieses Bild erkläre ich als fertig.
Es ist schliesslich insgesamt erst mein dritter Versuch und man sollte nicht übertreiben.
Vieles habe ich bisher gelernt, über viele Dinge bin ich gestolpert und werde sicherlich noch einige Zeit mit den Arbeitsschritten und dem führen des Stickrahmens zu kämpfen haben.

Vielen Dank den eifrigen MitleserInnen und KommentatorInnen.
Es ist einfach schöner wenn man seine ersten Schritte im Kreise der Familie machen kann.

Sooo … und nun halt Michas erste gestickte Freihand-Landschaft.

Alles Liebe,
der Micha

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Irgendwann musste es ja so kommen

Vorgestern bekam ich einen Anruf das eine meiner Exen ins Krankenhaus nach Lohne kam. Bakterielle Lungenentzündung war angesagt.
Wie das so ist, fehlt einem Dies und Das an Klamotten, Geld und Technikkram.
Von mir bis nach Lohne sind es um die 75KM, also eine „normale“ schöne
Tour, da sie mich am Dümmer-See vorbei führt (welchen ich mit dem Rollerkollegen „Sani“ bereits umrundete).
Eine Rufnummer fürs Zimmer hatte ich erhalten und somit kündigte ich
meinen Besuch für gestern an. Einen Gang zur Bank müsste ich machen und
ganz wichtig ein Handyladegerät aus einem Technikladen kaufen.

Ich fuhr dann gestern gegen 11:00 Uhr los und gedachte zum Kaffee in
Lohne zu sein. Mit den Besorgungen passt es dann in der Zeit um sich ein
Kuchen zu holen und die Rückfahrt gemütlich anzugehen.

Bis kurz vor Diepholz kam ich als der Vortrieb ausfiel und sich
stattdessen ein schabendes Geräusch bemerkbar machte. Mitten auf der
B51.
Der erste Griff ging zum Schlüssel um den Motor abzuschalten, erst
danach bremste ich ab und lies die Maschine auf den Fussgängerweg
einrollen.
Um mich herum die endlose Weite der norddeutschen Tiefebene und ein paar Bauernhöfe.
15 Meter vor mir war der Nächste und es stand ein PKW davor. Die
Stalltüren waren ebenfalls offen und da es ganz leicht nieselte schob
ich die Maschine zunächst einmal zwischen zwei grosse Bäume auf deren
Hof und hoffte darauf das mich nicht gleich zwei grosse Hunde
zerfleischen. Erfreulicherweise kam kein Hund zu mir und ich richtete
mich erst einmal ein.

Jacke aus. Topcase auf. Werkzeugkoffer geschnappt. Varioabdeckung auf … theoretisch.
Praktisch zog ich zunächst mal meine Lederhandschuhe wieder an, denn ohne konnte ich die Vario nicht anfassen.
Schraube hier und da … und der Deckel lies sich abnehmen.

Das Gewusel darin sind keine Schwalbennester sondern die Reste des Keilriemens.



Hier die weiteren Reste in der Abdeckung

und hier der gesamte „Keilriemen“ in handlich luftiger Form.

Tja … Keilriemen … ich habe zwei Stück zuhause … und den Schlagschrauber und den Drehmomentschlüssel.
Das Varioblockiertool habe ich ja auch nicht passend.

Zunächst einmal die aufkommende Panik unterdrücken und überlegen wen man denn eigentlich anrufen kann.
Viele Leute kommen nicht in Frage, da meine Freunde im Bereich
Düsseldorf leben. Die meisten derer die im Osnabrückerbereich Ansässigen
haben eh kein Fahrzeug … einen Hänger oder Transporter besitzt
niemand … viele sind arbeiten und im ADAC bin ich mangels Kohle nicht.

Mal eben den ADAC zu Hilfe rufen kann ich mir finanziell auch nicht leisten.

Was blieb war der Bauernhof und die Hoffnung auf einen Mopedladen in der Nähe.
Ich überwand mich und klingelte an der Türe. Eine ältere Frau machte
auf, ich schilderte mein Problem und das ich hier gestrandet wäre und ob
es einen Motorradhandel in der Nähe gäbe.
Moment sagte sie und rief ihren Sohn.
Selbiger kam, hörte sich alles an und half.
*wow

Er stellte fest das es ein Roller ist und ich sicherlich eher einen
Rollerhandel bräuchte, da ein Keilriemen dort wohl eher die richtigen
Masse hat.
Yepp, dem stimmte ich zu und merkte mir das schonmal für die Zukunft.
Er brauchte noch eine halbe Stunde, fuhr aber dann mit mir zurück an den
Dümmer zu einem Vespahändler. Gute Idee weil es eine alteingesessene
Firma war, aber leider hatten sie keinen Keiler in der gewünschten
Grösse (mal gut das ich die im Kopf habe, denn das Handbuch schweigt
sich ja aus).
Sie hatten zwar nicht das Ersatzteil aber einen Tipp mit einem weiteren
Händler, der allerdings in Diepholz sitzt. Vorher wurde dort noch von
meinem Fahrer angerufen und gefragt ob er einen Keiler da hat. „Ja hat
er“ und schon ging es wieder los auf die B51 … wieder zurück … an
Haus und Tuxie vorbei und ab nach Diepholz.

Keine 30 Minuten später und eine erste Buchung von 17 Euro auf meiner EC Karte weiter, sass ich mit Keiler an Tuxie.
Eine 17er Nuss und ein Kreuz konnte man mir am Haus ebenfalls zur Verfügung stellen. Da mir das Blockiertool fehlte, musste es heute mal mittels Blockierung durch einen Gabelschlüssel gehen.
Theoretisch kein Problem, allerdings leiden die Zahnräder dabei. Hier
ging es aber nur um eine Notreparatur. Es musste halten um wieder nach
Hause zu kommen.

Ich drückte, zerrte und machte, aber die Mutter bekam ich nicht auf. Keine Chance.
Mein Fahrer, der dabei blieb, schlug dann vor mich vom Diepholzer Händler abholen zu lassen.
Abholen?! Eine gute Idee … wenn mein Konto denn mindestens 200 Euro im Plus wäre.
Ich gab meine Bedenken zum Ausdruck, er meinte aber das es nicht so teuer würde und ich mich da sicherlich einigen könnte.
Nunja … die grosse Auswahl an Möglichkeiten hatte ich nicht. Den neuen
Keilriemen bekam ich so nicht aufgesetzt und die Variomatik muss
sicherlich auch noch von Resten des zerfetzten Keilers befreit werden.
(„Das ich sie allerdings nicht hin und herschieben kann, wundert mich
schon etwas … aber wahrscheinlich liegt nur eine Variorolle quer“)

Mein Fahrer rief also den Händler erneut an und sagte mir das dieser eine Stunde später erscheinen würde.
Alles Bestens.
Damit musste er sich dann auch mal verabschieden, bot mir aber vorher
noch etwas zu trinken an, was ich nicht auch noch in Anspruch nehmen
musste, da ich einen Saft dabei hatte.
Meine Bitte auf kleine Entschädigung in Form einer kleinen Tankfüllung lehnte er (gottseidank) ab.
Er war selber Biker und fuhr einen 800er Kawa Chopper. Schick.
Somit war bei dem ganzen Unglück, das Glück mir dennoch hold.

Um kurz nach zwei kam dann auch der Schrauber mit Transporter und wir fuhren nach Diepholz zur Werkstatt.
Er nahm den Druckluftschrauber … öffnete die Variomutter … entnahm
die Variomatik … schaute und staunte und zeigte mir das Gebilde

Die Variohülse hat sich abgedreht und dadurch den Keilriemen zerlegt.
Durch die nicht mehr eingepasste Hülse hatten sich die Gewichte zerlegt.
Der Anlasser (Freilauf) hat ebenfalls Schaden genommen. Ohne Freilauf könnte ich nicht weiter fahren.

Variomatik und Gewichte hat man im Laden, aber der Anlasser ist speziell und nicht vorhanden.
Stehen lassen wollte man mich aber auch nicht, somit dengelte der
Mechaniker den Anlasser wieder funktionstüchtig (ich war mehr als nur
beeindruckt).
Bevor ich gross arbeiten lies, sprach ich mit dem Chef das meine
EC-Karte wohl bei spätestens 50 Euro Ende sagt, ich aber definitv den
Restbetrag anweisen lasse.
Natürlich ist man nicht begeistert, aber als Chef mit Herz weiss man um die Notlage und hofft darauf das alles gut gehen wird.

Er berechnete mir … unter Abzug des Datums, meiner Ehrlichkeit, seines
grossen Herzens, meiner Notlage und der allgemeinen Grosswetterlage 45€
für Abholen, Mechanikerstunde, Variomatik, Gewichte, dengeln und
Rundumblick.
Damit lies er, ganz bewusst, 5 Euro auf meiner EC Karte damit ich wenigstens noch tanken kann. (Ich war den Tränen nahe …)

Und kurz vor dem Heulen war ich dann als die Karte die Zahlung
verweigerte … also 40 statt 45 … keine Chance … also 30 statt 40
… ich lief vor Scham sicherlich hochrot an, aber die Zahlung wurde
akzeptiert.
Er wollte mich schon verabschieden, als ich um die Daten bat damit ich
den Restbetrag zahlen kann. (Er hätte es wohl dabei belassen … ).
Er machte mir die Rechnung fertig und ich werde die Tage überweisen.

Da ich kurz vor dem Krankenhaus war (20 Minuten entfernt), fuhr ich dann
doch noch zu meiner Ex und konnte ihr noch mit Ladegerät und einem Gang
zur Bank weiter helfen.
Tuxie hört sich seltsam an, scheint nun statt im zweiten im ersten Gang
zu laufen und nicht mehr in den zweiten zu schalten. Endgeschwindigkeit
reine 45KM/h. Aber sie läuft!
Der Rückweg wurde dann anders.
Auf dem Weg durch die Dammer Berge (das sind schon kräftige lange
Steigungen) zuckte Tuxie als ob der Riemen rutschen würde. Die
Endgeschwindigkeit blieb zwar, aber ein Anfahren an einer Steigung war
beinahe unmöglich.

Das Gezucke, das nicht anfahren und das Tuxie auch bei der Abfahrt kaum
Geschwindigkeit aufnahm lies mich schon daran glauben das ich sie im
Wald entsorgen muss und sprach streichelnd und flehend auf sie ein. „Bis
nach Hause bitte!“
Und sie brachte mich nach Hause. Meckernd, Zuckend. Ohne Anzug … aber
ich bin angekommen und nun muss ich das erst einmal verdauen.

VIELEN, VIELEN DANK meinem Retter in der Not (Graftlage 30, 49356 Diepholz).
Natürlich auch der Firma KM-Moto aus Diepholz für die Hilfe in der Not.

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Mein „Paulchen“ stickt auch

Als ich im Januar meine erste NäMa erhielt hatte ich keinerlei Ahnung von der Materie. Lediglich die Freude auf eine mir neue Möglichkeit der künstlerischen Gestaltung war im Übermass vorhanden.
Mein Paulchen wurde ja schon diverse Male von mir hochgelobt, aber sie ist eine Nähmaschine und kann bei den tollen Stickereien nicht mithalten, die ich bei einigen von euch sah. Dieses Bedauern teilte ich dann vor drei Monate in einem Forenbeitrag mit, woraufhin Doli dann auch sofort antwortete das es per Freihand durchaus möglich wäre … und fixte mich mit dem passenden WIP an.
Vollkommen unbedarft und unwissend wie ich war kam ich aus dem Staunen nicht mehr raus … aber vor dem Sticken wollte ich dann doch erst einmal versuchen die Maschine ihrer eigentlichen Bestimmung auszusetzen (was ich ja dann auch diverse Male tat).

Irgendwie bin ich dann die Tage hier im Forum von einem Thread zu einem anderen gekommen und landete dann bei einem alten Thread über das Freihandsticken/malen mit der Nähmaschine. Die UserInnen zeigten dort ihre Werke und ich erinnerte mich daran das ich vor vier Wochen bei W6 einen Stickfuss bestellt hatte, der aber nachgeliefert wird.
Das mit dem nachliefern ist ja okay, wenn ich nicht schon so gespannt auf das sticken wäre.
Gottseidank stand in dem Thread auch das man durchaus ohne entsprechenden Fuss sticken kann.
„Och, das geht auch??? Dann mach ich das doch“ laugh

Der erste Versuch ging daneben. Jeansstoff auf dem ich ein Blatt Papier gelegt habe. Das Ganze eingespannt und losgenäht …. ging nur kurz gut, dann hob sich das Blatt Papier immer wieder ab, mein Oberfaden riss ständig und der Unterfaden fand sich als grosses Geknubbel wieder.
Ich brach ab und stellte fest das ich darauf achten muss das sich der Stoff möglichst nicht nach oben bewegen kann.
*Mangels Fuss kann ich den Haltearm des Fuss nicht runterlassen da er mir ansonsten den Stoff einklemmt, aber wenn ich den Stoff fest im Stickrahmen habe und das Motiv vorher mittels Kohlepapier übertragen habe, sollte es wohl klappen.

*Hinweis: Es ist eine ganz „dumme“ Idee den Nähfuss zum sticken und/oder nähen nicht abzusenken, da sich dann die Spannungsscheiben nicht schliessen und es zu keinem Nähergebnis kommen kann.

Also Motiv gesucht, Stoff eingespannt und das Motiv aufkopiert.

Den Stickrahmen bekam ich so gerade eben unter die Nadelhalterung.
Ich stellte einen Geradestich, mit Länge 0 und Breite 5 (damit die Nadel mittig steht) ein.
Natürlich legte ich vorher die Transporterabdeckung auf.
Versenken kann ich den an der 1235 nicht.
Ich benutze mein Standard 120er Polyestergarn.
Die Nadel lasse ich ebenfalls drin. Es soll ja nur ein Test sein. (Nadel: Jeans 100er Stoff: Leinen).

*Hinweis: Die Verwendung einer Jeansnadel sollte auch nur in diesem Gewebe zum Einsatz kommen. Die Nadel hat den Namen nicht einfach nur so. Das gilt auch für anderes Zubehör.
Oberspannung lasse ich auf 4 stehen.

Ich entschied mich rechts zu beginnen und wollte mich dann runter und links wieder hoch arbeiten.
Soweit die Theorie.

Bei der Arbeit fiel mir dann auf das ich gerne eine Taste zum automatischen vernähen hätte. Hat Paulchen aber nicht und ich hangelte mich recht flott von einem Strich zum nächsten.
Hin und her schob ich den Stickrahmen. Von der Umrandung in den Innenbereich und wieder zurück.
Das dauernde drüber nähen mochte mein Garn und die Fadenspannung (es gab ja keine Fadenspannung, was ich zu dem Zeitpunkt aber noch nicht wusste) gar nicht.
Das erste grosse Knäuel entstand nachdem ich bereits vier Mal den gerissen Oberfaden neu eingefädelt habe (Dank Einfädelhilfe kein Problem).
Von oben war es schon zu einem netten Knäuel beworden …

aber was ich dann beim Versuch, den Stickrahmen von der Maschine zu nehmen, zu sehen bekam war doch erschreckend.
Mit einfachem Abnehmen des Rahmens war es nicht getan. Ich musste Spulenkapsel und Innereien erst einmal von den Fäden befreien.
Wenn man das hier sieht, wundert es aber auch nicht weiter.
(— und rückblickend wäre ein anderes Ergebnis auch nicht denkbar) ;)

Nachdem alles von Fadenresten befreit war und die Spulenkapsel wieder an Ort und Stelle war, stickte ich weiter. Flott ging es von der Hand, allerdings riss der Oberfaden erneut und auch unterhalb bildeten sich erneut kleinere Fadengewurschtel.

Trotz aller Widrigkeiten bekam ich die Stickerei für heute „fertig“.
(Was ehrlich gesagt ein Wunder ist, da ich es nun, drei Jahre später besser weiß)

Morgen ist ein anstrengender Tag, aber ich hoffe doch sehr das ich noch in die Stadt komme und mir Stickgarn besorgen kann. (
Dann möchte ich auf einem anderen Stück Stoff den ZickZack ausprobieren und wenn alles klappt die Eule mit „Farbe“ füllen.
Schauen wir mal.

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Nachtrag: 19.06.2012

Meine ersten Versuche wollte ich eigentlich mittels Stickfuss und Stickgarn machen.
Nimmt man andere als die dafür vorgesehenen Mittel weiss man nie ob man es falsch oder richtig macht.
Nunja, mein Stickfuss ist halt noch nicht geliefert … aber Stickgarn sollte wohl zu bekommen sein. Dachte ich zumindest und ging bereits gestern in meinem Ort ins ansässige Handarbeits-Stoff-Geschäft.
Die erste Verkäuferin konnte mit Stickgarn für Maschinen nichts anfangen, holte aber ihre Chefin zu Hilfe. „Stickgarn? Für die Maschine? Sie haben eine Stickmaschine?“ fragte sie und schaute mich mit grossen verwunderten Augen an.
„Noe. Ich habe eine Nähmaschine.“
„Achso (der Depp labert von Stickgarn und will Nähgarn), dann kann ich ihnen besonders reissfestes Nähgarn anbieten.( Der Depp sieht so aus das er alle paar Minuten das Garn reissen lässt)“
„Was soll ich denn mit dem reissfesten Garn machen?“
„Sie wollten doch sticken?“
„Jaaa?!“
„Nun, dann nehmen sie das Garn halt (der Typ nervt)“
„Aber Stickgarn ist doch kein Nähgarn. Das ist doch nicht das selbe.“
„(Ohhh Mist der Depp hat ja doch etwas Plan und ich habe nichts zum sticken da) Nunja, da haben sie natürlich recht. Reines Stickgarn haben wir nicht.“
Nicht nur das sie mich von oben herab behandelt hat … nein, sie wollte mir auch noch etwas vollkommen anderes andrehen, nach dem Motto: Das merkt der eh nicht. Das ansich empfinde ich schon als Unverschämtheit und Betrugsversuch, aber um das Ganze dann als Möchtegernladen auf die Spitze zu treiben war sie nicht einmal fähig genug mir anzubieten ein paar Rollen zu bestellen um mich als Kunden zu binden. Ich kann nur hoffen das der Laden bald weg vom Fenster sind. Eine Schande für jeden ehrlichen Gewerbetreibenden ist das.

Aber damit nicht genug … Nein, Nein.
Ich bin ein Mann und immer wieder eine lustige Erscheinung in einem Nähgeschäft. Jedenfalls sind alle Blicke auf mich gerichtet wenn ich eintrete. Das ist wohl die ausgleichende Gerechtigkeit die Frauen wiederfährt wenn sie in Lederklamotten einen Harleyladen betreten und alleine (!!!) eine Maschine kaufen wollen.

Heute, und damit geht die Osnabrücker-Odysse weiter … heute fuhr ich nach meinem Arzttermin in die Stadt um besagtes Garn zu erstehen.
Mir fielen Adhoc drei Läden ein die das führen könnten. Einmal Kaufhof … der Verkäufer war sehr nett … versuchte auch erst mir das normale Garn zu verkaufen, bekam aber noch die Kurve und bedauerte dann das sie kein Maschinenstickgarn führen würden und in so kleinen Mengen auch nur schlecht ordern könnten.
So liebe ich das beinahe. Sofortige Ehrlichkeit wäre mir lieber gewesen, aber in diesem Falle sehe ich darüber hinweg. Kaufhof behält mich also als Kunde der Kurzwarenabteilung.
Ein paar Meter weiter, hinter dem Kaufhof befindet sich ein riesen Stoffgeschäft die auch Garne führen.
Ich trat ein … sah vor mir zwei Mitarbeiterinnen die sich gerade miteinander unterhalten wollten und fragte: „Entschuldigung. Ich bräuchte Stickgarn für die Maschine.“
„Garn? Sowas haben wir nicht. Wir führen nur Stoffe und gestickt wird ja kaum noch.“ sprach sie und stand mit dem Rücken vor der Wand voller Ackermann-Garne.
„Dann darf ich sie dringend ermuntern sich eine Nachschulung durch die Chefin geben zu lassen, denn das hinter ihnen sind verdammt viele Garnrollen und ich frage mich nun wer wohl die ganzen Stickmaschinen kauft.“
„Achso, das … ja das ist …“
Keine Ahnung was für einen Müll sie von sich gab, ich ging bereits aus der Türe! sad

Die letzte Anlaufstelle war mir eigentlich nicht der Liebste, da man mir vor dem Kauf von „Paulchen“ eine alte überholte Koffermaschine überteuert angeboten hat. Nunja. Es liegt in der Stadt und in zehn Minuten bin ich da.
Ich habe es nicht anders erwartet … ich bekam dort mein Maschinenstickgarn und hatte die Qual der Wahl in Farbe und Grösse. Der Familienbetrieb kennt sich mit alten und neuen Maschinen aus, hat die gängigen Marken im Verkauf und kennt sicher auch die Trends, aber das ein Mann mittels NäMa stickt, war dann doch einen verwunderten Zusatzblick wert.

Ich kaufte 4 Rollen a 1000Meter a 6,20€.
Sicherlich bekomme ich das anderswo günstiger, aber wie man sieht nur theoretisch. Praktisch müsste ich dann übers Netz bestellen. Doch trotz meines Geldmangels kaufe ich lieber beim Händler Vorort als im Netz, denn nichts ist schlimmer als eine Einkaufszone in der es nichts mehr gibt.

Andererseits treiben mich Händler wie der hier in Georgsmarienhütte, bzw. das Stoffgeschäft in Osnabrück ja geradezu in den Onlineshop.
Nicht nur schade, sondern dumm sage ich dazu.

Sooooo und damit habe ich euch nun genug von meinem Leid geklagt und ich hoffe das ich als nächsten Nachtrag eine wunderbar ausge(stopfte)stickte Eule präsentieren kann.

Mit dem Bild des heutigen Einkaufs verabschiede ich mich für heute von euch.

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Nachtrag: 22.06.2012

Gestern hatte ich die Zeit um das Sticken mittels ZickZackStich zu üben.
Damit zu arbeiten ist anders. Während man beim Geradestich mittels der Bewegung am Stickrahmen die Stichbreite varieren kann, müsste man die Stichlänge während des stickens an der Maschine einstellen. Das geht auch bei den meisten Maschinen, bei meiner W6-1235/61 steht in der Bedienungsanleitung jedoch das die Stichbreite nur dann verändert werden darf, wenn die Nadel in der höchsten Position ist. Also nicht während des stickens.

Beim ersten Versuch hatte ich Probleme den Stickrahmen unter den Fusshalter zu bekommen. Im Handbuch wird bei der Erklärung zum stopfen angeraten den Fusshalter abzuschrauben. Gelesen, getan und siehe da … der Stickrahmen kann nun einfach aufgelegt werden und der Nähfusshalter klemmt den Stoff auch nicht mehr ein wenn ich die Stange ablasse.

Ich kopierte meine Eule erneut auf ein Stück Leinen und begann die ersten Versuche mit verschiedenen Stichbreiten.



Wie man sieht habe ich versucht die Konturen erneut mit braunen Faden abzusetzen.
Es gefiel mir zwar optisch nicht, aber bei dem Gesamtbild konnte ich schon viel über Stickrichtung und das „Wie“ erfahren/erlernen.
Gerade bei der Stickrichtung sollte man sich vorab Gedanken machen. Bei meiner Eule empfinde ich es gar nicht so einfach. Federn würden sich wahrscheinlich wie Blätter einfacher aufbringen lassen wenn ich während des stickens die Breite verändern „dürfte“. Ich werde gleich mal eine Mail an W6 senden ob es nicht „nur“ ein Sicherheitshinweis ist, oder ob die Maschine tatsächlich Schaden nehmen würde.

Mit dem gestrigen Ergebnis des Versuches bin ich zufrieden und habe mich dann vorhin ans „Original“ gewagt.
Das Endergebnis von rechts

sowie das selbe von links (also die Rückseite)

Und wer nun ganz enttäuscht auf die Bilder schaut und sich wundert dass das Stickgarn so bescheidene Ergebnisse erzielt den kann ich beruhigen, denn es wurde lediglich Nähgarn eingesetzt. Für die ersten Versuche ist mir das Stickgarn zu teuer.

Nachdem ich den Blogeintrag fertig gestellt hatte, kam der Paketbote und lieferte mir meinen Stopf- und Stickfuss nach.

Logisch. Ich musste ihn sofort anbringen und schauen wie die Funktionsweise ist.
Laut Verpackung:
Stichprogramm: Geradestich (Nadelpoition Mitte) Bei Zickzack liegt die Nadel links eng an. Gefahr des Nadelbruch.
Fadenspannung: 3-6
Stichlänge: Beliebig
Stichbreite: 0-Maximum (Null bei Verwendung des Geradstichs)
Transporteur: Versenken oder Abdeckplatte verwenden
Der rechte Hebel muss auf der Nadelschraube liegen. Beim Einbau nicht runterdrücken.
Vorher den Nähfusshalter entfernen.

Ich werde den Fuss bald testen, muss aber vorher noch meinen Aufbewahrungskasten anpassen.

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Test des 4mm Rollsaum Fuss

Es ist ja nicht so das ich mir nur deshalb neue Füsse für mein „Paulchen“ hole weil ich die maximale Nähmaschinenfüsse kaufen will, sondern weil ich das nähen im Ganzen an der Maschine erlernen möchte.
Dazu gehören halt auch Rollsäume.

Im Forum las ich immer wieder wie kompliziert das Ganze ist … aber wenn es dann funktioniert sind Rollsäume eine tolle Sache.
Also bestellte ich es mir und erhielt ein Doppel für 4mm und 6mm breite Säume.

Der Beginn … ich gebe es zu war mir so gar nicht klar. Die Anleitung auf dem Janomefuss war auf Englisch und ich bekam es nur halb zusammen.
Eine Anleitung im Forum klärte dann die Unklarheiten und ich begann den Teststoff zu versäumen.
„Oha … das ist ja wirklich kompliziert … toll.“ „Ups … so nicht“ „Och … das sieht ja toll aus“ „Uihhh das macht Laune.“
So oder so ähnlich waren wohl meine Gedankengänge. smile

Nach Anleitung legte ich den Stoff auf links zweimal um, steckte es fest und legte den Beginn unter den Fuss

nach den ersten Stichen führte ich den Stoff, einfach umgeschlagen, durch die Schnecke

Ein 4mm Rollsaum sieht bei mir nach zwei Versuchen dann so aus

Es ist mir nicht möglich mal eben ein paar Meter Rollsaum am Stück zu nähen. Alle paar Zentimeter muss ich die Maschine stoppen und Stoff und Finger neu ordnen, aber je öfter ich es versuche desto einfacher fällt es mir.
Wenn man das erst einmal in Fleisch und Blut übernommen hat, macht es sicher doppelt soviel Freude … vorallem wenn man sich das professionell aussehende Ergebnis anschauen kann.
Fazit: Die Füsse waren genau das Richtige.

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Holländischer Stoffmarkt – Osnabrück

Achje.
Den dritten Juni haben wir bereits … aber es ist kalt wie im Winter. Vor zwei Wochen lagen wir noch bei 30 Grad Celsius, letzte Woche noch kuschelige 22 Grad … und heute?
Ausgerechnet am Stoffmarkt-Tag regnet es kontinuirlich bei schlappen 11 Grad.

Da ich zumindest einmal vorbei schauen wollte, packte ich mich in die Regenkombi und holte mein Moped aus der Garage.

Als ich absattelte, waren Hand- & -Schuhe bereits durchnässt. Jacke und Hose blieben dank der Kombi trocken, aber mir war bereits eisekalt.

Trotz des miesen Wetters war ausreichend was los.
Die Stände waren aufgebaut und es wurde reichlich Meterware geschnitten.

Einen Stand entdeckte ich mit Vlies, einen anderen mit Knöpfe, einen nächsten mit Bändern und Applikationen. Die restlichen Stände hatten tonnenweise Stoffe aufliegen. Zum Grossteil die gleiche Ware zum gleichen Preis, sodas man sich den Stand aussuchen konnte.
Ab und an wurden die Wassermassen von den Zeltplanen gestossen. Man sollte aufpassen wo man lief, denn so einem Schwall hätte auch mein Kombi nichts entgegen zu setzen.

Als Mann, der dort alleine herum stakt wurde ich von tausend Augen verwundert angestart.
Stoffe? Handarbeiten? Das ist nur was für Frauen, war wohl die Aussage.
Willkommen im 21ten Jahrhundert war dann meine wenn ich mal kurz gelangweilt (und genervt) den Blick erwiederte. („Wie ich sowas hasse …“)

Ich lief die Stände der Reihe nach ab, wich tausenden von Regenschirmen aus die unbedingt ihre Metallecken in mein Auge pieksen wollten und fand … Nichts. Eine Eule-Appli oder ein solches Stoffstück hätte ich sofort gekauft, aber die einzigen Eulen die ich sah waren in einem langweiligen Omabraun, oder in einem quitschigen Japan-Comic-Stil. Nicht das was ich für mein Töchterchen brauchen könnte.
Bei einem Stand mit Rollschneidern, Unterlagen und vorallem Linealen blieb ich stehen, aber die Preise waren so hoch das ich gemütlich im Netz bestellen kann. Bei einer Tasse Kaffee und im warmen.

An vielen Frauengrüppchen lief ich vorbei, die sich trotz des Wetters prächtig amüsierten und ihre Freude hatten in den diversen Stoffen herum zu wühlen.
Ja, zu mehreren macht so etwas viel mehr Spass.

Schauen wir mal was das nächste Jahr bringt.

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